eelo will Android von Google und seinen Services befreien

Hinter dem Open-Source-Projekt steht Gaël Duval, der Gründer von Mandrake Linux. Er will auf LineageOS aufbauen und das Mobilbetriebssystem mit alternativen Webservices ergänzen. Für die Anschubfinanzierung sorgt eine Kickstarter-Kampagne.

Mit eelo hat sich ein neues Open-Source-Projekt der Schaffung einer Android-Version verschrieben, die von Google und seinen Services unabhängig ist. Eine Anschub-Finanzierung wollen sich die Macher mit einer Kickstarter-Kampagne sichern, haben aber darüber hinaus ehrgeizige und langfristige Pläne.

Das Projekt angestoßen hat Gaël Duval, der seit rund zwanzig Jahren in der Open-Source-Community aktiv ist. Mit Mandrake schuf er eine über Jahre hinweg erfolgreiche Linux-Edition. Sein Ulteo-Projekt zielte auf die Entwicklung virtueller Desktop-Lösungen und begann damit, Open Office in einem Webbrowser zugänglich zu machen.

Prototyp des Mobilbetriebssystems (Bild: eelo)Prototyp des Mobilbetriebssystems (Bild: eelo)

„Ich möchte meine Privatsphäre zurückerobern“, begründet Duval sein Engagement für das neue Projekt. „Meine Daten sind meine Daten. Und ich möchte so weit wie möglich Open-Source-Software nutzen.“ Beim standardmäßigen Android sagt ihm auch die Benutzeroberfläche wenig zu. „Ich denke, wir brauchen etwas, das konsistent und komfortabel zu nutzen ist wie iOS oder macOS.“

Eelo soll von der beliebten Custom ROM LineageOS abzweigen und sich an Nutzer wenden, die ihre Privatsphäre effektiv schützen und deshalb konsequent auf die Google-Services verzichten wollen. Das ehrgeizige Ziel von Duval und seinen Mitstreitern ist, alternative Webdienste zu schaffen, damit das Betriebssystem mit anderen Lösungen im Markt konkurrieren kann.

Trotz der weitreichenden Ambitionen hat sich das Projekt zunächst ein relativ bescheidenes Finanzierungsziel von 25.000 Euro auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter gesetzt. Dieser Betrag wurde bereits übertroffen, obwohl die Kampagne noch bis zum 20. Januar 2018 läuft. Die Mittel sollen mindestens erlauben, die Arbeit mehrerer Entwickler über einige Monate hinweg zu bezahlen, um ein erstes vorzeigbares Produkt zu schaffen. Kommt wie erhofft wesentlich mehr herein, soll die Entwicklung neuer Features mit entsprechend größerem Aufwand vorangetrieben werden. Angestrebt wird darüber hinaus, bis Ende 2018 eine Non-Profit-Organisation für das eelo-Projekt zu etablieren.

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Unterstützer sind schon mit wenigen Euro dabei. Ihnen winkt eine Custom ROM der alternativen Android-Distribution, die auf geeigneten Smartphones zu installieren ist. Wer 1024 Euro oder mehr riskieren will, darf auf ein Smartphone mit eelo als vorinstalliertem Mobilbetriebssystem hoffen.

Themenseiten: Android, Betriebssysteme, LineageOS, Mobile, Open Source, Webentwicklung

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Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu eelo will Android von Google und seinen Services befreien

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  • Am 28. Dezember 2017 um 12:07 von C

    Anstatt Forking zu betreiben sollten ALLE OSS-Kräfte sich hinter LineageOS versammeln und die Entwicklung gemeinsam vorantreiben.

    Dann gibt es eine valide OS-Alternative für Smartphones – nicht nur für Spitzen-HW-Modelle – und der User entscheidet dann selbst, welche APPs er auf seinem Gerät (mit oder ohne Schnüffelei) haben will.

    Dann ist auch individuell die Privat-Sphäre gesichert. Mit Forking wird das aber nichts. Siehe Desktop-Linux und GUI.

  • Am 27. Dezember 2017 um 23:27 von Mac-Harry

    Huuuiiii, Echt cool. Aber wie soll das beim Gesetz der kritischen Masse gelingen, wenn selbst Microsoft daran komplett gescheitert ist?

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