WHO-Studie zu Handystrahlung kommt zu keinem eindeutigen Ergebnis

Forscher haben in zehn Jahren mehr als 13.000 Menschen befragt. Darunter sind über 5000 Patienten mit Hirntumor. Branchenverbände werten die Studie als Beweis dafür, dass standardkonforme Handys kein erhöhtes Gesundheitsrisiko darstellen.

Logo der WHO

Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO zur Gefahr von Handystrahlung hat kein eindeutiges Ergebnis gebracht. Die zur WHO gehörende International Agency for Research on Cancer (IARC) hatte über einen Zeitraum von zehn Jahren mehr als 13.000 Menschen in 13 Ländern befragt, um herauszufinden, ob die Handynutzung das Risiko von Meningeomen, einem meist gutartigen Hirntumor, oder von Gliomen, die seltener auftreten, aber gefährlicher sind, erhöht.

Die am Montag im International Journal of Epidemiology veröffentlichte Studie enthält Hinweise darauf, dass durch eine Handynutzung über einen langen Zeitraum an derselben Stelle des Kopfes die Wahrscheinlichkeit ansteigt, dass sich ein Gliom im Temporallappen (Schläfenlappen) bildet. Die Forscher weisen aber darauf hin, dass die Zahlen aufgrund möglicher Messabweichungen und fehlerhafter Angaben von Umfrageteilnehmern nicht ausreichen, um Handystrahlung eindeutig für Tumore verantwortlich zu machen. Beispielsweise mussten die Teilnehmer über einen Zeitraum von zehn Jahren dokumentieren, wie oft sie telefonieren und an welche Seite des Kopfes sie ihr Handy ihr halten.

Um die Studie durchführen zu können, hatten 21 Wissenschaftler im Jahr 2000 unter der Aufsicht der IARC die Interphone International Study Group gegründet. An der Umfrage beteiligten sich mehr als 5000 Hirntumorpatienten. Mit ihren Angaben wollten die Forscher einen möglichen Zusammenhang zwischen Handynutzung und Krebs ermitteln.

„Mit den Daten der Interphone-Studie kann kein erhöhtes Risiko von Gehirntumoren begründet werden“, sagte Christopher Wild, Direktor des IARC. Da sich das Nutzerverhalten seit Beginn der Studie verändert habe, vor allem bei jungen Menschen, seien weitere Untersuchungen eines möglichen Krebsrisikos durch Handystrahlung notwendig. Dabei solle auch abgeklärt werden, ob Mobiltelefone Tumore im Bereich der Gehörnerven oder der Ohrspeicheldrüse auslösen könnten.

Laut Jack Rowley, Forschungsdirektor der GSM Association, stehen die Resultate der Studie in Übereinstimmung mit anderen Forschungsergebnissen. Die hätten gezeigt, dass Funksignale, die internationalen Standards entsprächen, kein erhöhtes Gesundheitsrisiko darstellten. Dieser Einschätzung schloss sich auf John Walls, Vizepräsident des Branchenverbands CTIA, an.

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2 Kommentare zu WHO-Studie zu Handystrahlung kommt zu keinem eindeutigen Ergebnis

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  • Am 11. September 2011 um 8:27 von Christian Funke

    Stduie findet mehr Krebs um Mobilfunksender
    Kresbsrisiko: Die Wissenschaftler aus Brasilien ermittelten für Anwohner im Umkreis von 100 Meter um Mobilfunksender ein um 35 Prozent gesteigertes Risiko an Krebs zu sterben im Vergleich zum Umkreis von 1000 Meter.

    Artikel

    diagnose-funk.de/erkenntnisse/krebserkrankung/krebs-und-mobilfunk—vom-hinweis-zum-nachweis.php

    Studie im Original

    Dode AC, et al, Mortality by neoplasia and cellular telephone base stations in the Belo Horizonte municipality, Minas Gerais state, Brazil, Sci Total Environ (2011)
    ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21741680

    emrsa.co.za/documents/brazilresearch.pdf

    Mehr Informationen zum Thema Mobilfunk und Gesundheit – Gesundheitsrisiken von Handy, Handystrahlung, Mobilfunksendern, GSM, UMTS, LTE, TETRA, DECT, WLAN

    mobilfunkstudien.de

    http://www.facebook.com/Mobilfunk.und.Gesundheit

  • Am 19. Mai 2010 um 12:04 von Bellut

    WHO-Studie handy-Strahlung
    Ein bemerkenswerter Bericht:

    – warum heißt die Folgerung, wenn bestimmte Hirntumore NICHT nachgewiesen werden können, daß handy-Strahlung nicht GESUNDHEITSGEFÄHRDEND wäre … muß die Folgerung nicht vielmehr heißen, daß es kein nachweisbares Risiko für DIESE Krankheiten gibt?

    – wie ist es möglich einen solchen Bericht zu verfassen und veröffentlichen, ohne wenigstens einen Hinweis darauf zu geben, wer diese aufwendige 10-jährige Studie finanziert hat?

    Freundlichen Gruß,

    C. Bellut.

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