Neuer Intel-Prozessor Haswell mit AVX2-Befehlssatz im Test


Haswell-Benchmark PCMark Vantage

Der neue Quad-Core-Prozessor Core i7-4770K setzt sich bei typischen Office-Anwendungen und im Alltagsbetrieb an die Spitze im Vergleichsfeld. Gegenüber dem ebenfalls mit 3,5 GHz Basistakt und identischen Cache-Größen arbeitenden Vorgänger Core i7-3770K schafft der Haswell-Prozessor eine vier bis sechs Prozent höhere Systemleistung – ermittelt mit SYSmark2007 und PCMark Vantage. Verantwortlich zeichnen die Architekturverbesserungen von Haswell, wie schnellere Caches, bessere Sprungvorhersagen und ein vergrößertes Out-of-Order-Fenster. In bestimmten Workloads wie „Productivity“ von PCMark Vantage steigt die Performance auch um 13 Prozent.

Bei multithread-optimierten Programmen, die wenig Speicherbedarf haben und der Workload in den Cache der CPUs passt, arbeitet der Core i7-4770K zirka fünf bis acht Prozent schneller als der mit gleichen Basis-/Turbotakt spezifizierte Core i7-3770K. Die erwähnten Leistungssteigerungen erreicht der Haswell-Prozessor mit Standard-Software, die nicht den neuen Befehlssatz AVX2 nutzen.

Vergleich: SSE 4.2, AVX und AVX2

Um den Vorteil der neuen AVX2-Befehlssatzerweiterung zu analysieren, verwenden wir zwei hochoptimierte Linpack-Versionen unter Windows 8 64 Bit. Die mit Intels Math Kernel Library 10.3 Update 7 kompilierte Variante nutzt AVX, die Version 11.0 Update 3 unterstützt AVX2. Linpack dient als verbreitetes Tool zum Ermitteln der Floating-Point-Performance von Highend-Computern. Das Ergebnis wird in GFlops (Fließkomma-Operationen pro Sekunde) angegeben.

Linpack arbeitet multithread-optimiert und lastet die CPU-Kerne extrem aus. Bei diesem Benchmark rechnet Intels Core i7-4770K mit deaktiviertem Hyper-Threading schneller. Linpack lässt mit der Math Kernel Library kaum Ressourcen in den Funktionseinheiten der CPUs frei, die für Hyper-Threading notwendig wären. Bei eingeschaltetem Hyper-Threading arbeitet der Core i7 rund zwei Prozent langsamer.

Verwendet der Core i7-4770K statt AVX den neuen AVX2-Befehlssatz, so steigt die Performance um 64 Prozent. Eine ähnliche Steigerung der Rechenleistung mit 59 Prozent schafft der Core i7-4770K auch beim Schritt von SSE4.2 auf AVX. Dies lässt sich mit Linpack 10.3.7 unter Windows 7 sehr einfach überprüfen. Ist das Service Pack 1 nicht installiert, so ist nur SSE4.2 aktiv. Windows benötigt für die AVX-Unterstützung das SP1. Die Performance steigt entsprechend von 56,4 auf 89,6 GFLOPS.

Intel-Haswell-AVX2-Performance

Die HD Graphics 4600 des Core i7-4770K ist eine weiterentwickelte Version der beim Core i7-3770K integrierten HD Graphics 4000. Intels neue Iris Graphics kommt in den neuen LGA1150-Haswell-CPUs nicht zum Einsatz und ist hauptsächlich bei den mobilen Prozessoren zu finden. Die Haswell-Grafik-Engine unterstützt DirectX 11.1, OpenGL 4.0 sowie OpenCL 1.2. Außerdem verfügt die HD Graphics 4600 über einen verbesserten Quick-Sync-Encoder.

Die 3D-Performance der Intel HD Graphics 4600 ist allerdings mit einer PCI-Express-Grafikkarte wie unserer verwendeten GeForce GTX285 schwer vergleichbar. Deshalb stellen wir der Intel HD Graphics 4600 zusätzlich die 3D-Performance der in den CPUs Core i7-3770K, Core i7-2700K und AMD A8-3850 integrierten Grafik-Engines gegenüber:

Haswell-3D-Performance

Die Grafik-Performance hat sich bei der HD 4600 im Core i7-4770K gegenüber der HD 4000 im Core i7-3770K um bis zu 55 Prozent erhöht. Damit ist Intels neue DirectX-11-Grafik-Engine sehr konkurrenzfähig im Vergleich zur Radeon HD 6550D, die AMD im A8-3850 integriert.

Themenseiten: Intel, Prozessoren

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2 Kommentare zu Neuer Intel-Prozessor Haswell mit AVX2-Befehlssatz im Test

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  • Am 2. Juni 2013 um 10:57 von vsk5-player@gmx.at

    Danke!
    Guter Artikel.
    Das Wissen um den Energieverbrauch (Leerlauf – Last) hilft mir bei der Dimensionierung des Netzteils für meinen neuen PC.

  • Am 3. Juni 2013 um 19:29 von HDN

    Stellt sich natürlich wieder mal die Frage, warum man die Grafikperformance des brandneuen Haswell ausgerechnet mit der veralteten AMD 6550D Grafik des Llano statt mit der 7660D Grafik des immerhin auch schon seit rund einem halben Jahr marktverfübaren Trinity vergleicht. Doch nicht etwa, weil der Haswell dann wieder mal in der Grafikleistung gar nicht so sonderlich konkurenzfähig aussehen würde?

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