Stamps.com: Briefmarken mit Slobodan Milosevic

Betreiber behält sich das Recht vor, Bilder zurückzuweisen, die Kriterien sind jedoch völlig unklar

Der mit dem Segen der amerikanischen Post im August gelaunchte Dienst Stamps.com ermöglicht es Nutzern, offiziell gültige Briefmarken mit eingesandten Fotos zu erstellen. Um die „Integrität“ des Dienstes zu testen, hat die Seite „The Smoking Gun“ Bilder eingeschickt, die über die vom Betreiber beispielhaft genannten Hochzeits- und Haustierfotos hinausgingen. Das Ergebnis: Briefmarken mit Slobodan Milosevic wurden anstandslos gedruckt.

„Wir dachten, machen wir doch einen Test, wie integer der Dienst eigentlich ist“, so Andrew Goldberg von The Smoking Gun. Wir haben ihnen also einige lächerliche Fotos geschickt, um zu sehen, welche gedruckt werden.“

Stamps.com behält sich das Recht vor, den Druck von Fotos zu verweigern, die es für unangebracht hält. Nach welchen Kriterien diese Auswahl stattfindet, ist jedoch völlig undurchsichtig.

Denn während beispielsweise der für den Mord an John F. Kennedy erschossene Lee Harvey Oswald zurückgewiesen wurde, sah der Betreiber bei den Bildern von Slobodan Milosevic und dem hingerichteten rumänischen Diktator Nicolae Ceausescu offenbar kein Problem. Von Stamps.com war zu dem Sachverhalt bislang keine Stellungnahme zu bekommen.

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7 Kommentare zu Stamps.com: Briefmarken mit Slobodan Milosevic

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  • Am 3. März 2005 um 18:53 von holzi

    Briefmarken
    Ich denke mir, dass es nicht möglich ist, jede Person auf der Erde zu kennen. Übrigens, ist es nicht egal wer auf den Briefmarken abgebildet ist!

  • Am 5. September 2004 um 10:33 von Ano Nym

    Lee Harvey Oswald
    Lee Harvey Oswald wurde nicht hingerichtet, sondern von dem Barbesitzer Jack Ruby im Gefängnis ermordet.

  • Am 4. September 2004 um 19:05 von Andreas Eckl

    Milosevic auf Briefmarken
    Glauben Sie WIRKLICH, mitten in den U.S.A. kennt jemand die Portraits von Slobodan Milosevic oder Nicolae Ceauscescu? – Ich bitte doch um Realismus. Was die Angestellten von Stamps.com in Milosevic’s Bild sahen, war ein fotogener seriös wirkender Mister X, der jede Briefmarke sicherlich besser ziert als das dümmliche Bauernface von G.W. Bush!

  • Am 4. September 2004 um 14:18 von Korrektor

    Lee Harvey Oswald
    wurde nicht hingerichtet, sondern
    im Polizeigewahrsam von Jack Ruby ermordet.

  • Am 3. September 2004 um 13:21 von Gabriel

    Kriegsverbrecher
    Da Slobodan Milosevic noch nicht als Kriegsverbrecher verurteilt wurde, ist es verfrüht ihn als einen solchen zu bezeichnen.

    Anmerkung der Redaktion:
    Sie haben vollkommen Recht. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten, ihn zu entschuldigen. Danke für den Hinweis.

    • Am 6. September 2004 um 9:31 von Bv

      AW: Kriegsverbrecher
      Da wird einem ja wirklich schlecht, was für Leute es hier gibt.

      Sich zu monieren dass Milosevic noch!! nicht als Kriegsverbrecher verurteile sei und deshalb hier nicht so bezeichnet werden darf.
      Was ist er denn sonst? Ein Heiliger?
      Vielleicht hätten Sie dort leben sollen wo alles passiert ist, dann würden Sie ganz sicher anders daherreden.

      Und ZDnet korrigiert sich auch noch entschuldigenderweise dafür.

      Ich frage mich, sind wir hier in einem Technologieforum oder in einem "Entschuldigungs"-Forum.

      Bv

    • Am 6. September 2004 um 11:39 von Martin Fiutak, ZDNet.de

      AW: AW: Kriegsverbrecher
      Hallo,
      Es zählt zu den journalistischen Grundregeln, keine Vorverurteilungen vorzunehmen. Dies gebietet auch der Respekt vor einem Rechtsstaat.

      Vgl. auch hierzu Ziffer 13 des Pressekodex:

      "Die Berichterstattung über Ermittlungsverfahren, Strafverfahren und sonstige förmliche Verfahren muss frei von Vorurteilen erfolgen. Die Presse vermeidet deshalb vor Beginn und während der Dauer eines solchen Verfahrens in Darstellung und Überschrift jede präjudizierende Stellungnahme. Ein Verdächtiger darf vor einem gerichtlichen Urteil nicht als Schuldiger hingestellt werden. Über Entscheidungen von Gerichten soll nicht ohne schwerwiegende Rechtfertigungsgründe vor deren Bekanntgabe berichtet werden."

      http://www.presserat.de/site/pressekod/kodex/

      mit freundlichen Grüßen
      Martin Fiutak
      ZDNet Redaktion

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