Mit Paint Shop 8.0 zeigt Jasc, was passiert, wenn es ein Newcomer mit einem Softwaregiganten wie Adobe Photoshop 7.0 aufnimmt. Zwar kann man sich darüber streiten, welches Programm mehr Features bietet – fest steht jedoch, dass Jasc die Distanz zur Spitzenklasse weiter verringert hat. Paint Shop Pro punktet durch einfache Handhabung, während Photoshop durch hervorragende Grundalgorithmen besticht und im Gesamtvergleich besser abschneidet. Während Adobe für Grafikexperten ein Muss bleibt, reicht für den Hobbybenutzer das Jasc-Programm aus, das mehrere Hundert Euro einspart.

Setup und Benutzeroberfläche

Die Installation verläuft schnell und einfach. Man kann den Jasc Animation Shop (39 MB) und die Virtual Painter Filter (6,9 MB) weglassen, was bei der Installation auf einem Notebook mit begrenzter Speicherkapazität eine nützliche Option darstellt. Außerdem lässt sich festlegen, ob das Programm bestimmten Dateiformaten zugewiesen werden soll. In einem Pop-up-Fenster können insgesamt 58 verschiedene Grafikdateiformate einzeln aktiviert bzw. deaktiviert werden. Paint Shop Pro ist bei der Unterstützung seltener Formate marktführend. Bei der Download-Version ist die Eingabe eines Freigabecodes für die Produktregistrierung erforderlich, doch kann das Programm auch ohne Eingabe dieses Codes uneingeschränkt 30 Tage kostenlos genutzt werden, einschließlich Support-Service.

Screenshot Paint Shop Pro
Die integrierten Lernprogramme bieten eine schrittweise Einführung in die Bearbeitung von sieben anspruchsvollen Bildprojekten.

Die langweilige und unelegante Benutzeroberfläche der Vorgängerversion hatte eine Überarbeitung dringend nötig. Verschwunden sind nun also die nichtssagenden Icons, die das Programm als ehemalige Shareware outeten. Die neuen Icons sind leicht schattiert, Paletten, Werkzeugleiste und Fenster wurden im Hinblick auf die Benutzerfreundlichkeit neu gestaltet. Die Palette mit den Werkzeugoptionen kann individuell eingerichtet werden und unterschiedliche Einstellungen für einzelne Projekte speichern. So lassen sich beispielsweise Konfigurationen zum Retouchieren alter Fotos oder zur Bildaufbereitung für Internetseiten speichern.

Paint Shop Pro bietet 30 integrierte Lernprogramme, so dass auch komplette Anfänger rasch mit dem Programm arbeiten können. Die Lektionen reichen von Grundlagenwissen (z B. wie man ein neues Bild erstellt) bis hin zu komplexen Vorgängen (z.B. wie man ein Foto in eine Grußkarte umwandelt). In der über das Menü abrufbaren Produkt-Tour werden animierte Einführungen zu den Werkzeugen, Paletten etc. angeboten.

Features

Photoshop 7.0 trumpfte mit zwei Neuerungen auf, die die Grafik-Community ins Staunen versetzten: Mit dem verbesserten Verflüssigen-/Verzerren-Werkzeug gelingt die Verzerrung der Bilder präziser, und mit dem Reparaturpinsel lassen sich Kratzer, Falten oder Flecken entfernen, ohne Strukturen, Schattierungen und Lichteffekte des Bildes zu beinträchtigen. Paint Shop Pro 8.0 bietet nun eigene erweiterte Tools, die größtenteils auf den Foto-Fan ausgerichtet sind. Die Perspektivenkorrektur berichtigt außermittige Bildobjekte. So kann zum Beispiel die schräge Aufnahme eines Gebäudes durch Anklicken der Ecken sowie über virtuelle Bedienelemente ausgerichtet werden. Mit dem Warp Brush lassen sich die Proportionen eines Bildes in kreativer Weise verzerren. Durch Strecken, Schrumpfen, Ziehen und Drehen entstehen so komplett neue Formen. Sowohl mit Photoshop als auch mit Paint Shop Pro sind einzelne Pixel je nach Farbe entfernbar. Mit dem so genannten Background Eraser von Paint Shop Pro lassen sich feine Konturen wie Haare und Fell problemlos vom Hintergrund isolieren.

Screenshot Paint Shop Pro
Die Option Fotokorrektur in einem Schritt korrigiert automatisch Farbe, Sättigung, Kontrast und Schärfe.

Einige Features wurden in Photoshop eleganter gelöst: So kann beispielsweise Text direkt im Bild hinzugefügt und bearbeitet werden. Bei Paint Shop Pro muss der User diesen in ein gesondertes Fenster eingeben. Bei EXIF-Daten (Exchangeable Image File), wie viele Kameras sie zu jedem Foto speichern, liegt jedoch Paint Shop Pro vorn. Ein Vorteil hierbei besteht darin, dass die Art der im Programm anzuzeigenden EXIF-Daten auswählbar ist.

Performance

Während Paint Shop Pro 7.0 bei mehreren Bildschichten noch schleppend langsam arbeitete, wurde die Grafik-Engine der neuen 8.0-Version enorm verbessert. Bei einem Pentium-4-Rechner mit 1,8 GHz und 768 MB RAM traten bei bis zu acht Bildschichten keine nennenswerten Beeinträchtigungen der Darstellungsgeschwindigkeit auf.

Die meisten Aufgaben werden in einer oder zwei Sekunden ausgeführt. Eine der Prozessorleistungs-intensivsten Funktionen, der One Step Photo Fix, korrigiert durch eine Reihe von automatischen Effekten auf intelligente Weise Farbe, Sättigung, Kontrast und Schärfe sowie weitere Grundeinstellungen. Trotz der komplexen Abläufe war die Bearbeitung einer Aufnahme mit 2.048 x 1.536 Pixel im Test in 13 Sekunden abgeschlossen.

Service und Support

Zusätzlich zu den integrierten Lernprogrammen und Produkt-Touren erreicht man Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr gebührenfrei einen technischen Support. Die Jasc-Homepage bietet weitere Lernprogramme und eine Datenbank, die nach Suchbegriffen Ergebnisse liefert. Bei dieser Vielzahl von Support-Möglichkeiten ist das Erlernen einer Vielzahl von Bildbearbeitungstechniken ein Kinderspiel.

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