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Firefox 3: Für Microsoft fängt der Ärger jetzt erst an

Heute nutzt die überwiegende Zahl der PC-Anwender den Internet-Explorer. Warum? Wahrscheinlich, weil es der Weg des geringsten Widerstandes ist. Das war einmal anders: Noch vor wenigen Jahren hatte Netscape eine beherrschende Marktposition unter den Browsern inne. Mit der Zeit gelang es Microsoft jedoch, die meisten Funktionen mindestens genau so gut zu beherrschen wie der Konkurrent. Und manchmal war Microsoft sogar besser.

Dass Redmond nach dem Dafürhalten mehrerer Gerichte sogar die Gesetze verletzte, um der noch jungen Bedrohung seines Desktop-Monopols zu begegnen, tat der Verbreitung zunächst kaum Abbruch. Den Siegeszug des Internet-Explorers aber allein darauf zurückzuführen, wäre auch verkürzt: In Version 3 hatte der Softwarekonzern aus Redmond auch technisch mit Netscape gleichgezogen. Und nachdem im Februar das Scheitern des letzten Versuches, Netscape als Browser zu erhalten, eingestanden wurde, bleibt nicht mehr als die Erinnerung an den „Browserkrieg“ und für Nostalgische die Möglichkeit, den Firefox-Browser mit Netscape-Skins zu versehen.

Das tun allerdings nur wenige. Dafür gewöhnen sich immer mehr an das Design und die Funktionen von Firefox: Ende Februar hatte Mozilla das Erreichen der Marke von 500 Millionen Downloads verkündet. Von wie vielen die Software dann tatsächlich auch genutzt wird, ist umstritten und hängt davon ab, welchem Marktforschungsunternehmen man traut.

Bezogen auf Unternehmen hat Forrester Research Anfang April eine recht fundierte Untersuchung vorgestellt. Demnach verloren alle Versionen des Internet Explorer in den 2300 befragten Großunternehmen rund 10 Prozent Marktanteil. Die Version 7 konnte in den ersten 15 Monaten nach ihrer Veröffentlichung nur einen Anteil von 30 Prozent unter den 50.000 Umfrageteilnehmern erreichen.

Dagegen löste im gleichen Zeitraum die Version 2.0 von Mozillas Firefox ihren Vorgänger fast vollständig ab. Zudem wechselten fast alle Anwender, die dem Internet-Explorer den Rücken kehrten, zu Firefox. Dementsprechend verdoppelte sich dessen Anteil in der Forrester-Umfrage auf 18 Prozent. Wenn Firefox 3 wie geplant spätestens im Juni erscheint, ist mit einem weiteren Schub für den Browser zu rechnen.

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ZDNet.de Redaktion

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