Microsoft und AMD veröffentlichen Spectre-Patch

Die Microcode-Updates von AMD schützen auch ältere Prozessoren. Mainboard- und PC-Hersteller sollen sie mit aktualisierten BIOS-Versionen verteilen. Betroffene Anwender müssen außerdem das ergänzende Update ihres Betriebssystems einspielen.

AMD hat Microcode-Updates veröffentlicht, die vor der Spectre-Variante 2 schützen sollen. Schutz verspricht der Hersteller damit für seine aktuellen Ryzen-Produkte ebenso wie für ältere Prozessoren bis zurück zu Chips der 2011 eingeführten Bulldozer-Architektur.

AMD (Bild: AMD)

Der Chiphersteller liefert den Patch an Mainboard- und PC-Hersteller, damit diese ihn in BIOS-Updates aufnehmen. Anwender müssen daher Ausschau halten, ob und wann diese Hersteller den Ball auffangen und eine aktualisierte BIOS-Version anbieten. Um sich tatsächlich zu schützen, müssen sie darüber hinaus das ergänzende Update ihres Betriebssystems einspielen.

AMD macht klar, dass ein von Microsoft ausgelieferter Patch für Windows-Nutzer unverzichtbar ist. „Diese Schutzvorkehrungen erfordern eine Kombination von Prozessor-Microcode-Updates von unseren OEM- und Mainboard-Partnern und dem Einsatz der derzeitigen und vollständig aktualisierten Version von Windows“, merkt AMD-CTO Mark Papermaster dazu an.

Von AMD angeratene Schutzmaßnahmen für Linux-Nutzer wurden bereits früher in diesem Jahr in Linux-Distributionen umgesetzt. Microsoft machte jetzt das Update KB4093112 für Windows 10 Version 1709 verfügbar, das unter anderem der Spectre-2-Schwachstelle (CVE-2017-5715) in AMD-Prozessoren gilt. Ein entsprechender Patch für Windows Server 2016 soll nach abschließenden Tests folgen.

Nähere Einzelheiten führt ein Whitepaper von AMD aus. Die Microcode-Updates führen insbesondere den Befehl Indirect Branch Prediction Barrier (IBPB) ein, der dann von Microsofts Patch unterstützt wird. Darüber hinaus baut AMD als weitere Befehle Indirect Branch Restricted Speculation (IBRS) sowie Single Thread Indirect Branch Predictor (STIBP) ein. Es rät jedoch derzeit von deren Nutzung zur „performanten Spectre-2-Abwehr“ ab, da offenbar mit zu großen Leistungseinbußen verbunden.

Themenseiten: AMD, Microsoft, Prozessoren, Security, Sicherheit, Window 10

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

5 Kommentare zu Microsoft und AMD veröffentlichen Spectre-Patch

Kommentar hinzufügen
  • Am 11. April 2018 um 19:14 von richard

    Danke für den informativen Artikel. Wäre interessant zu erfahren ob ein solcher Microsoft Patch auch bald für Windows 7 erhältlich sein wird.

  • Am 14. April 2018 um 15:27 von C

    Mir fehlen immer noch die Patche für CPUs die VOR 2011 gebaut & geliefert wurden.

    Schade, wenn AMD sich dem schlechten Intel Vorbild anschließen würde – und hier keine Patche liefert. Dazu zählen: Athlon, Athlon X2, Phenom II X4 und X6.

    Kommen die nicht, werden in Zukunft auch keine AMD CPUs mehr gekauft. Wie bei Intel.

    • Am 15. April 2018 um 10:41 von Lustig

      Gute Idee! Dann werden wieder für die Nachrichtenübermittlung die Trommeln Geschlagen, und für die komplizierten Rechnungen hat man Abacus und Rechenschieber.

      Klasse!

      • Am 16. April 2018 um 8:57 von C

        Nein, es kommen dann andere CPU Hersteller in Frage.
        Schon mal darüber nachgedacht?

      • Am 16. April 2018 um 12:13 von C

        NACHTRAG:

        x86/x64 Instruction Set:
        VIA (und damit auch einige Chinesische Hersteller von x86/x64 CPUs)

        ARM:
        Diverse ARM Lizenz-Nehmer, u. a. Apple, Samsung, Qualcomm, NVidia, etc.

        IBM:
        Power-CPU (PowerPC)

        MPP-CPUs:
        Parallela / Adapteva Epiphany V, 1024 Core 64 Bit RISC CPU

        Es wurde ja bereits gemeldet, dass der Apfel ab 2020 auf eigene CPU Designs (ARM SoCs) setzen soll.
        Linus Thorvalds hat Intel deutlich genug im Rahmen Meltdown & Spectre kritisiert.

        Fujitsu hält noch die SPARC Fahne hoch – und die in China entwickelten CPUs (auf dem MIPS Gedankengut basierend) die aktuell die schnellsten, offiziellen Super-Computer antreiben würde Ich in der Gesamt-Schau auch nicht außer Acht lassen.

        Es gibt CPU-Alternativen – und mit etwas Migrations-Aufwand entkommt man der Intel-Preis-Falle. AMD sollte seine loyalen Käufer wie mich daher nicht verprellen. Ich kann auch wo anders einkaufen…

        Du kannst aber auch Deine „Busch-Trommel“ einsetzen – wenn Dein Gesprächs-Partner das versteht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *