Italienische Kartellbehörde untersucht Apple und Samsung wegen Smartphone-Drosselung

In zwei unabhängigen Verfahren soll die Praxis der beiden Hersteller geprüft werden, bei der bei älteren Geräten die Performance von Geräten herunter gefahren werden. Bei Samsung ist dieser Vorwurf neu.

Samsung und Apple müssen sich in einer Untersuchung der italienischen Kartellbehörde verantworten. Die Behörde teilt mit, dass zwei formelle Untersuchungen gegen die italienischen Tochterunternehmen der beiden Hersteller eingeleitet wurden.

Von Apple inzwischen bestätigte Drosselung sorgte für schlechtere Benchmark-Ergebnisse bei iPhone 7 und 6S (Bild: Geekbench).Von Apple inzwischen bestätigte Drosselung sorgte für schlechtere Benchmark-Ergebnisse bei iPhone 7 und 6S (Bild: Geekbench).

Durch Software-Updates seien die Geräte absichtlich verlangsamt worden. Dadurch sollten die Anwender zum Kauf neuer Smartphones bewegt werden, wirft die Behörde den beiden Herstellern vor. Von den beiden Herstellern liegt derzeit noch keine Aussage zu den Ermittlungen in Italien vor.

Des weiteren kritisiert die die Autorità Garante Della Concorrenza e del Mercato in einem Statement, dass die Nutzer nicht über diesen Vorgang informiert wurden und dass diese Drosselung negative Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeiten des Gerätes hat.

Damit, so die Behörde weiter, hätten das US-Unternehmen und der südkoreanische Hersteller mindestens gegen vier Verbraucherschutzgesetze verstoßen. Den beiden Unternehmen drohen empfindliche Strafen in Millionenhöhe.

Apple hat diese Drosselung bestätigt. Allerdings argumentiert das kalifornische Unternehmen, dass diese Drosselung durch geschwächte Akkus nötig wurde. Der Hersteller weist daher den Vorwurf zurück, diese Verlangsamung eingeführt zu haben, um Kunden zum Kauf eines neuen Gerätes zu bewegen. Auch hatte Apple die Anwender nicht darüber informiert, dass die Leistungsbremse aktiviert ist und das sich diese durch den Wechsel der Batterie beheben lässt.

Neben einem verbilligtem Akku-Austauschprogramm will Apple mit einem künftigen iOS-Update den Anwender über den Status seines Akkus informieren. Auch sollen laut CEO Tim Cook die Anwender sich künftig entscheiden können, ob sie die Drosselung aktivieren wollen.

Aller Beteuerungen zum Trotz aber gibt es inzwischen zahlreiche Sammelklagen gegen Apple. Neben den US-Bundesstaaten Illinois und New York untersucht auch Frankreich ob durch die geplante Obsoleszenz ein Gesetzesverstoß vorliegt.

Gegen Samsung wurden bislang noch keine derartigen Vorwürfe erhoben. Vielmehr erklärt der Hersteller, wie auch HTC, LG und Motorola Geräte nicht mit einer Software zu verlangsamen.

 

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9 Kommentare zu Italienische Kartellbehörde untersucht Apple und Samsung wegen Smartphone-Drosselung

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  • Am 19. Januar 2018 um 14:51 von Könnte von Klaus kommen

    Muss man das verstehen? Es gibt keinerlei Hinweis darauf, dass Samsung irgendwas drosselt, Niemand beschwert sich, Niemand spricht auch nur die Vermutung aus. Dennoch werden sie von den Italienern in einen Topf geworfen mit denen die mit den Patschefingern im Honigtopf erwischt wurden? Zu tief in den Vino tinto geglotzt? Was für ein Tollhaus.

    • Am 22. Januar 2018 um 13:44 von Ist von Klaus

      Tatsächlich ist es aber so, dass Samsungs und die Androiden anderer Hersteller mit alten Akkus bei Spannungsspitzen einfach abstürzen – und man wird ebenfalls nicht informiert, dass es am Akku liegt. Passiert auch bei alten Google Geräten, natürlich.

