Apple kündigt milliardenschweres Investitionsprogramm an

In den kommenden fünf Jahren steckt Apple mehr als 30 Milliarden Dollar in sein US-Geschäft. Rund ein Drittel fließt in den Ausbau von Rechenzentren. Dafür holt Apple im Ausland erzielte Gewinne in nicht genannter Höhe in die USA zurück.

Apple will in den kommenden fünf Jahren in den USA mehr als 30 Milliarden Dollar investieren. Mehr als 10 Milliarden Dollar sollen alleine in den Bau und die Erweiterung von Rechenzentren fließen. Die Investitionen sollen zudem landesweit mehr als 20.000 neue Stellen schaffen. Einige der neuen Mitarbeiter sollen in einen neuen Campus an einem noch bekanntzugebenden Standort einziehen.

Apple (Bild: Apple)Finanziert wird das Investitionsprogramm mit im Ausland geparkten Gewinnen, die Apple nun in die USA zurückholt. Auslöser ist offenbar die Steuerreform der Regierung Trump, die auch eine Senkung des Unternehmenssteuersatzes beinhaltet, der auf im Ausland erwirtschaftete Gewinne erhoben wird. Trotzdem rechnet Apple noch mit einer Steuerzahlung von 38 Milliarden Dollar.

Welchen Betrag Apple von seinen ausländischen Konten in die USA überträgt, ist nicht bekannt. Sein Barvermögen bezifferte Apple zum Ende des Geschäftsjahrs 2017 auf 269 Milliarden Dollar.

Das Geld aus dem Ausland fließt auch in Apples Advanced Manufacturing Fund. Für den Aufbau von Produktionskapazitäten in den USA stellt Apple nun insgesamt 5 Milliarden Dollar zur Verfügung – bisher war der Fonds mit einer Milliarde Dollar ausgestattet. Davon profitierten bisher der Gorilla-Glas-Hersteller Corning sowie Finisar, das Laserdioden für Face ID und die True-Depth-Kamera des iPhone X fertigt.

Insgesamt will Apple nun im Kalenderjahr 2018 an US-Hersteller und –Lieferanten Aufträge im Wert von rund 55 Milliarden Dollar vergeben. Seinen Gesamtbeitrag zur US-Wirtschaft in den kommenden fünf Jahren schätzt das Unternehmen auf 350 Milliarden Dollar. Darin seien weder Apples laufende Steuerzahlungen, noch Steuern von Apple-Mitarbeitern oder der Verkauf von Apple-Produkten enthalten.

„Apple ist eine Erfolgsgeschichte, die so nur in Amerika passieren konnte, und wir sind stolz darauf, auf eine lange Geschichte der Unterstützung der US-Wirtschaft aufzubauen“, sagte Apple-CEO Tim Cook. Apple konzentriere seine Investitionen auf Bereiche, in denen es direkten Einfluss auf die Schaffung neuer Jobs habe. Apple sehe sich in der Verantwortung, den Menschen und dem Land, die Apples Erfolg ermöglicht hätten, etwas zurückzugeben.

Apple bezeichnet sich wahrscheinlich zu Recht als größter Steuerzahler der USA. Auch wird die Aussage des Unternehmens stimmen, wonach es in jedem Land, in dem es vertreten ist, auch die fälligen Steuern bezahlt. Allerdings ist auch bekannt, dass Apple – wie andere multinationale Konzerne auch – alles daran setzt, seine Steuerlast zu minimieren. Aus den sogenannten Paradise Papers soll beispielsweise hervorgehen, dass Apple Steuerschlupflöcher auf der britischen Kanalinsel Jersey nutzt, nachdem in Irland das Steuersparmodell „Double Irish“ abgeschafft wurde.

VERANSTALTUNGSHINWEIS

Mit künstlicher Intelligenz (KI) die Arbeitskraft erweitern

Im neuen Point of View von Avanade geht es um die Entwicklung einer KI-Strategie, die konsequent den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Avanade zeigt, wie Unternehmen so die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter und die Erlebnisse ihrer Kunden verbessern – und dabei gleichzeitig den Business-Nutzen von künstlicher Intelligenz optimieren.

Tipp: Wie gut kennen Sie Apple? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Themenseiten: Apple, Börse, Politik

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Apple kündigt milliardenschweres Investitionsprogramm an

Kommentar hinzufügen
  • Am 18. Januar 2018 um 17:32 von Mac-Harry

    Etwas übertrieben. Normales Invest. Aber wir Europäer waren zu doof, um die Steuern hier zu sichern, wo sie angefallen sind. Wir in der EU hätten das besser, abgestimmter hinkriegen können, wenn wir einheitlich vorgegangen wären. Schlecht für uns. Trump soll sich mal nicht zu früh freuen.

  • Am 18. Januar 2018 um 19:30 von C

    Ein Teil davon sind nicht gezahlte EU-Steuern. Leider.

    Aber: man hat es verpasst, das hiesige Steuer-Substrat hier zu erheben. Von daher sind die Verantwortlichen in der EU (und BRD) primär anzuprangern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *