Android-Trojaner installiert unerwünschte Apps und schreibt Fake-Bewertungen

Betroffen sind auch Nutzer in Deutschland. Shopper.a missbraucht die Bedienungshilfen, um beispielsweise Play Protect abzuschalten und Apps aus unbekannten Quellen zu installieren. Fake-Bewertungen legt die Malware mit dem Google-Konto eines Opfers an.

Kaspersky Lab hat einen neuen Trojaner für Googles Mobilbetriebssystem Android entdeckt. Shopper.a wird von Cyberkriminellen benutzt, um die Installationszahlen von anderen Apps zu erhöhen sowie deren Bewertungen zu verbessern.

Malware(Bild: Shutterstock)Shopper.a ist einer Analyse der Sicherheitsforscher zufolge auch in der Lage, Werbung auf dem Display eines infizierten Geräts anzuzeigen. Der Trojaner erstellt bei Bedarf aber auch Verknüpfungen zu Werbe-Sites. Zudem empfängt er für weitere Aktionen Befehle von einem Server im Internet.

Diese ermöglichen es ihm, Links in einem unsichtbaren Fenster zu öffnen. Außerdem verbirgt er irgendwann das Icon der App, über die er installiert wurde, im App Drawer. Um sich weitere Benutzerrechte zu sichern, versucht der Schädling zuerst, per Phishing die Rechte für die Bedienungshilfen zu erlangen. Anschließend wird die Sicherheitsfunktion Google Play Protect deaktiviert, um Apps aus inoffiziellen Quellen herunterzuladen.

Es werden aber auch auf Google Play beworbene Apps installiert sowie die Verknüpfungen zu bereits installierten Apps durch Shortcuts zu beworbene Websites ersetzt. Bewertungen erstellt und veröffentlicht Shopper.a im Namen des angemeldeten Google-Play-Nutzers. Schließlich ist der Trojaner auch noch in der Lage, seine Opfer per Google- oder Facebook-Konto bei bestimmten Apps anzumelden.

„Eine Sache, die unsere Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat, war die Nutzung des AccessibilityService. Dieser Dienst wird normalerweise von Menschen mit Sehproblemen genutzt, um die Nutzung von Smartphones zu erleichtern, z.B. um die Namen von App-Controls oder Webseiteninhalte automatisch vorlesen zu lassen. In anderen Fällen kann er verwendet werden, um auf dem App-Bildschirm physische Smartphone-Tasten zu emulieren, die nicht mehr funktionieren. Wenn der Zugriff von einem Programm angefordert wird, dessen Funktionalität keinen AccessibilityService erfordert, ist Vorsicht geboten“, erklärte Kaspersky Lab.

Die höchste Verbreitung erreicht Shopper.a derzeit in Russland. Dort befanden sich in den Monaten Oktober und November mehr als 28 Prozent aller Opfer. Auf den weiteren Plätzen folgen Brasilien und Indien. Kaspersky fand den Trojaner aber auch auf Geräten deutscher Nutzer.

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