      Die Physik setzt die Grenzen bei Akkus, ob bei Apple, Google, Samsung oder sonst wem.

      Und ja: in den Medien liest man darüber wenig, aber in den Android Foren ist das ein Dauerbrenner. Der Nicht-IT‘ler kriegt das nur nicht mit. Bringt keine Klicks.

      Was passiert also bei Samsung und Co? Der unerfahrene Nutzer findet keinen Samsung Support (gibt ja lokal keinen, nach zwei Jahren wird das Gerät auch offiziell nicht mehr supported), denkt dadurch womöglich, Gerät ist kaputt – Android Support gibt es bei den meisten günstigen Androiden auch nicht mehr – und kauft wegen einem defekten Akku dann ein komplett neues Gerät.

      Da die Android Kunden eh ‚erzogen‘ wurden nach zwei, drei Jahren neu zu kaufen, merken sie davon vielleicht nix, das Gerät ist eh ‚alt‘, also ersetzen. Dass das Gerät womöglich nur einen alten Akku hat, und deswegen instabil läuft – den Herstellern wird das recht sein. Am Akku verdienen sie kaum was, am neu gekauften Gerät achon.

      Bei Apple stürzt durch die diskutierte Schaltung nix ab, und wenn er zum Apple Store oder zertifizierten Partner geht, sehen die, dass der Akku defekt ist, und bauen einen neuen Akku ein – und der User kann sein iPhone noch weitere zwei, drei Jahre supported weiternutzen.

      Bei wem trifft dann aber der Vorwurf einer „geplanten Obsoleszenz“ eher zu?

      Bei wem ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass der User wegen einem schwachen Akku „frustriert“ ist – und sein Gerät ersetzt?

      Bei Apple, wo das Gerät mit schwachem Akku langsamer wird, aber wo der Kunde Support kriegt, und dann der Akku ersetzt werden kann? Wo also Apple eine Schaltung einsetzt, um das Gerät mit defektem Akku länger nutzen zu können?

      Oder bei Samsung (oder anderen), wo das Gerät mit schwachem Akku abstürzt, der Kunde denkt, es wäre was Grundsätzliches, und wenn er keinen Support findet, weil Samsung lokal keinen bietet, und der Support nach zwei Jahren eh ‚ausgelaufen‘ ist, eben ein neues Gerät kauft?

      Ich kenne meine Antwort.

      Das würde dann allerdigs nicht nur Samsung betreffen, sondern alle Android Hersteller.

      Und damit wären die italienischen Behörden nicht betrunken – sondern würden als einzige richtig die Sache untersuchen. Nämlich indem sie der Frage nachgehen, ob und welcher Hersteller seine Kunden indirekt zum Neukauf animiert – was eben einer geplanten Obsoleszenz entsprechen würde.

      Hingegen die Verbraucherschützer werbewirksam ‚nur‘ Apple prüfen – und bei Android beide Augen fest verschließen, weil das keine Aufmerksamkeit gibt.

      (Apples einziger Fehler war die schlechte Kommunikation. Und der Fehler der Medien ist es, dass sie zumeist einseitig agieren, und eben Panik verbreiten, anstatt neutral zu informieren, wie es ihre Pflicht wäre: Apple Kommunikation Mist, Schaltung ansonsten für Kunden eine vernünftige Sache. Wären die Kunden informiert worden, wäre jedem klar: der Vorwurf der Obsoleszenz ist falsch, wril die Nutzung durch die Schaltung ja explizit verlängert wird – trotz altem Akku.)

