Intel patentiert Chip für Bitcoin-Mining

Der Patentantrag sieht ein System-on-a-Chip mit Prozessorkern und Hardwarebeschleuniger vor. Das für Kryptomining optimierte SoC soll 15 Prozent weniger Fläche und 35 Prozent weniger Energie als bisherige Lösungen benötigen.

Intel hat einen Patentantrag für einen Hardwarebeschleuniger eingereicht, der ein energieeffizienteres Mining der Kryptowährung Bitcoin erlauben soll. Das beantragte Schutzrecht wurde am 29. März 2018 vom US-Patentamt veröffentlicht, aber bereits am 23. September 2016 eingereicht.

bitcoin (Bild: Bitcoin Foundation)

Das US-Patent 20180089642 gilt einem „Bitcoin Mining Hardware Accelerator with Optimized Message Digest and Message Scheduler Datapath“ und schlägt einen Prozessorkern mit verbundenem Hardwarebechleuniger vor, der über zwei Rechenwerke verfügt. Mit einem für die Aufgaben optimiertem System-on-a-Chip (SoC) soll diese Lösung sowohl platz- als auch stromsparend sein.

„Da die für Bitcoin-Mining genutzte Software und Hardware auf Brute Force für wiederholte und endlose SHA-256-Aufgaben setzt, kann das Mining-Verfahren sehr energieintensiv sein und Hardware in erheblichem Umfang erfordern“, heißt es im Text zur Problemstellung. Intel stellt für sein Mining-SoC einen um 15 Prozent reduzierten Flächenbedarf sowie eine um mehr als 35 Prozent höhere Effizienz als vorhandene Chips zum Schürfen von Kryptowährungen in Aussicht.

Blöcke mit neuen Bitcoins zu erzeugen, ist extrem rechenintensiv und erfolgt durch die Lösung kryptografischer Aufgaben mit einem zunehmend steigenden Schwierigkeitsgrad. Das machte das Mining auf einem gebräuchlichen PC schnell unwirtschaftlich, was zur Nutzung von GPUs und dem Einsatz von dedizierter Hardware wie FPGAs und ASICs für kommerzielles Mining führte. Die gestiegenen Preise von GPUs wurden vielfach darauf zurückgeführt, dass Miner Serverfarmen mit Grafikkarten einrichten. Neben den hohen Kursschwankungen führte der exponentiell steigende Energiebedarf für das Kryptomining außerdem zu scharfer Kritik. So bezeichnete BIZ-Chef Augustin Carstens Bitcoin als „Kombination einer Blase, eines Schneeballsystems und einer Umweltkatastrophe“.

Über konkrete Produktionspläne Intels für ein Bitcoin-Mining-SoC ist bislang nichts bekannt. Schon 2015 aber, also schon vor Einreichung des jetzt veröffentlichten Patentantrags, hatte der Chiphersteller maßgeschneiderte Mining-Chips für das Bitcoin-Start-up 21 Inc entwickelt. Aus dieser Auftragsfertigung könnte sich ein weitergehendes Interesse Intels ergeben haben.

Themenseiten: Bitcoin, E-Commerce, Intel, Patente, Prozessoren

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