Gegen Stress: Prävention in der IT-Branche

Wie all dies in der Praxis funktionieren kann, zeigt Beiersdorf Shared Services, der IT-Dienstleister der Beiersdorf AG. Die Vorgeschichte des sogenannten „In Balance“-Projekts reicht bis ins Jahr 2001 zurück, als das Unternehmen intern einen SAP R3-Rollout zu bewältigen hatte.

„Wir haben damals sehr viel gearbeitet und Wochenende, Freizeit und sogar Urlaub dem Go live des SAP-Systems untergeordnet“, erinnert sich Hans-Jürgen Bossow, Betriebsratsvorsitzender von Beiersdorf Shared Services. Dabei kam es zu ersten krankheitsbedingten Ausfällen wegen Überbelastung. Nach dem Spin-Off der IT-Abteilung in die Beiersdorf Shared Services im Jahr 2003 startete der neu gewählte Betriebsrat 2006 das Projekt „In Balance“.

Lange arbeiten heißt nicht effizient arbeiten

Unter dem Motto „Arbeit ohne Grenzen? – Nein danke“ ging es darum, den Umgang mit der Arbeitszeit zu verändern und vor allem das Image des langen Arbeitens in Frage zu stellen. „Lange arbeiten heißt nicht unbedingt effizient arbeiten“, betont Bossow. Ziel des Projekts ist es, die Balance zwischen Arbeits- und Berufsleben herzustellen und die Führungskräfte entsprechend zu schulen.

Die Erfolge können sich sehen lassen: Rund 85 Prozent der Mitarbeiter haben keine Probleme mit der Arbeitszeit, die Mehrprojektarbeit ist nennenswert reduziert, Pausen sind ein Muss, es gibt Ruhearbeitsräume, Oasen und Tischkicker, die Urlaube werden noch im selben Kalenderjahr genommen.

Für Hans-Jürgen Bossow waren zwei Dinge für den Erfolg entscheidend: „Die Basis für Veränderungen war und ist das offene Sprechen über die Belastung. Stress ist kein Tabuthema mehr. Zudem haben die Führungskräfte das Projekt unterstützt.“

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