Bekommt nur T-Online ADSL?

AOL übt scharfe Kritik an Deutscher Telekom

Die Meldung, daß die Deutsche Telekom (Börse Frankfurt: DTE) ab 1. Juli dieses Jahres ADSL-( (Asymmetric-Digital-Subscriber-Line)-Hochgeschwindigkeitszugänge zum Internet exklsiv für T-Online-Kunden anbieten will, sorgt für massive Kritik von AOL Deutschland (Börse Frankfurt: AOL).

Der „Spiegel“ hatte unter Berufung auf interne Telekom-Papiere gemeldet, daß zum Jahresende 80000 Kunden an ADSL angeschlossen werden sollen. Als „alleiniger Vermarktungskanal“ für die neue Technologie sei der konzerneigene Online-Dienst T-Online eingeplant. Andere Online-Dienste sollten keinen Zugang erhalten. Pro Monat sollen die ersten 25 Stunden 250 Mark kosten, jede weiter Stunde acht Mark. Damit solle vermieden werden, daß zu viele Kunden von ISDN auf das bis zu 62 mal schnellere ADSL abwandern.

Die Geschwindigkeit werde zunächst auf 768 kBit/Sekunde begrenzt sein, sagte ein Telekom-Sprecher. Zum Start sollen T-Online-Kunden in acht Großstädten ADSL nutzen können. Ein Ausbau auf 43 Städte sei bis zum Jahresende geplant.

„Durch den Bericht sieht sich AOL Deutschland in seiner Ansicht bestätigt, daß die Deutsche Telekom ihre marktbeherrschende Stellung im deutschen Telekommunikationsmarkt unzulässig weiter ausnutzt“, protestiert der Online-Dienst in einer Presseerklärung.

„Der Zugang zu ADSL als neuem Hochgeschwindigkeits-Zugang zum Internet muß den Kunden von allen Online- und Internetdiensten zur Verfügung stehen“, foderte Frank Sarfeld, Sprecher von AOL Deutschland. “ Wir prüfen, ob dieser erneute Versuch der Telekom, den Wettbewerb weiter zu verzerren, in die bereits bei der EU-Kommission anhängige Beschwerde von AOL Europa aufgenommen werden kann“, sagte Sarfeld weiter.

Am Freitag war bekanntgeworden, daß die Europäische Kommission auf Antrag von AOL Europa prüft, ob die Deutsche Telekom ihre Marktmacht mißbraucht, um den Wettbewerb auf dem europäischen Internet-Markt zu behindern. Dabei ging es unter anderem um die ab 1. April geplante Preissenkung auf sechs Pfennig pro Minute inklusive Telefonkosten für T-Online.

Am Sonnabend hatte der Sprecher der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Harald Dörr, erklärt, daß seine Behörde die Telekom aufgefordert habe, ihre Pläne zu T-Online offenzulegen. Insbesondere wolle die Regulierungsbehörde wissen, ob und inwieweit die Telekom auch den Kunden anderer Service-Provider den umittelbaren Zugang zum Internet diskrimierungsfrei anbietet.

AOL will in den USA ab Sommer zusammen mit der Telefongesellschaft Atlantic Bell Hochgeschwindigkeits-Zugänge ins Internet anbieten. AOL bietet seinen Kunden dazu einen DSL-(Digital-Subscriber-Line-)Infospeed-Zugang an.

PC Professionell hat in der Ausgabe 9/98 über ADSL berichtet, über die abgespeckte Variante ADSL-Lite gibt ein ZDNet-Special Auskunft.

Kontakt: Deutsche Telekom, Tel.: 0228/1810; AOL-Hotline Deutschland, Tel.: 01805/313164

Themenseiten: Telekommunikation

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Bekommt nur T-Online ADSL?

Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *