Bericht: Auch indische Kartellbehörde ermittelt wegen Android gegen Google

Die Untersuchung ähnelt dem Verfahren der EU, an dessen Ende ein Bußgeld von 4,34 Milliarden Euro stand. Allerdings befinden sich die Ermittlungen in Indien in einem frühen Stadium. Laut Zahlen von Marktforschern kontrolliert Android den indischen Markt zu rund 98 Prozent.

Die indische Kartellbehörde Competition Commission of India (CCI) ermittelt angeblich schon seit sechs Monaten gegen Google. Die Vorwürfe ähneln denen, die dem Unternehmen in Europa zuletzt eine Geldbuße von 4,34 Milliarden Euro einbrachten: Google soll seine Marktmacht missbrauchen, um Gerätehersteller dazu zu zwingen, seinen Browser Chrome und die Google-Suche auf Android-Smartphones zu installieren.

Google (Bild: Google)Wie die Agentur Reuters berichtet, stehen die Ermittlungen der indischen Behörden jedoch noch nicht unmittelbar vor ihrem Abschluss. „Es ähnelt dem EU-Verfahren, aber in einem frühen Stadium“, sagte demnach eine von drei nicht näher genannten Quellen. Weder Google noch die CCI wollten den Bericht kommentieren.

In den vergangenen Monaten sollen sich führende Google-Manager mindestens einmal mit Vertretern der Kartellbehörde getroffen haben, um über die von mehreren Einzelpersonen eingereichte Beschwerde zu sprechen. Zum derzeitigen Stand der Untersuchung kann die Behörde dem Bericht zufolge ihre Ermittlungsabteilung anweisen, die Anschuldigungen genauer zu prüfen, oder die Beschwerde abzuweisen. In der Regel benötige die CCI mehrere Jahre, um ein Verfahren abzuschließen. Nach Einschätzung einer der Quellen dürfte es der CCI jedoch schwer fallen, sich nicht mit der Beschwerde auseinanderzusetzen.

Weltweit liegt der Marktanteil der Android-Smartphones bei rund 85 Prozent. Counterpoint schätzt, dass auf 98 Prozent der 2018 in Indien verkauften Smartphones Android vorinstalliert war.

Schon im vergangenen Jahr hatten die indischen Wettbewerbshüter Google wegen Verstößen gegen Kartellgesetze zur Zahlung von rund 19 Millionen Dollar verurteilt. Sie warfen dem Unternehmen vor, seine dominante Stellung im Markt für Internetsuche zu missbrauchen und eigene Dienste wie die Flugsuche gegenüber den Angeboten von Dritten zu bevorzugen. Google ging gegen die Entscheidung vor, mit der Begründung, die verursache einen „irreparablen Schaden“, so Reuters weiter.

Auch die Android-Kartellstrafe der EU hat Google bereits angefochten. Parallel kündigte das Unternehmen im Oktober 2018 an, sein Geschäftsmodell anzupassen. Künftig will es in der EU bestimmte Apps nur noch gegen Zahlung von Lizenzgebühren freigeben. Sie sollen die Entwicklung der Google-Apps finanzieren – was derzeit die Werbeeinnahmen übernehmen, die Google durch die Bündelung von Android mit seinen Apps und Diensten erwirtschaftet.

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3 Kommentare zu Bericht: Auch indische Kartellbehörde ermittelt wegen Android gegen Google

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  • Am 25. März 2019 um 11:32 von JennyS

    Was ist mit Apple? Dort kann man gar nichts anderes als Safari installieren. Sicher gibt es andere Browser im store, aber die sind sowieso nur Safari mit einer anderen skin – einschließlich aller Sicherheitslücken.
    Apple verbietet andere Implementierungen persé

    • Am 26. März 2019 um 8:30 von Hi, hi...

      …was soll mit Apple sein?
      Apple zwingt absolut keinen Hersteller, Safari zu installieren. Apple zwingt nicht mal dazu, allein Google als Suchmaschine für Safari zu nutzen. Apple verhindert auch nicht die Installation anderer Browser. Und nein, das sind keine Safari-Skins. Das einzige, was Apple (leider) macht, ist zu verhindern, dass andere Browser als Standard gesetzt werden können.
      Frei nach Nuhr: Wenn man keine Ahnung hat, …!

      • Am 28. März 2019 um 1:19 von C

        Der Apfel entmündigt den User, bevormundet ihn, schränkt ihn künstlich ein und meint, gegen den Willen des Users und ungefragt über seine Geräte und seine Konfiguration verfügen zu können. Genauso wie über des Users Daten.

        Der Apfel meint, die User würden auch Mond-Preise akzeptieren. Nur, das scheint nicht mehr so zu funktionieren wie früher.

        Einige User hier meinen, den Apfel verteidigen zu müssen, wo keine Verteidigung angesagt ist. Man könnte so etwas auch als „Jubel-Perser“ bezeichnen.

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