LaCie hat sich mit externen Speicherlösungen bereits einen Namen gemacht und ergänzt nun sein Portfolio mit der Ethernet Disk um eine Reihe für den NAS-Einsatz (Network Attached Storage). Die für den Headless-Betrieb in einem Rack konzipierte Ethernet Disk kann gegebenenfalls auch als PC eingesetzt werden. Sie zielt damit speziell auf kleine Workgroups ab, so unterstützt der Datei- und Druckserver zwischen 10 und 25 Benutzer. Die Ethernet Disk ist in verschiedenen Kapazitäten erhältlich, von 80 GByte (530 Euro, hier getestet) bis hin zu 500 GByte (1500 Euro). Was NAS-Systeme betrifft, ist die Ethernet Disk-Reihe relativ günstig zu haben und bietet somit ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis.

Der erste Eindruck ist entscheidend: Als PC-Kit glänzt die Ethernet Disk mit ihrer gelochten Aluminium-Frontplatte und den blauen LEDs an der Frontseite des Rack-tauglichen Gehäuses. Abgesehen von den Leuchtanzeigen ziert lediglich ein Netzschalter die Vorderseite des Geräts. Die Ethernet Disk-Reihe umfasst vier Modelle, die alle auf der gleichen Hardware aufbauen: ein 733-MHz-Pentium III-Prozessor mit 128 MByte RAM sowie ein paralleler Port für einen Netzwerkdrucker, ein VGA-Port, zwei PS/2- und zwei USB 1.1-Ports. Das Beste ist jedoch der Firewire 400-Port, mit dem sich das System um zusätzlichen externen Speicher oder auch eine Band-Backup-Einheit erweitern lässt. Außerdem ist ein zusätzlicher PCI-Steckplatz für eine optionale Gigabit Ethernet-Karte vorhanden.

Im Gehäuse ist nur eine IDE-Festplatte untergebracht, und es kann kein weiterer interner Speicher hinzugefügt werden. RAID ist ebenfalls nicht als Option verfügbar. LaCie sieht hierfür zwar eine Verkettung von mehreren Ethernet Disks vor, doch müsste dies über den Firewire-Port statt über die langsamen USB-Ports geschehen – warum LaCie keine USB 2.0-Unterstützung integriert hat, bleibt ein Rätsel.

Unter Umgehung des gebräuchlicheren NAS-OS Linux verwendet der Ethernet Disk-Server als eines der ersten Systeme dieser Art Windows XP Embedded. Ein eingebettetes Betriebssystem ist in seine einzelnen Bestandteile zerlegt, so dass die Entwickler sich die jeweils benötigten spezifischen Elemente herauspicken können. Die Grundlage des Ganzen ist aber dennoch Windows XP, weshalb die mit Maus, Tastatur und VGA-Ports ausgestattete Ethernet Disk auch einfach als zusätzlicher Desktop-PC eingesetzt werden kann. So ist ihre Abdeckung durchaus in der Lage, das Gewicht eines großen Monitors zu tragen. Ein Aspekt bleibt bei der Nutzung von Windows XP Embedded allerdings fraglich: die Sicherheit. Schließlich hat sich Windows XP als eines der fehleranfälligsten Betriebssysteme erwiesen, die Microsoft je auf den Markt brachte. Aber immerhin stehen auf der Website von LaCie alle entsprechenden Updates bereit, wie beispielsweise der 6 MByte große Patch zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels, der sich rasch und ohne Probleme aufspielen ließ.

Für die Lokalisierung des Servers ist ein einfaches Tool integriert. Ansonsten erfolgt die Server-Verwaltung über ein elegantes Web-basiertes Frontend, wobei man die Anwendung auch über Windows Remote Desktop bedienen kann. Die Einrichtung dauert nur wenige Minuten und auch das Hinzufügen von Benutzern und das Erstellen von Freigaben geht recht schnell. Es gibt sogar einen Assistenten, der diese Aufgabe vereinfacht, weshalb sich dieses Gerät bestens für technisch weniger versierte Benutzer eignet. Die Ethernet Disk unterstützt Linux und Mac sowie Windows-Workgroups mit bis zu 25 Benutzern (obwohl 10 hier eher realistisch wären). Für Linux erfolgt die Unterstützung nicht über NFS, wie man vielleicht erwarten würde, sondern durch SMB/Samba, so dass hier gewisse Vorbehalte bestehen. Auch ein FTP-Zugang wird unterstützt.

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