Linux sucht neue Namen für „Blacklist/Whitelist“ und „Master/Slave“

Linux will künftig problematische Begriffe wie Master/Slave- und Blacklist/Whitelist nicht mehr verwenden und sucht nach Alternativen. Urgestein Linus Torvalds billigte am Freitag eine neue und umfassendere Terminologie für den Linux-Kernel-Code und die Dokumentation.

Linux legt Wert auf politische Korrektheit: Für die Zukunft wurden die Linux-Entwickler gebeten, neue Begriffe für die Master/Slave- und Blacklist/Whitelist-Terminologie zu verwenden. Urgestein Linus Torvalds billigte am Freitag eine neue und umfassendere Terminologie für den Linux-Kernel-Code und die Dokumentation.

Zu den vorgeschlagenen Alternativen für Master/Slave gehören:

  • primary/secondary
  • main/replica oder subordinate
  • initiator/target
  • requester/responder
  • controller/device
  • host/worker oder proxy
  • leader/follower
  • director/performer

Vorgeschlagene Alternativen für die Blacklist/Whitelist

  • denylist/allowlist
  • blocklist/passlist

Das Linux-Team empfahl keine spezifischen Begriffe, sondern bat die Entwickler um eine entsprechende Auswahl. Die neuen Begriffe sollen für neuen Quellcode verwendet werden, der für den Linux-Kernel und die dazugehörige Dokumentation geschrieben wurde.

Die älteren Bezeichnungen, die jetzt als unangemessen angesehen werden, werden nur für die Pflege von älterem Code und Dokumentation oder „bei der Aktualisierung von Code für eine bestehende (ab 2020) Hardware- oder Protokollspezifikation, die diese Bedingungen vorschreibt“, zugelassen.

Der Schritt, die Master/Slave- und Blacklist/Whitelist-Terminologie auslaufen zu lassen, erfolgte nach einem Vorschlag, den der Linux-Kernel-Betreuer Dan Williams am 4. Juli eingereicht hatte. Der Linux-Schöpfer Linus Torvalds billigte den Vorschlag am Freitag in einem Pull-Antrag für das Linux 5.8-Repository.

Das Linux-Team hat sich inzwischen vielen Technologieunternehmen und Open-Source-Projekten angeschlossen, die Verweise auf rassistischen Jargon aus ihrem Code entfernt haben, um eine neutralere und umfassendere Sprache zu erreichen. Die Liste umfasst Twitter, GitHub, Microsoft, LinkedIn, Ansible, Splunk, Android, Go, MySQL, PHPUnit, Curl, OpenZFS, Rust, JP Morgan und andere.

Der Trend, veraltete Sprache aus dem Quellcode, den Tools und der technischen Dokumentation zu bereinigen, begann nach dem Ausbruch von Black Lives Matter-Protesten in den USA, die durch den Tod von George Floyd am 25. Mai 2020 in Minneapolis ausgelöst wurden.

Einige Mitglieder der Tech-Gemeinschaft haben die Bewegung als oberflächliches Signal kritisiert und nicht als eine Aktion, die farbigen Menschen im Kampf gegen systematischen Rassismus hilft. In akademischen Zeitschriften veröffentlichte Arbeiten haben jedoch schon früher argumentiert, dass die fortgesetzte Verwendung rassistischer Begriffe vorhandene Stereotypen verhärtet.

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Neueste Kommentare 

4 Kommentare zu Linux sucht neue Namen für „Blacklist/Whitelist“ und „Master/Slave“

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  • Am 14. Juli 2020 um 9:08 von vintage

    frueher wurde software entwickelt. frueher ging es um den inhalt. was eine software koennen muss.
    heute geht es wohl leider nur noch um
    kritik an rechtschreibung. aeusserlichkeiten selbstdarstellung und fluechtigen zeitmode-begriffen.aus dem fokus geraet dabei die fehlerbehebung des codes… schoene neue welt.

  • Am 14. Juli 2020 um 11:27 von Lurif

    was für ein Quatsch. Black / White könnte ja auch von Nacht = dunkel = schwarz / Tag = hell = weiß stammen, was hat das mit der Hautfarbe zu tun? Ein Rassist ist der, der dabei an andere Rassen denkt, die bösen Schwarzen, schwarze Liste??? Wer denkt so??? Aber so ist das wohl leider mit der schwarz / weiß Denkerei. Gut und Böse, ja? So einfach ist die Welt nun mal nicht. Sollen wir die Farben jetzt auch anders beschreiben? Ein schwarzes Auto wird dann zu? Was? Schwarzes T-Shirt? Geht gar nicht mehr, oder was? Was für ein Blödsinn.

    Anstatt Wortklauberei zu betreiben, sollten wir den Rassismus aus den Köpfen bekommen, durch Aufklärung und Erziehung, Zusammenhalt und Nächstenliebe und auf einander zugehen. Er wird nicht verschwinden wenn wir aus Scham oder aus political correctness und als Alibi anfangen Black & White Listen umzubenennen und dann denken, wir haben was gegen den Rassismus getan. Schämt euch!

  • Am 15. Juli 2020 um 11:28 von Andreas

    Auf diese Art und Weise bewegen wir uns in die gleiche Richtung wie mit den Arbeitszeugnissen. So werden „einfach“ nur neue Begriffe gefunden/erfunden, die dann die rassistische Äußerungen verklausulieren und damit nur schwerer zu endecken und zu verfolgen sind. Sowas nennt man: den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.

  • Am 10. März 2021 um 16:47 von Master Black

    Jetzt ist der Wahnsinn bei Adobe angekommen:
    https://helpx.adobe.com/premiere-pro/user-guide.html/x-productkb/multi/terminology-changes-video-products.ug.html

    Blocklist statt Blacklist und bei Audition gibt es keine männlichen und weiblichen Stimmen mehr, nur tiefe und hohe…und bedient damit wieder Stereotype.

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