Äußerlich erinnert er an ein Star-Tac-Handy von Motorola: Er ist mit einem Klappdeckel mit Fenster ausgestattet, durch welche man das Monochrom-Display sieht. Anders als der Visor verwendet er eine Tastatur für die Texteingabe und ein, von Handspring Jog-Rocker getauftes, Rädchen für die Navigation. Im Innern werkeln ein 33-MHzs-Prozessor und das speziell angepasste Betriebssystem Palm OS 3.5.2.

Die Telefonie-Funktion ist aber nicht vergessen worden, so sind Vibrationsalarm und ein Funktionsschalter (Alarm oder stumm) auf der Oberseite des Gerätes vorhanden. Der Apparat ist kaum größer als ein Kartenspiel (11 x 6,9 x 1,8 cm) und wiegt 147 Gramm, so passt er leicht in die Hosen- oder Jackentasche. Doch geht die geringe Größe nicht zu Lasten des Displays, das immer noch vernünftige Abmessungen hat, die denen eines Palm M100 entsprechen. Ein Pluspunkt ist die inverse Darstellung mit Hintergrundbeleuchtung, die eine angenehme Lesbarkeit auch bei Dämmerlicht gestattet.

Gelungene Integration

Die Software-Ausstattung ist auf der Höhe der anderen Komponenten. Der Treo übernimmt die Ausstattung des Visor, ist aber auch gut mit Telefonie-Anwendungen versehen: SMS-Verwaltung, Browser für Web, WAP, i Mode, Anrufliste und E-Mail. Sogar zu den künftigen GPRS-Netzen ist er kompatibel.

Darüber hinaus sind die Telefon-Funktionen perfekt in die vorhandenen Anwendungen integriert. Das Telefon selbst ist sehr leicht zu bedienen und es funktioniert unabhängig vom PDA-Teil. Mit der Tastatur auf dem Touchscreen oder der des PDA kann gewählt werden, oder man verwendet eine der vielen konfigurierbaren Shortcut-Tasten. Positive Überraschung: Auch nicht standardmäßige Nummern werden perfekt gehandhabt. Das dürfte die Anwender von Outlook, die systematisch Klammern in Nummern einfügen oder die Zifferngruppen durch Punkte trennen, begeistern.

Es war leider nicht möglich, die Empfangsqualität zu testen, doch hoffen wir, dass sie der Qualität des übrigen Geräts entspricht. Die SMS-Verwaltung ist besonders ausgefeilt. So kann man Mustersätze eingeben, die eine schnelle Antwort ermöglichen. Ein anderer Vorteil liegt darin, dass eine große Menge von Nachrichten gespeichert werden kann – die einzige Begrenzung ist der Speicher des PDA. Die Anrufliste funktioniert nach demselben Prinzip: So passen die Details der Anrufe des gesamten vorangegangenen Jahres in den Speicher.

Fazit

Einige Einzelheiten hätten aber doch verbessert werden können, vor allem das Eingeben von Buchstaben mit Akzenten ist nicht leicht. Man muss den Vokal tippen, dann eine Sondertaste, die eine Pulldown-Liste mit den Akzenten zum Vorschein bringt, und dann den richtigen wählen – sehr umständlich. Es stört auch, dass man mit dem Jog-Rocker keine Anwendung im Startmenü wählen kann, wie es z.B. beim Clié von Sony möglich ist.

Auch wenn man das Ladegerät direkt an den Treo anschließen kann, ohne das Synchronisationskabel benutzen zu müssen, ist es bedauerlich, dass der Akku keine bessere Laufzeit hat: 60 Stunden im Stand-by-Betrieb entsprechen etwa zwei Tagen realer Benutzung. Das ist ein großer Schritt zurück, wo Telefone heute leicht über die Zwei-Wochen-Marke kommen. Und schließlich wird beim Treo keine Docking-Station mitgeliefert, sondern nur ein Kabel, dessen Stecker mit einem Knopf versehen ist, um die Synchronisation zu starten.

Das Telefon-Modul, das beim Visor-Phone noch separat mit dem Visor verbunden wurde, erweist sich beim Treo als sehr gelungen. Damit dürfte der Treo nicht nur die Palm-Fans begeistern, sondern auch einen Großteil intensiver Handy-Benutzer, die durch die einfache Handhabung verführt werden dürften.

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