Telekom hat Regulierer verklagt

Rosa Riese will kein Inkasso für Konkurrenten mehr durchführen

Der Streit ums Inkasso für Call-by-Call-Anbieter spitzt sich weiter zu. Die Deutsche Telekom (Börse Frankfurt: DTE) will künftig keine Rechnungen mehr für ihre Konkurrenten erstellen und hat deshalb die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation vor dem Verwaltungsgericht in Köln verklagt. Das berichtet die „Wirtschaftswoche“ in ihrer morgen erscheinenden Ausgabe.

Die Telekom ist derzeit noch zum Inkasso für die Konkurrenz verpflichtet. Das Verfahren, das auch über die Zukunft der Billiganbieter entscheidet, beginnt laut dem Bericht am morgigen Donnerstag. Künftig will die Telekom auf ihren Rechnungen zwar die Gesamtsumme für jeden Anbieter ausweisen, aber nur noch ihre eigenen Rechnungsbeträge einziehen.

Die Folge: Die Kunden wären verpflichtet, die Gebühren der Call-by-Call-Anbieter selbst auf deren Konten einzuzahlen. „Damit zwingt die Telekom die Billiganbieter in die Knie“, kommentiert Produktmanager Sascha Zimmermann vom Call-by-Call-Anbieter 01058 Telecom die Klage.

Die meisten der Billiganbieter seien derzeit kaum in der Lage, ein eigenes Rechnungswesen aufzubauen und über die knappen Margen zu finanzieren. Einige befürchten gar das Ende des Wettbewerbs auf dem Telekom-Markt.

Kontakt:
Deutsche Telekom, Tel.: 0800-3300700

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2 Kommentare zu Telekom hat Regulierer verklagt

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  • Am 14. November 2002 um 11:31 von rudnik

    0190er Nummer (Dialer)
    Die RegTp sollte endlich diese bescheuerte Verordnung wegfallen lassen. Wettbewerb hin oder her, der Dumme ist immer der Kunde und nicht die Beamten die sich bei der RegTp ausruhen. Wenn die Anbieter ihre Rechnungen selber eintreiben müssen, dann ist auch Schluss mit den Dialern die sich unerlaubt installieren. Dann kann der Anbieter der 0190er Nummern sich direkt mit dem Kunden befassen und ihm klarmachen warum den nun der Internetzugang so teuer ist.<br />
    Ist eine sehr gute Idee der DTAG. Aber wie es bei uns in Deutschland üblich ist, wird das ganze wieder im Sand verlaufen oder sich über Jahre hinweg ziehen. Deutsche Mühlen mahlen sehr langsam. (Man könnte sich ja überarbeiten).

  • Am 13. November 2002 um 13:35 von Emmi

    Wettbewerb?
    Ein fairer Wettbewerb kann aber nur dann stattfinden, wenn alle zu den gleichen Bedingungen antreten.

    Das bedeutet zum einen, dass jeder Anbieter seine Rechnungen gefälligst selber erstellen, seinen Kunden präsentieren und das Geld eintreiben muß, und zum anderen, dass alle die Infrastruktur (Telefonnetz) zu den gleichen Konditionen nutzen können müssen. Dann – und nur dann – wird sich zeigen, ob die Telekom oder andere Anbieter besser sind.

    Aber von der RegTP mit unfairen Vorteilen (verordnete Anhebung der Telekom-Preise z.B.) ausgestattete "Billig"-Anbieter, die noch nicht mal ihre Rechnungen selbst erstellen wollen, sind sicher kein fairer Wettbewerb.

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