Hacker nutzen Zero-Day-Lücke in Sophos-Firewall aus

Unbekannte stehlen Dateien mit Anmeldedaten von Firewall-Administratoren und lokalen Nutzern. Sophos findet keinen Hinweis auf einen Missbrauch dieser Daten. Inzwischen steht ein Notfall-Update für die Schwachstelle zur Verfügung.

Sophos hat am Samstag ein außerplanmäßiges Sicherheitsupdate veröffentlicht. Es soll eine Zero-Day-Lücke in der Sophos XG Enterprise Firewall schließen, die aktiv von Hackern ausgenutzt wird. Aufmerksam wurde das Unternehmen auf die Schwachstelle durch den Fehlerbericht eines Kunden.

Sophos (Bild: Sophos)Der Kunde meldete demnach „einen verdächtigen Wert in einem Feld des Management-Interface“. Eine Untersuchung ergab, dass es sich dabei nicht um einen Fehler in der Firewall, sondern um einen aktiven Angriff handelt.

Die unbekannten Angreifer nutzten einen zuvor unbekannte SQL-Injection-Lücke, um auf XG-Firewall-Geräte zuzugreifen. Einer Sicherheitsmeldung von Sophos zufolge richteten sich die Attacken gegen Firewall-Geräte, bei denen das Administrations-Panel oder das User Portal über das Internet erreichbar waren.

Die SQL-Injection-Lücke wiederum nutzten die Hacker, um Schadsoftware einzuschleusen. Die Malware sollte Dateien von der XG Firewall stehlen. Sie enthielten möglicherweise Daten wie Nutzernamen und gehashte Passwörter von Administratoren sowie Anmeldedaten für einen Fernzugriff auf die Firewall.

Sophos zufolge fanden sich keine Hinweise darauf, dass die gestohlenen Daten tatsächlich benutzt wurden, um auf XG-Firewall-Geräte oder irgendetwas jenseits der Firewall zuzugreifen. Auch seien keine Anmeldedaten für Kundensysteme wie Active Directory oder LDAP betroffen.

Der Patch wird Sophos zufolge nun an Geräte verteilt, bei denen die automatische Updatefunktion aktiviert ist. „Dieser Hotfix eliminiert die SQL-Injection-Schwachstelle, was eine weitere Ausnutzung verhindert“, teilte das britische Unternehmen mit. Zudem würden mögliche Folgen eines Angriffs beseitigt. Darüber hinaus fügt das Update ein Feld zum Control Panel hinzu, das über eine mögliche Kompromittierung informiert.

Kunden, deren Geräte gehackt wurden, sollten des Weiteren die Passwörter für Portal- und Geräte-Administratoren sowie alle lokalen Nutzerkonten zurücksetzen und die Geräte neu starten. Zudem sollten die Ports für die Administrator-Zugänge deaktiviert werden, falls sie nicht benötigt werden.

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