Microsoft verklagt betrügerischen Supportdienst

Dieser ist in Kalifornien ansässig, verfügt aber offenbar über Töchter in Florida und Indien. Kunden wurden nicht vorhandene Viren kostenpflichtig entfernt oder gar Malware aufgespielt. Die Mitarbeiter täuschten vor, von Microsoft zu sein oder eng mit diesem zu kooperieren.

Microsoft hat eine Klage gegen ein US-Unternehmen namens Customer Focus Services und dessen Tochter Omnitech Support eingereicht, das unter Microsofts Namen betrügerische Support-Dienstleistungen anbietet. Es fordert Schadenersatz. Die Schrift liegt einem kalifornischen Bundesgericht seit Freitag vor.

Microsoft-Logo (Bild: Microsoft)

Kalifornien ist demnach der Hauptsitz der beklagten Firma, die aber auch über Niederlassungen oder zumindest Mitarbeiter in Florida und Indien zu verfügen scheint. Die Klage nennt mehrere mutmaßliche Tochterfirmen oder Partner.

Zu Microsofts Vorwürfen gehört der, dass die Firma unter seinem Namen agiere und „betrügerischen technischen Support“ anbiete. Das sei nicht nur ein markenrechtlicher Verstoß, sondern habe auch zu Vertrauensverlusten bei Kunden geführt.

„Die Beklagten nutzten Microsofts Warenzeichen und Dienstleistungsmarken, um ihre Glaubwürdigkeit zu erhöhen und Kunden über die Nähe zu Microsoft zu verwirren. Mit der solchermaßen erhöhten Glaubwürdigkeit wurde Kunden weisgemacht, ihre Computer seien mit Malware infiziert, um ihnen nicht benötigten technischen Support und Sicherheitsdienstleistungen wie die Reinigung des Computers verkaufen zu können“, heißt es in der Klageschrift.

Die Betrüger gingen aber sogar noch aggressiver vor, steht dort weiter: „In einigen Fällen schufen die Beklagten selbst Sicherheitsprobleme für die Kunden, indem sie sich Zugang zu deren Computern verschafften und dort gespeicherte Daten stahlen.“ Außerdem hätten Microsofts Nachforschungen ergeben, dass Rechnungen auch ohne Gegenleistung erstellt und „Passwort-Ausleseprogramme und andere Schadsoftware“ im Zuge der vorgeblichen Wartungsarbeiten installiert wurden.

(Bild: shutterstock/hardtonoise)

Microsofts Rechercheteam kontaktierte den falschen Support testweise mit einem von Viren und Schadsoftware völlig freien System. Die Ermittler bekamen dann von den vermeintlichen Sicherheitsexperten zu hören, es gebe darauf Dutzende „bedenkliche Probleme“, die durch „polymorphe Viren“ ausgelöst worden seien.

Und schließlich kann Microsoft über 65.000 Kundenbeschwerden allein aus den ersten sechs Monaten 2014 vorweisen. Insgesamt schätzt es, dass jährlich rund 3,3 Millionen Amerikaner auf Supportbetrug hereinfallen. Das verursache einen Schaden von 1,5 Milliarden Dollar im Jahr, wovon etwa 179 Millionen Dollar auf Kalifornien entfielen.

Microsoft zufolge ist die Klage der erste große Schlag seiner Abteilung Digital Crimes Unit (DCU) gegen Supportbetrüger. Es informiert in seinem Blog parallel auch über Maßnahmen, sochen betrug zu verhindern. Unter anderem sollten Anwender grundsätzlich keinen kostenpflichtigen ‚Microsoft‘-Support in Anspruch nehmen und deshalb stets nach Gebühren fragen. Außerdem sei wichtig, den Namen des Unternehmens und des Mitarbeiters zu notieren sowie anschließend der Polizei zu übergeben.

[mit Material von Liam Tung, ZDNet.com]

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