Fairphone legt Kostenstruktur seines Smartphones offen

Die faire Produktion verursacht Mehrkosten von 22 Euro je Stück. Teurer sind da schon die anfallenden Lizenz- und Patentgebühren von 25 Euro je Gerät. Die eigentliche Produktion kostet 185 Euro, die Hardware allein 130 Euro. Endkunden zahlen für das Smartphone 325 Euro.

fairphoneDas niederländische Projekt Fairphone hat die Kostenstruktur seines möglichst fair produzierten Smartphones veröffentlicht. Von 325 Euro Endkundenpreis fallen demnach 22 Euro an Mehrkosten durch die faire Produktion an. Dies schließt Teilnahme an Brancheninitiativen ebenso ein wie einen Fonds für die medizinische Versorgung von Arbeitern oder auch die Open-Source-Entwicklung.

3 Euro je Stück gehen an eine Initiative für das Recycling von Elektroschrott. Das Recycling des Fairphone selbst wird mit je 2 Euro veranschlagt. Von den insgesamt 185 Euro reinen Produktkosten fallen knapp 130 Euro für die Hardware an.

Ebenfalls interessant: 25 Euro gehen pro Gerät für Lizenzen und Patente ab. Das Fairphone basiert in seiner ersten Fassung auf Googles Android Jelly Bean 4.2, an dem beispielsweise Microsoft über geistiges Eigentum kräftig mitverdient. Außerdem kosten Umweltsiegel und Zertifizierungsprogramme wie CE, FCC und RoHS allein 9 Euro.

Der anvisierte Gewinn pro Gerät beträgt 5 Euro. Allerdings weist die Initiative auch darauf hin, dass sie damit eventuelle Zusatzkosten oder anfallende Zinsen auffangen wird. Die weiteren Punkte der Bilanz finden sich in Fairphones ausführlicher PDF-Datei.

Fairphone hat inzwischen die ersten Prototypen erhalten und kann mit der Qualitätskontrolle beginnen. Es meldet außerdem Fortschritte bei der Materialbeschaffung. Anders als zunächst erhofft kann nun für die Außenhülle recyceltes Polykarbonat verwendet werden. Und schließlich habe der chinesische Zoll die Lieferung von konfliktfrei gewonnenem Tantalum genehmigt.

Für die 325 Euro Endkundenpreis des Fairphone erhält der Käufer einen 4,3-Zoll-Bildschirm mit 960 mal 540 Pixeln und einen Quad-Core-Chip. Wie das Tantalum wurde auch das für Komponenten benötigte Zinn konfliktfrei gewonnen. Die Auslieferung des Smartphones erfolgt nach aktuellem Informationsstand im Dezember. Bis Juni waren 5000 Vorbestellungen eingetroffen, die Foundation hofft aber, noch dieses Jahr 25.000 Stück abzusetzen. Der Zähler auf der Website steht aktuell bei knapp unter 15.000.

fairphone-kosten-aufgeschluesselt-1024Fairphone-Kostenstruktur: Von 325 Euro Endkundenpreis fallen 22 Euro an Mehrkosten durch die faire Produktion an (Grafik: Fairphone).

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4 Kommentare zu Fairphone legt Kostenstruktur seines Smartphones offen

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  • Am 16. September 2013 um 20:19 von hoppala

    22euro … so billig soll fair trade sein? :)

    ein teil davon für die medizinische versorgung der arbeiter. wie kann ich mir das vorstellen? weiterhin kein arbeitsschutz in den förderminen, dafür bekommen die jetzt aber n pflaster oder schmerztabletten for free? :D ja, is n bisschen zynisch, aber die aktion ist nichts halbes nichts ganzes. für den anteil am gesamtpreis bekommst du kein fair trade.

  • Am 14. September 2013 um 12:40 von Gerhit

    Die Problematik mit dem OS ist bekannt. Hatte in einem Interview gelesen, dass Sie hoffen die zweite Generation, wie beim Computer, mit freier OS-Wahl auszuliefern zukönnen.

    http://www.areamobile.de/news/24283-fairphone-das-faire-smartphone-ist-zur-vorbestellung-bereit

    Zweiter Absatz.

  • Am 14. September 2013 um 11:53 von mcn

    fair schön und gut … aber rein hard- wie auch software-technisch wird doch bei dem gerät nichts besser gemacht. hoher stromverbrauch, groß und schwer, bindung an google (android) … ob das nicht letztlich eine totgeburt ist – spätestens wenn die großen hersteller in den nächsten jahren nur noch eines als werbewirksames feature für sich entdecken: eine faire und ökologisch vertretbare produktion.

  • Am 13. September 2013 um 20:43 von Der Pinguin

    Sehr interessanter Beitrag! Hoffentlich findet auch ein wirklich freies Betriebssystem den Weg auf das Handy (wie Sailfish – Abstammung MeeGo), an dem die Krake M$ mal nicht mitverdient.

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