AMDs Ryzen 2: mehr Performance, geringere Leistungsaufnahme

Die zweite Ryzen-Generation basiert auf der Zen+-Architektur. Die Strukturbreiten sinken von 14 auf 12 Nanometer. Dadurch soll der Energieverbrauch um 11 Prozent fallen. In Benchmarks sieht AMD seine Chips auf Augenhöhe oder sogar vor vergleichbaren Produkten von Intel.

AMD hat die sofortige Verfügbarkeit der zweiten Generation seiner Desktop-Prozessoren Ryzen bekanntgegeben. Sie basiert auf der Zen+-Architektur und wird erstmals in einem 12 Nanometer-Verfahren gefertigt. Die geringeren Strukturbreiten sollen höhere Geschwindigkeiten ermöglichen, den Energieverbrauch um bis zu 11 Prozent senken und bei gleicher Leistungsaufnahme im Vergleich zu den 14-Nanometer-Chips der ersten Generation 16 Prozent mehr Leistung bieten.

Ryzen 2: Benchmarks, April 2018 (Bild: AMD)

Darüber hinaus haben die Entwickler zwei Funktionen von AMDs Technik SenseMI verbessert. Dank eines neuen Algorithmus kann Precision Boost 2 die Taktfrequenz der CPU nun häufiger anheben. Außerdem funktioniert Extended Frequency Range 2 (XFR2) nun mit allen CPU-Kernen, um noch höhere Taktraten zu erreichen als Precision Boost. Voraussetzung ist allerdings eine ausreichende Kühlung des Prozessors.

Ab Werk bündelt AMD zumindest die jetzt vorgestellten vier Modelle mit einem AMD-CPU-Kühler. Sie sollen zusammen mit XFR2 zumindest in Benchmarks ein weiteres Leistungsplus von 4 Prozent ermöglichen. Mit einem Kühler eines Drittanbieters, der offenbar eine höhere Kühlleistung hat, soll XFR2 die Performance sogar um 7 Prozent steigern.

Spezifikationen Ryzen 2 (Tabelle: AMD)

Preise und technische Daten des Ryzen 7 2700X, des Ryzen 7 2700, des Ryzen 5 2600X und Ryzen 5 2600 waren schon in der vergangenen Woche veröffentlicht worden. Die günstigeren Ryzen-5-Modelle stellen jeweils 6 Cores und 12 Threads bereit und erreichen Taktraten von bis zu 3,9 beziehungsweise 4,2 GHz. Die beiden Spitzenmodelle Ryzen 7 mit jeweils 8 Kernen und 16 Threads erreichen 4,1 respektive 4,3 GHz. Sie sind wie ihre Vorgänger für den Sockel AM4 gedacht und sind kompatibel zum neuen Chipsatz X470 sowie nach einem BIOS-Update mit den alten Chipsätzen der 300er-Serie.

Ryzen 2: Benchmarks, April 2018 (Bild: AMD)

AMD nennt darüber hinaus nun konkrete Leistungsdaten und zieht Vergleiche zur Konkurrenz Intel. So soll der Ryzen 7 2700X in diversen Gaming-Benchmarks die nahezu gleichen oder bessere Ergebnisse erzielen als Intels Core i7-8700K. Während letzterer rund 340 Euro kostet, schlägt der AMD-Chip mit rund 320 Euro zu Buche.

Geht es um die Erstellung von Inhalten, wie das Codieren von Videos oder das Verschlüsseln von Dateien, sieht AMD seine Chips klar im Vorteil. Hier sollen die Benchmarks wie Blender, Handbrake und TrueCrypt Vorteile von durchschnittlich 21 Prozent bieten. Auch beim Ryzen 5 2600X, den AMD mit Intels Core i5-8600K vergleicht, soll das eigene Produkt besser abschneiden und im Schnitt 20 Prozent mehr Leistung bieten.

Ryzen 2: Benchmarks, April 2018 (Bild: AMD)

Ein Vorteil der zweiten Ryzen-Generation lässt sich allerdings nur mit einem neuen Mainboard mit dem Chipsatz X470 nutzen: die Speichertechnologie StoreMI. Sie verknüpft 2 GByte RAM, eine SSD und eine herkömmliche Festplatte zu einem Verbund, der im Betriebssystem als ein logisches Laufwerk angezeigt wird. Ein selbstlernender Algorithmus sorgt dabei für eine optimierte Speicherung der Daten auf den drei verfügbaren physischen Medien RAM, SSD und HDD. Häufig genutzte Dateien werden dabei im schnellsten Speicher abgelegt. In der Praxis soll so beispielsweise der Browser Chrome 9,8-mal schneller starten und die Bildverarbeitung GIMP soll 2,4-mal schneller starten. Allerdings zieht AMD den Vergleich zu einer klassischen HDD – welche Vorteile die Technik für Nutzer von SSDs haben, lässt das Unternehmen offen. Wer seine flashbasierten Speicher als Striping-RAID konfiguriert und möglicherweise sogar über eine schnelle PCIe-Schnittstelle einbindet, wird wahrscheinlich nun geringe Unterschiede feststellen.

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Themenseiten: AMD, Desktop, Prozessoren

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