Google droht weitere Wettbewerbsklage in Europa

Ein von Microsoft beeinflusster Lobby-Verband reicht eine formelle Beschwerde bei der EU-Kommission ein. Die ICOMP wirft Google vor, seine Marktdominanz durch "gesetzwidrige Methoden" erreicht zu haben. Erst Ende Januar legte Google Vorschläge vor, um den aktuellen Kartellstreit mit der EU zu beenden.

Die Initiative for a Competitive Online Marketplace (ICOMP) hat bei der Europäischen Union eine formelle Beschwerde gegen Google eingereicht. Der von Microsoft gegründete und finanzierte Lobby-Verband wirft dem Suchkonzern in der neuen Beschwerde vor, seine Marktdominanz durch „gesetzwidrige Methoden“ erlangt zu haben.

Google-Suche

„Die ICOMP-Beschwerde verweist auf Googles breit angelegtes und illegales Netzwerk von Partnerabkommen quer durch den IT-Sektor“, heißt es dazu in einer Erklärung des Verbands. „Sie führt aus, wie Google seine gegenwärtige Größe durch wettbewerbsfeindliche Praktiken erreicht hat und nicht durch echte technologische Überlegenheit gegenüber dem Mitbewerb.“

Die Beschwerde stellt Googles Verhalten in der Suche gegenüber Werbetreibenden und Inhalte-Anbietern heraus. Die Vorwürfe laufen daraus hinaus, dass es seinen 90-prozentigen Marktanteil in der EU erreicht habe, indem es „gesetzwidrig den Zugang konkurrierender Suchmaschinen zu Kunden und Verbrauchern blockierte“. Als Ergebnis hätten Mitglieder von ICOMP erhebliche Einbußen erlitten und einige von ihnen sogar aus dem Markt ausscheiden müssen.

Zu den Mitgliedern der in London ansässigen ICOMP gehören mehrere Kartendienste und Suchdienstanbieter wie die vertikale Suchmaschine Foundem, die Google schon länger vorwerfen, seine eigenen Services in den unbezahlten Suchergebnissen zu bevorzugen. Die Verwaltung des Lobby-Verbandes liegt in den Händen der PR-Firma Burson-Marsteller, zu deren größten Kunden auch Microsoft zählt.

Die EU-Kommission hat den Eingang der Beschwerde laut Bloomberg inzwischen bestätigt. Bevor es zu einer eventuellen Wettbewerbsklage gegen Google kommt, wird sie üblicherweise Stellungnahmen konkurrierender Unternehmen und betroffener Verbraucher einholen. „Wir werden auch weiter kooperativ mit der Kommission zusammenarbeiten“, erklärte ein Google-Sprecher in Brüssel.

Im aktuellen Kartellstreit hat Google Ende Januar die von der EU-Kommission geforderten Vorschläge zur Anpassung seines Suchgeschäfts vorgelegt. Der Vergleich soll die laufenden Ermittlungen gegen den Suchkonzern wegen wettbewerbsfeindlichen Verhaltens beenden.

[mit Material von Zack Whittaker, ZDNet.com]

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Themenseiten: European Commission, Google, Politik, Suchmaschine

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3 Kommentare zu Google droht weitere Wettbewerbsklage in Europa

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  • Am 7. Februar 2013 um 11:04 von cipri

    Das ist ja toll. In meiner eigenen Firma darf ich meine eigene Produkte nicht bevorzugen. Google bevorzugt in der suche die kostenlosen kartendienste die sie selbst anbieten. Aber kann es nicht sein, dass der Benutzer genau das sucht und braucht? Oder ist jemandem bekannt, dass die benutzer kostenpflichtige kartendienste haben wollen, wenn die von google von sehr guter qualität sind und dazu auch noch umsonst.
    Ja, wir sind dumm, und wollen konstenpflichtige und minderwertige produkte. Leute, diese Zeiten sind vorbei, also man die Kunden abgezockt hat. Wir nähern uns immer mehr der open-source era, wo man kein geld für software bezahlt, oder nur selben in speziellen aufgabenbereiche.

  • Am 7. Februar 2013 um 9:15 von Mathias

    Die Vorwürfe klingen aus dem Mund von Microsoft irgendwie komisch. Man denke an die MS-Machenschaften bei der Bindung des Internet Explorers an das Betriebssystem Windows. Und jetzt beschwerd sich Microsoft über Google? Ist doch lächerlich!

  • Am 7. Februar 2013 um 8:30 von Michael

    „Der von Microsoft gegründete und finanzierte Lobby-Verband“

    Damit ist alles geschrieben.

    Was ist mit dem breit angelegten Netzwerk an Lobbyfirmen und Strohfirmen von Microsoft welche die ISO Abstimmung über das Office Format kompromitiert haben?

    Was ist mit den Absprachen der Händler keine Geräte ohne Windows oder gar anderer Software aufzunehmen?

    Was ist mit den regelmäßigen Schulungen bei denen Mitarbeitern beigebracht wird Lügen über Konkurrenzprodukte zu verbreiten?

    Was ist mit dem breit angelegten Bonusprogramm für Händler die Kunden gegen ihren Willen Windows Phones aufschwatzen sollen?

    Die Liste der Verfehlung kann noch weitergeführt werden…

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