Notebook statt Desktop

Ein Notebook kann bereits in vielen Bereichen den Desktop ersetzen - aber nicht zum gleichen Preis. Testberichte und ausführliche Kaufberatung für alle, die einen leistungsfähigen Laptop und kein Leichtgewicht suchen.

Drei Kilogramm – so viel wiegt ein Korb nasse Wäsche, oder ein Six-Pack. Drei bis vier Kilo wiegen auch die meisten Notebooks, die in allen Preislagen als Ersatz für den Desktop-Computer angeboten werden. Schickes Notebook statt beiger Kiste, und der Flachbildschirm ist bereits eingebaut – kein Wunder, dass immer mehr Anwender auf Laptops umsteigen. Trotz des großen Gewichts, das Desktop-Replacement-Notebooks haben.

Einziger Grund, ein Notebook mit über drei Kilo Gewicht zu kaufen, ist die gute Ausstattung der Geräte. Wer ein Notebook mit 15-Zoll-Monitor und DVD/CD-RW-Kombilaufwerk besitzt, braucht oft keinen zusätzlichen Desktop-PC. Das Notebook spart Platz und lässt sich auch auf der Zugfahrt, im Flugzeug, im Hotelzimmer, bei einem Kunden oder in der Filiale des Unternehmens nutzen.

Laufwerke

Welche Laufwerke erforderlich sind, sollte man vor der Anschaffung bedenken und bei einem Preis- und Modellvergleich mit einrechnen. Notebooks für Business-Anwender besitzen heute durchweg Multifunktionsschächte, in die das Floppy-Drive passt, ein schlichtes CD-ROM-Laufwerk, ein DVD-Laufwetrk, ein CD-Brenner oder sogar die immer populäreren DVD-CD-RW-Kombinationen. Aber ein Laufwerk nachzurüsten ist teuer – nur Produkte des Notebookherstellers kommen in Frage. Und man sollte bedenken, dass immer nur ein Laufwerk in den Schacht passt.

Dell Inspiron 4100
Dell Inspiron 4100

Wer Disketten und CDs lesen will, bekommt Probleme mit dem Multifunktionsschacht – er muss immer wieder das Laufwerk wechseln. Umgekehrt ist ein fest installiertes Floppy-Laufwerk nur unnötiger Ballast, wenn man es nicht benutzt.

Tipp: Entwerfen Sie vor dem Notebook-Kauf zwei Listen: eine mit der Hardware, die Sie unterwegs benötigen, und eine mit Hardware, die am gewohnten Arbeitsplatz vorhanden sein muss. Alles, was unterwegs überflüssig, aber am Arbeitsplatz notwendig ist, sollte man entweder ausbauen können oder gleich auslagern – durch externe Geräte oder eine Docking-Station.

Docking-Stationen verwenden bei Markenprodukten wie Compaq, Dell oder IBM das Format des Multifunktionsschachts. So kann man in Ausnahmefällen den DVD-Player ins Notebook integrieren, der sonst seinen Platz in der Docking-Station hat. Docking-Stationen und Erweiterungseinheiten sollten natürlich auch Anschlüsse für alle am Arbeitsplatz benötigten Peripheriegeräte besitzen, sodass ein An- und Umstecken nicht erforderlich ist.

Entscheider in den Unternehmen achten darauf, dass die Laufwerke zwischen den Modellen eines Herstellers austauschbar sind. So kann ein Gerätestamm nach Notwendigkeit an die User ausgegeben werden. Auch für Privatkunden ist eine solche Kompatibilität interessant, denn es kann immer einmal passieren, dass ein Laufwerk nach Ablauf der Garantiefrist ersetzt werden muss. Und das bekommt man dann oft nur von Herstellern, die nicht mit schnellem Ramsch kalkulieren, sondern langfristig planen.

Externe Geräte sind weniger praktisch, aber sie besitzen den Vorteil, dass sie sich an wechselde Computer anschließen lassen. Wer den CD-Brenner im Büro ans Notebook anschließen will, zuhause an einen Desktop und auch mal an den Rechnern von Kollegen oder Freunden brennen, für den lohnt sich ein externer Brenner. Wichtigstes Kriterium bleibt die Schnittstelle: Wer mit 24facher Geschwindigkeit brennen (und nur 4 Minuten auf die fertige CD warten) will, muss einen schnellen Bustyp wie Firewire, PC-Card oder USB 2.0 wählen. Wenn Geschwindigkeit keine Rolle spielt, ist der komfortable und verbreitete USB 1.1 oder sogar die serielle Schnittstelle gut genug.

