Kim Dotcom wirft Twitter, Google und Facebook Patentverletzung vor

Der Megaupload-Gründer ließ 1998 ein Schutzrecht für eine Autorisierungsmethode eintragen, bei der TAN oder Passwort an ein Gerät gesandt werden. Von einer Klage will er absehen, wenn die Unternehmen helfen, seine kostspielige Verteidigung im laufenden Verfahren zu finanzieren.

Der Megaupload-Gründer Kim Dotcom wirft führenden US-Firmen massive Patentverletzungen vor, indem sie Zwei-Faktor-Authentifizierung verwenden. „Google, Facebook, Twitter, Citibank und andere nutzen zweistufige Authentifizierung“, meldete er sich bei Twitter zu Wort. „Massive Verletzung geistigen Eigentums durch US-Unternehmen. Meine Innovation. Mein Patent.“ Kurz zuvor hatte Twitter eine Zwei-Faktor-Authentifizierung eingeführt und damit unter anderem auf Hackerangriffe reagiert.

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Das von Dotcom unter seinem früheren Namen Kim Schmitz beantragte US-Patent 6078908 wurde 1998 eingetragen und am 20. Juni 2000 veröffentlicht. Es bezieht sich „auf eine Methode und auf ein Gerät, um die Autorisierung in Datenübertragungssystemen mit einer Transaktionsnummer (TAN) oder einem vergleichbaren Passwort durchzuführen.“

„Ich habe sie nie verklagt“, setzte Dotcom mit einem weiteren Tweet nach und drohte zugleich: „Ich glaube daran, Wissen und Ideen zum Nutzen der Gesellschaft zu teilen. Aber ich könnte sie jetzt verklagen aufgrund dessen, was mir die USA angetan haben.“

Im Januar 2012 hatte das FBI den Filehoster Megaupload vom Netz nehmen und Kim Dotcom sowie vier weitere Männer in Neuseeland verhaften lassen. Das US-Justizministerium warf ihnen organisierte Verschwörung zum Begehen von Urheberrechtsverletzungen, Geldwäsche und Piraterie vor. Dotcom und seinen Mitstreitern drohen bis zu 20 Jahre Haft. Sie sollen insgesamt über 175 Millionen Dollar eingenommen haben. Dotcom kam später auf Kaution frei, muss jedoch in Neuseeland gegen seine von den USA beauftragte Auslieferung kämpfen. Seit diesem Jahr betreibt er außerdem den Megaupload-Nachfolger Mega.

In weiteren Tweets bat Dotcom jetzt um Unterstützung für seine Verteidigung gegen die US-Anklage: „Google, Facebook, Twitter, ich bitte euch um Hilfe. Wir sitzen alle im gleichen DMCA-Boot. Benutzt mein Patent kostenlos. Aber bitte helft, meine Verteidigung zu finanzieren.“ Seine Vermögenswerte seien noch immer gesperrt, und er müsse mit Verfahrenskosten von über 50 Millionen Dollar rechnen. „Ich will den Kampf bis zum Ende führen, weil wir unschuldig sind.“

Er beteuerte, ein Innovator und kein Verbrecher zu sein. Nebenbei nahm er für sich in Anspruch, außer der Zwei-Faktor-Authentifizierung auch das verbundene Fahrzeug (MegaCar), den automatisierten Aktienhandel (Trendax) sowie Cloudspeicherung (Megaupload) erfunden zu haben. Schließlich bot er, zweifellos als weitere Drohung zu verstehen, sein Schutzrecht zum Kauf an, das für 13 Länder einschließlich USA und China gelte: „Am Kauf der weltweiten Lizenz für meine Zwei-Faktor-Authentifizierung interessiert?“

[mit Material von Shara Tibken, News.com]

Themenseiten: Cloud-Computing, Gerichtsurteil, Mega, Patente, Storage

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