Samsungs könnte faltbares Smartphone im November vorstellen

Der Chef der Mobilsparte deutet eine Präsentation auf der Samsung Developers Conference an. Die Entwicklung ist laut DJ Koh fast abgeschlossen. Analysten rechnen mit einem 7,3-Zoll-OLED-Display im aufgefalteten Zustand.

Nachdem Samsung seit Jahren auf ein faltbares Smartphone neugierig macht, könnte die offizielle Enthüllung bald erfolgen. DJ Koh, CEO von Samsungs Mobilsparte, deutete gegenüber CNBC eine Vorstellung auf der diesjährigen Samsung Developers Conference im November an.

„Es ist Zeit, zu liefern“, sagte der Samsung-Manager. Er sprach von einem „komplizierten“ Entwicklungsprozess, den das Unternehmen „fast abgeschlossen“ hätte. Eine klare Aussage zum Marktstart blieb er aber weiterhin schuldig, auch hielt er sich mit der Preisgabe von Details zurück.

Samsung hält zahlreiche Patente rund um faltbare Displays (Bild: Samsung / USPTO).Samsung hält zahlreiche Patente rund um faltbare Displays (Bild: Samsung / USPTO).

Laut Koh konzentriert sich das Unternehmen darauf, wie das aufgefaltete Mobiltelefon sinnvoll zu nutzen ist. „Die meisten Nutzungen sind in gefalteter Form möglich“, sagte er. „Aber wenn Sie surfen oder sich etwas ansehen wollen, dafür müssen Sie es vielleicht auffalten.“ Die Frage stelle sich jedoch, welche Vorteile das im Vergleich zu einem Tablet bringt. Wichtig bei jedem Gerät, jedem Feature und jeder Innovation sei eine überzeugende Botschaft für die Kunden – damit sie sie bei der Nutzung denken: „Wow, deshalb hat Samsung das gemacht.“

Eine klare Ansage zum Design des faltbaren Smartphones gibt es noch nicht. Nicht zuletzt eine Reihe von Patentanmeldungen Samsungs deuten aber darauf hin, dass es sich nicht um zwei durch Scharnier verbundene Panels, sondern um ein großes biegsames Display handelt. Unklar ist auch, inwieweit sich der Preis als Hindernis für eine schnelle und breite Markteinführung erweisen könnte. Analyst Kim Jang-yeol von Golden Bridge Investment schätzt einen Ladenpreis von 1850 Dollar. Er geht dabei von einem OLED-Display mit einer Diagonale von 7,3 Zoll beim geöffneten Smartphone aus – und einer 4,5-Zoll-Diagonale im gefalteten Zustand.

Samsung: flexibles OLED-Display (Bild: Samsung)Bisher hat Samsung in seinen Smartphones nur biegsame OLED-Displays verbaut. Bald sollen sich die Bildschirme auch falten lassen (Bild: Samsung).

Rückläufige Verkäufe und fallende Marktanteile bringen Samsung unter Druck, mit einer wirklich beeindruckenden Innovation aufzuwarten. Marktforscher sehen den koreanischen Elektronikriesen der sich verlangsamenden Nachfrage nach Smartphones und der ständig wachsenden Konkurrenz chinesischer Hersteller ausgesetzt. Die geringere Nachfrage nach seinen Flaggschiff-Smartphones habe zudem seine Profitabilität beeinträchtigt.

Laut CNBC hat Samsung deshalb auch einen Strategiewechsel eingeleitet und will neue Technologien künftig nicht mehr zuerst in seinen Flaggschiff-Reihen Galaxy S und Galaxy Note einführen, sondern in günstigeren Mittelklasse-Smartphones wie Galaxy A. Mit diesen Geräten will das Unternehmen vermehrt jüngere Käufer ansprechen. Die ersten sollen später in diesem Jahr erscheinen – und könnten mehr als nur einmal jährlich eine Aktualisierung erfahren.

[mit Material von Liam Tung, ZDNet.com]

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1 Kommentar zu Samsungs könnte faltbares Smartphone im November vorstellen

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  • Am 6. September 2018 um 14:23 von smartdata

    Das Problem an der ganzen Sache ist ja nicht das Biegen per se, das können sie schon lange, sondern die Biegung die es wie ein Falz anmuten lässt. Material muss auf der Außenseite gedehnt und innen gestaucht werden, immer wieder, und ausgefaltet darf es kein Hubbel oder eine Delle geben. Das geht einfach nicht mit herkömmlichen Materialien. Es braucht eine „Gummi-Oberschicht“, die transparent genug, capazitivfähig und keine Materialermüdungen zeigt… Da hat Samsung wohl noch nix und sonst auch Niemand. Ich wüsste nicht einmal, dass es das als Grundlagenforschungsergebnis (also noch fern von einem tauglichen Markteinsatz) geben würde?
    Ja, wenn es dünn genug ist, ist das Problem kleiner – aber eben nicht weg. So ein Teil wie es in „Westworld“ vorkommt wäre schon cool… aber das dauert wohl noch.

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