Smartwatches: Snapdragon Wear 3100 soll Laufzeit verlängern

Die hierarchische Architektur kombiniert Quadcore-Prozessor, DSP und energiesparenden Koprozessor für eine bis zu zwölf Stunden längere Akkulaufzeit. Im vierten Quartal sind die ersten Smartwatches mit dem neuen Qualcomm-SoC zu erwarten.

Qualcomm hat mit Snapdragon Wear 3100 ein neues System-on-a-Chip vorgestellt, dessen hierarchische Architektur für deutlich längere Akkulaufzeiten von Smartwatches sorgen soll. Als Grundlage für eine neue Smartwatch-Plattform kombiniert der Chiphersteller einen Anwendungsprozessor mit vier A7-Kernen, einen für geringen Strombedarf optimierten Koprozessor sowie einen DSP. Der Koprozessor integriert außerdem eine Deep-Learning-Engine, die für spezielle Aufgaben wie die Erkennung von Schlüsselwörtern gedacht ist.

Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass eine Smartwatch grundlegend anders genutzt wird als ein Smartphone. Von seinen Kunden will Qualcomm erfahren haben, dass sie eine Smartwatch lediglich zu 5 bis 10 Prozent ihrer Zeit nutzen, während sie in der übrigen Zeit nur erwarten, dass die Uhr immer eingeschaltet ist und ihre Sensoren reagieren.

(Bild: Qualcomm)

Entsprechend diesem Verhaltensmuster soll der performante Anwendungsprozessor künftig für eine flüssige Erfahrung bei aktiver Nutzung sorgen, während der von Grund auf neu entwickelte Koprozessor QCC1110 in der übrigen Zeit weniger fordernde Aufgaben bewältigt. Diese Arbeitsteilung und der minimale Energiebedarf des Koprozessors sorgen laut Hersteller für eine um vier bis zwölf Stunden längere Laufzeit im Vergleich zu seiner Vorgänger-Plattform Wear 2100.

Die neue Plattform unterstützt die nächste Generation von Googles Wear OS und sieht drei verschiedene personalisierte Erfahrungen vor. Der „Enhanced Ambient Mode“ ist für eine Kategorie modischer und luxuriöser Smartwatches mit mehr Helligkeit und Farben gedacht. Mit dem Sportmodus hingegen soll eine Smartwatch aktiven Nutzern erlauben, etwa einen Ultramarathon oder eine längere Schwimmstrecke hinter sich zu bringen, während GPS und Herzfrequenzmessung bis zu 15 Stunden eingeschaltet bleiben. Mit dem besonders für Reisen geeigneten Modus einer herkömmlichen Uhr schließlich stellt Qualcomm eine Laufzeit von bis zu einer Woche in Aussicht, während dank des Koprozessors die grundlegenden Uhr-Funktionen verfügbar bleiben.

Diese Laufzeit bietet schon jetzt die von ZDNet.de getestete Amazfit Stratos von Xiaomi-Zulieferer Huami. Die Batterielaufzeit gibt Huami mit fünf Tagen an. Bei kontinuierlicher Herzfrequenzmessung und täglich circa 60 Minuten Aktivitätsaufzeichnung stimmen diese Angaben mit der Praxis überein. Wer die Amazfit Stratos nur als Uhr verwendet, kommt sogar auf eine Laufzeit von bis zu 11 Tagen.

Huami Amazfit Stratos: Batterielaufzeit ist hervorragend (Bild: ZDNet.de)Im Vergleich zu anderen Smartwatches bietet die Amazfit Stratos eine hervorragende Batterielaufzeit. Nach einem siebenstündigen Aktivitätstracking zeigt der Akku noch über 80 Prozent Kapazität an. Im Alltag hält er bei einer täglichen Aktivitätsaufzeichnung von 60 Minuten länger als fünf Tage (Bild: ZDNet.de).

Snapdragon Wear 3100 ist bereits in der Serienproduktion und wird in Varianten ausgeliefert, die in unterschiedlichen Kombinationen mit Bluetooth, WLAN, GPS und LTE ausgestattet sind. Bei der Vorstellung der neuen Plattform in San Francisco war auch von einer „Konvergenz von Mode und Technologie“ die Rede. Dazu passt die Ankündigung neuer Smartwatches von Fossil Group, Louis Vuitton und Montblanc, die auf Snapdragon Wear 3100 basieren und im vierten Quartal 2018 zu erwarten sind.

Themenseiten: Google, Prozessoren, Qualcomm, Smartwatch, Wearable

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