      • Am 23. Januar 2018 um 12:46 von DoN

        Ah, der Erklärbär greift ein, na, dann ist ja wieder alles durch die rosa Applebrille schöngeredet. Vielen Dank!
        (Ist ein Zitat von Dir, nur falls Du was dagegen sagen möchtest)

        Warum sollte ein Androiduser „frustrierter“ sein, als ein Appleuser? Schließlich kostet ein Akkutausch bei einem Androiden nur den Bruchteil von Apple und kann nahezu überall durchgeführt werden, entweder weil der Akku eh tauschbar ist, oder eben weil die Hersteller im Gegensatz zu Apple nicht auch noch horrende Gelder mit dem Akkutausch verdienen und dadurch der Tausch ein Klacks ist. Also nochmal… Warum sollte ein Androiduser frustrierter sein? Das ist nur die Ausgeburt Deiner abgrundtiefen Abneigung gegen Android, Samsung und überhaupt allen die nicht Pro-Apple sind (was Dein Hinweis auf die ja ach so böse Presse zeigt)

        • Am 23. Januar 2018 um 14:25 von Klaus der Erklärbär

          Ja, wenn der User spontane Abstürze bei 20-40% Akku mit dem Akku in Verbindung zu bringen in der Lage ist, wird er kein neues Gerät kaufen.

          Nur: welcher 08/15 User käme auf diese Idee?

          Anwesende ‚Experten‘ mal ausgeschlossen?

          Die Frage lautet: wenn ein Smartphone trotz 20-40% Akkuanzeige beim Start von Apps (verschiedene) abstürzt – was macht der 08/15 User dafür verantwortlich?

          Das Smartphone als Ganzes – oder den Akku?

          • Am 23. Januar 2018 um 15:50 von Antiappler

            Jawoll, mal wieder die typische Brandrede für Apple und gegen die anderen Hersteller gehalten.

            Apple hat versucht die Leute zu verarschen, als Apple aufgeflogen ist, wird versucht die Angelegenheit zu beschönigen und ein „verbilligter“ Akkutausch angeboten.

            Wie „verbilligt“ der Akkutausch in Wirklichkeit ist, kann man hier nachlesen.
            Und akzeptabel wäre es nur bei einem kaputten Display!

            https://goo.gl/hjtZFQ

            Und was Apple sonst noch für ein mieser Laden ist steht hier.

            https://goo.gl/f2x6hf

          • Am 23. Januar 2018 um 17:56 von Klaus der Resignierte

            Hasstiraden, aber keine Antwort = Antiappler

            Der Name ist Programm. Keine halbwegs normale Diskussion möglich. Die Frage war so einfach. ;-)

          • Am 23. Januar 2018 um 17:57 von Klaus der Realist

            Ach ja, und in diesem Artikel geht es nun mal auch um Samsung, nicht wahr?

    • Am 22. Januar 2018 um 13:47 von Klaus der Interessierte

      Kurzversion: Samsung tut auch nix, um die Kunden über alte Akkus zu informieren. Wenn die dann ständig abstürzen, kaufen sie neue Geräte.

      Obwohl nur der Akku alt ist. Samsung freut sich, der Kunde hat unnötigerweise ein neues Gerät gekauft. Verdacht auf ‚geplante Obsoleszenz‘ ist berechtigt.

      Daher ist die Prüfung durch die italienischen Behörden richtig und konsequent. 100% konsequent wären sie, wrnn sie nicht nur Samsung prüfen, sondern auch andere Android Hersteller.

      Es würde mich nicht wundern, wrnn am Ende die Pflicht käme die Kunden aller Smartphone Hersteller über alte Akkus zu informieren.

  • Am 23. Januar 2018 um 7:22 von ckOne

    Es geht aber nicht um das „Nichts tun“ !!!

    Apple hat gezielt ohne das der User es wusste die Leistung gedrosselt (ohne Wertung ob das gut ist oder nicht) und das wird angeprangert.
    Die Gesetze der Physik kann keiner aushebeln, und das ein Akku mit der Zeit schlechter wird sollte jedem normal denkendem Mensch klar sein (ist schließlich ein Verschleißteil). Bei den Androiden kann man das auch an der kürzer werdenden Nutzungsdauer recht schnell erkennen, wohingegen es bei Apple künstlich verschleiert wurde, so das man es nicht unbedingt sofort mit dem Akku in Verbindung bringt (bei Info an den User wäre das weggefallen).

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