China setzt auf den Pinguin: Der Kampf um Linux ist entbrannt

In China macht seit Jahren schon ein staatlicher Konzern erfolgreich in Linux: Red Flag. Die Firma wurde im Juni 2000 gemeinsam vom Software Research Institute der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und New Margin Venture Capital aus der Taufe gehoben. Weitere Gelder flossen von Seiten CCID Capitals, einem zum Informationsministerium gehörenden Investor.

Zu den Produkten gehören Desktop, Server, Embedded-Betriebssysteme und Sicherheits-Features. Darüber hinaus bietet man wie hiesige Distributoren auch Service und Support. Eine ganze Reihe von staatlichen Stellen gehören zu den Nutzern der Red Flag-Software, daneben hat man nach eigenen Angaben alleine im Jahr 2002 1,15 Millionen privat genutzter PCs mit einem OEM-Betriebssystem bestückt.

Im Sommer dieses Jahres präsentierte Red Flag zusammen mit IBM, Oracle, Intel, HP und anderen seine aktuelle Linux 4-Serie. Sie ist in erster Linie für den Unternehmenseinsatz gedacht und besteht aus Red Flag Linux Desktop 4.0, Red Flag Linux Server und dem Red Flag Application Server. Sie ist bereits auf Intels Itanium II ausgelegt und kann daher sowohl auf IA-32- als auch IA-64-Plattformen laufen.

„Wenn man sich die Größe und das Wachstum der chinesischen Wirtschaft betrachtet, wird Red Flag in Kürze der größte Linux-Distributor der Welt sein“, urteilte kürzlich die auf Open Source spezialisierte unabhängige Analystin Stacey Quandt. „Es gibt eine ganze Reihe von Distributionen in China, aber nur die von Red Flag erhält staatliche Unterstützung.“

Im September dieses Jahres erklärten zudem China, Japan und Südkorea, gemeinsam an einer neuen Linux-Distribution zu arbeiten. Das teilte der japanische Handelsminister Takeo Hiranuma auf einem Wirtschaftsgipfel im kambodschanischen Phnom Penh mit. Genauere Angaben zu der Entwicklung blieben allerdings bislang aus.

Das Abkommen der drei Staaten wäre ein weiterer Schritt, nachdem bereits im März 2003 über hundert Software-Entwickler aus China, Korea und Japan die Entwicklung eines gemeinsamen Server-Bretriebssystems diskutiert hatten. Damals waren die Universitäten ebenso wie die Unternehmen Sharp und Toshiba beteiligt. In allen drei Ländern gibt es eine aktive Linux-Entwicklergemeinschaft mit Erfahrung, besonders im Bereich Embedded Linux.

Zu diesem Artikel haben Stephen Shankland, Florian Edlbauer, Michael Kanellos, Martin Fiutak sowie die asiatischen Redaktionen von CNET und ZDNet beigetragen.

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