Ungeschützte Datenbank enthält Informationen über 80 Millionen US-Haushalte

Sie liegt auf einem von Microsoft bereitgestellten Server. Forscher haben Zugriff auf Daten wie Namen, Anschriften, Alter, Geschlecht und Familienstand. Microsoft veranlasst die Entfernung der Daten und die Absicherung des Servers. Der Eigentümer der Daten ist indes nicht bekannt.

Ein Forscherteam unter der Leitung von Noam Rotem und Ran Locar hat einen ungeschützten Cloudspeicher entdeckt, der eine Datenbank mit Adressen und demografischen Details von mehr als 80 Millionen US-Haushalten enthielt. Den Inhaber der Datenbank konnten die Forscher nicht direkt ermitteln – die Daten lagen aber auf Servern, die Microsoft gehören.

Datenschutz in der Cloud (Bild: Shutterstock)Für die Forscher waren ohne Eingabe eines Passworts Informationen wie Namen, Alter, Geschlecht, Einkommensstufe und Familienstatus einsehbar. Allerdings waren einige Daten wie Geschlecht und Familienstatus kodiert. Namen, Anschriften und Altersangaben lagen indes im Klartext vor.

Die Forscher betonten, dass die Datenbank weder Finanzdaten noch Sozialversicherungsnummern enthielt. Sie wiesen auch darauf hin, dass laut Statista 80 Millionen Haushalte mehr als der Hälfte der US-Bevölkerung entsprechen.

Bei ihrer Analyse wurden Rotem und Locar vom israelischen Unternehmen VPNMentor unterstützt, das VPN-Dienste testet und gegen Gebühr empfiehlt. Unter anderem prüften sie die Echtheit der Daten. Sie betonten, dass nur wenige Daten für diesen Zweck ausgelesen wurden – zum Schutz der Privatsphäre der Betroffenen habe man auf den Download der gesamten Datenbank verzichtet.

Den Eigentümer der Daten konnten die Forscher nicht ermitteln, jedoch den Anbieter des Cloud-Speichers. Ein Microsoft-Sprecher bestätigte gegenüber CNET.com, dass der Inhaber der Datenbank informiert wurde. Es seien zudem Schritte eingeleitet, um die Daten zu entfernen, bis der Speicher ausreichend gesichert sei.

Unklar ist, ob weitere Personen Zugang zu den Daten hatten. Die Forscher fanden lediglich heraus, dass der fragliche Server seit Februar online war. Die Betroffenen seien nun mögliche Opfer von Online-Betrug, unter anderem, weil die Datenbank nur Informationen über Personen enthielt, die 40 Jahre oder älter sind und ältere Menschen anfälliger für solche Betrugsversuche seien.

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