Displays

Desktop-Ersatz-Notebooks kommen meistens mit 14,1-Zoll- oder 15-Zoll-Bildschirmen. Je größer der Bildschirm, desto mehr Energie verbraucht er. Ein großer Bildschirm ist in einem mobilen Gerät also nicht unbedingt ein Vorteil.

Beim Kauf eines Notebooks muss man auch auf die maximale Auflösung achten – unterwegs sind 1024 mal 768 Pixel ausreichend, aber wer das Notebook statt eines Desktops einsetzen will, benötigt eventuell höhere Auflösungen – speziell bei Bildbearbeitung, oder für Programmierung oder Webdesign, wenn oft mehrere Fenster offen sein müssen. Hier gilt noch mehr als sonst: Es kommt auf den Anwender und seine Arbeitsweise an.

Fujitsu-Siemens Lifebook E 6646
Fujitsu-Siemens Lifebook E 6646

Nicht alle Notebooks können externe Bildschirme mit besserer Auflösung unterstützen. Gerade billige Desktop-Ersatz-Notebooks aus dem Super- oder Elektromarkt schaffen schon durch den Grafikchipsatz nicht mehr als 1024 mal 768. Wer das Notebook zuhause an einen 20-Zöller anschließen will, muss unbedingt auf die maximale externe Auflösung achten – und Notebooks, bei denen dieser Punkt nicht spezifiziert ist, vermeiden.

Immer mehr Heim-Anwender setzen ihr Notebook privat im Wohnzimmer ein. Da liegt es nahe, eine DVD über den Fernseher abzuspielen. Dazu ist allerdings ein Videoausgang des Notebooks erforderlich. Und Kabel für den TV-Anschluss liegen den wenigsten Notebooks bei.

Anschlüsse

Als Käufer bezahlt man auch für die Anschlüsse – die man eventuell nicht braucht. Hier hilft nur eine Checkliste: Notieren Sie, welche Peripheriegeräte Sie ans Notebook anschließen werden, und welche Bustypen Sie vielleicht in Zukunft brauchen. Nächstes Jahr steht der Kauf einer Videokamera an? Firewire-Schnittstelle muss sein. Im Büro soll das Notebook mit externer Tastatur und Maus versehen sein? Achten Sie darauf, dass es zwei PS/2-Ports besitzt – oder verwenden Sie eine USB-Maus.

Die Zahl der USBs ist eines der wichtigsten Kriterien, wenn man viele Peripheriegeräte besitzt. Kaum ein Notebook hat mehr als zwei, viele sogar nur einen – mit Digicam, externem Brenner, Maus, Drucker und Scanner überschreitet man schnell das Limit. Abhilfe schafft ein USB-Hub. Der kann sogar eine teure Dockingstation ersetzen, wenn alle Geräte am Arbeitsplatz den Universal Serial Bus verwenden.

Prozessoren und Akkus

Man kann es nicht oft genug sagen – Notebooks, die im Supermarkt zu anscheinenden Schnäppchenpreisen erhältlich sind, besitzen nur eine Desktop-CPU. Die Batterielaufzeit ist entsprechend kürzer, das Notebook wird schnell heiß, die Lüftung erzeugt viel Lärm, und wenn man Pech hat (und das Gerät stundenlang einsetzt), ist sie überfordert. Das muss man wissen, bevor man ein solches Gerät kauft.

Immerhin hat Intel mit den neuesten Desktop-Tualatin-Prozessoren bereits den Stromverbrauch gesenkt, sodass 2002 Notebooks mit Desktop-Prozessoren zu erwarten sind, die wenigstens gute zwei Stunden Laufzeit anbieten. Rechner mit niedrigeren Werten sind nicht empfehlenswert. Zwar scheint die Laufzeit vernachlässigbar, wenn das Gerät einen Desktop nur deshalb ersetzen soll, weil es besser aussieht und weit weniger Platz braucht. Aber schon die erste Zugfahrt, ein kurzer Flug, und die schwache Batterie wird zum Ärgernis.

Professionellen Nutzern genügen auch zwei Stunden nicht. 180 Minuten Akku-Laufzeit bei voller Beanspruchung sollten es schon sein. Wer mehr benötigt, kommt um einen zweiten Akku nicht herum – große TFTs und leistungsfähige Prozessoren fressen Strom.

Die Leistungsfähigkeit eines Akkus wird in Milliampèrestunden (mAh) angegeben – wenn sie angegeben wird. Die wenigsten Hersteller nennen diesen Wert. Im Laden gibt es oft die Möglichkeit zur Recherche: Einfach einmal das Gehäuse umdrehen und das Etikett an der Batterie untersuchen. Eventuell kann man den Akku vom Verkäufer herausnehmen lassen und so auch auf der Innenseite nach dieser wichtigen Angabe suchen. (ZDNet nennt die Leistung des Akkus selbstverständlich in jedem Testbericht.)

Speicher

Speicher ist nicht nur für flottes Arbeiten wichtig. Bei Notebooks hält der Akku länger, wenn der Speicher größer ist. Der Rechner muss seltener Informationen auf die Festplatte auslagern und benötigt weniger Energie.

Viele Notebooks besitzen nicht zwei oder vier Speicherslots wie ein Desktop-Mainboard, sondern nur einen Slot plus ein fest installiertes Speichermodul. Um so wichtiger ist es, den einzigen Steckplatz von Anfang an mit einem großen Modul zu bestücken. Wer später aufrüsten will, müsste das alte Modul ersetzen statt ergänzen.

Office-Performance

Der Business Winstone 2001 testet PC-Systeme und Notebooks auf ihre Performance unter Office-Programmen wie Excel, Word, Powerpoint, Netscape Navigator oder Lotus Notes, mit denen typische Aufgaben auch von Notebook-Usern erledigt werden: Briefe und Tabellen erstellen, Speichern von Dokumenten etwa als HTML, Kopieren und Einfügen zwischen Anwendungen, Darstellung von Webseiten, aber auch Erstellung von Serienbriefen.

Business Winstone 2001
Ergebnisse des Benchmarks Business Winstone 2001 im Vergleich

Die Office-Leistungswerte aktueller Notebooks sind beeindruckend. Über 30 Punkten ist fließendes Arbeiten völlig unproblematisch – und die schaffen fast alle. (Das Inspiron 4100 läuft unter Windows XP, hat aber nur 128 MByte RAM, deshalb der Ausrutscher.)

Für einen Desktop mit ähnlicher Performance zahlt man nach wie vor etwa die Hälfte eines Notebook-Preises – bei weitaus besseren Aufrüst-Möglichkeiten.

Akkulaufzeit

Fast alle Desktop-Replacement-Notebooks setzen Lithium-Ionen-Akkus ein. Die leichteren und besser formbaren Lithium-Polymer-Batterien kommen nur in Subnotebooks zum Einsatz, wo jedes Gramm und jeder Zentimeter zählt. Der Battery Mark testet die Laufzeit dieser Akkus unter voller Belastung. Die reale Laufzeit während der alltäglichen Arbeit ist freilich etwas länger. Zudem bieten Prozessoren wie der Mobile Athlon oder Pentium-M Stromspar-Technologien an: Sie senken die Prozessor-Frequenz auf etwa die Hälfte, verlängern aber die Batterielaufzeit.

Battery Mark 4.01
Ergebnisse des Benchmarks Battery Mark 4.01 im Vergleich

Ein guter Akku ist teuer. Nicht zufällig haben die beiden billigsten Notebooks die mit Abstand schlechtesten Batterielaufzeiten. Die Unterschiede der anderen fünf Modelle hängen stark mit dem jeweils eingesetzten Prozessor und der Größe des Displays zusammen.

Tests im Überblick

Ein Notebook, das den Desktop ersetzen kann, muss nicht über drei Kilo wiegen. Es muss auch nicht über 5000 Mark kosten. Aber eines von beiden trifft derzeit immer zu. Notebooks sind klein und teuer – manche sagen überteuert. Wer den Desktop durch ein Notebook ersetzt, zahlt einen kräftigen Aufpreis.

Bedenken muss man freilich auch, dass für manche Nutzer kein Notebook den Desktop ersetzen kann – wenn es nämlich um Spiele geht, um aufwändige Multimedia-Content-Erstellung, oder einfach um langfristige Aufrüstbarkeit und Investitionssicherheit.

Notebook Gewicht Preis
Dell Inspiron 4100 2,85 kg 5297 Mark
Dell Inspiron 8100 4,0 kg 7473 Mark
Gericom Supersonic M6T 3,4 kg 4069 Mark
FSC Lifebook E6646 2,6 kg 7100 Mark
IBM Thinkpad A22M 3,2 kg 6400 Mark
Sony Vaio FX405 3,25 kg 4199 Mark
Xeron Sonic Pro 750 TMX 3,5 kg 6500 Mark

Themenseiten: Mobil, Mobile, Notebooks

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