Derzeit hat Samsung so viele Notebooks im Angebot, dass man allmählich den Überblick verliert. Betrachtet man die X05-Serie jedoch als eine etwas erschwinglichere Alternative zu den umfassend ausgerüsteten X10-Systemen, trifft man im Grunde den Nagel auf den Kopf. Das soll allerdings nicht bedeuten, dass das X05 einfach planlos zurechtgestutzt wurde, um in eine bestimmte Preisklasse zu passen. Das Testgerät ist immerhin mit einem 1,5-GHz-Pentium M-Prozessor, einem 512 MB starken PC2100-DDR-Speicher, einer Festplatte mit 40 GByte, einem DVD-/CD-RW-Kombolaufwerk und einem Centrino-Motherboard mit integrierter 802.11b-WLAN-Karte ausgestattet. Es wurde also fast an alles gedacht.

Wem selbst das noch zu viel ist: Das Modell XTC 1400 hat einen 1,4-GHz-Prozessor, 256 MByte DDR-SDRAM sowie eine 30 GByte große Festplatte und kostet 1499 Euro statt 1899 Euro. So oder so hat es Samsung hier ganz klar auf den mittleren Marktbereich abgesehen, also auf den Anwender, der die üblichen Ansprüche stellt (Word, Excel, IE und dergleichen) und dafür einen vernünftigen Betrag ausgeben will.

Design und Ausstattung

Es ist auf den ersten Blick klar, dass es sich hier um ein Centrino-Notebook handelt. Das Gehäuse ist sehr schmal und leicht, da der kühl laufende Pentium M keine so hohen Anforderungen an Lüfter und Kühlkörper stellt wie frühere Notebook-CPUs.

Geringer ist auch der Stromverbrauch. Dies nahm Samsung anscheinend zum Anlass, zwei Akku-Alternativen für das X05 anzubieten. Das Testgerät war mit dem größeren, sechszelligen 4400-mAH-Lithium-Ionen-Akku ausgestattet. Wahlweise ist auch ein leichteres und kleineres Dreizellenpaket erhältlich. Der größere Akku soll bei mäßiger Nutzung rund 3,5 Stunden Laufzeit bieten, vom kleineren Akku sind demnach zwei Stunden oder vielleicht etwas weniger zu erwarten.

Der sechszellige Akku ragt auf der Rückseite des Geräts um circa 2 cm hervor. Obwohl er recht stabil im Gehäuse befestigt ist, lässt sich nicht leugnen, dass alle überstehenden Kanten besonders stoßanfällig und damit eine mögliche Schwachstelle sind, vor allem, falls das Gerät jemals herunterfallen sollte.

Erfreulich: der aus Metalllegierung gefertigte Deckel. Der Rest des Gehäuses besteht dagegen aus Kunststoff. Das Notebook ist so flach (bei geschlossenem Zustand nur 2,7 cm hoch) und leicht, dass eine gewisse Fragilität unvermeidbar ist. Allerdings kann man dies für das angenehm zu tragende Gewicht von zwei Kilo gern in Kauf nehmen.

Die Größe und das Gewicht eines Notebooks lassen sich natürlich nicht in diesem Ausmaß reduzieren, ohne dafür gewisse Einschränkungen in Kauf zu nehmen. Wie üblich musste das Floppy-Laufwerk dran glauben. Dieses ist zwar nicht im Standardpaket enthalten, Samsung bietet aber für einen bescheidenen Aufpreis von ungefähr 50 Euro ein externes USB-Gerät an.

Auch die meisten der üblichen Anschlüsse mussten weichen, so dass nur zwei USB-Anschlüsse, ein VGA-Port, ein S-Video-TV-Ausgang und ein Firewire-Port übrig geblieben sind. Darüber hinaus erhält man einen PC-Card-Slot Typ II und ein fast unsichtbares 3-in-1-Modul für Memory-Sticks, MMC- und SD-Cards.

Vernünftigerweise bietet Samsung einen USB-Port-Replikator für das X05 an. Dieser vervollständigt für weitere 130 Euro das Repertoire an herkömmlichen Anschlüsse.

Da es sich beim X05 um ein Centrino-System handelt, werden das integrierte 56-KBit/s-Modem und der 10/100-Ethernet-Adapter durch 802.11b-WLAN auf einer Mini-PCI-Card verstärkt. Das ist ein wichtiger Aspekt des Centrino-Konzepts, kann doch der Anwender hierdurch relativ problemlos auf neu eingeführte schnellere Standards umsteigen.

Die Tastatur war recht angenehm zu bedienen, wobei sie so ziemlich die gleichen Dimensionen beibehält, die man auf einer standardmäßigen PC-Tastatur findet. Das allgemeine Layout ist logisch konzipiert, das Keypad wirkt kompakt, aber nicht überfüllt. Die Tippgeschwindigkeit wird also nicht beeinträchtigt. Das Touchpad funktioniert ebenfalls recht ordentlich. Auch gibt es jetzt ein Scrollrad, mit dem man den Bildschirm vertikel bewegen kann.

Das Display liefert eine Auflösung bis zu den üblichen 1024 mal 768 auf einer Diagonale von 14 Zoll. Hieran gibt es sicherlich nichts auszusetzen – in dieser Gewichtsklasse. Die Anzeige war jedoch etwas trübe, selbst bei maximaler Helligkeitseinstellung. In einer sonnigen Ecke ist das Display also unter Umständen nur noch schwer erkennbar.

Leistung und Akkulaufzeit

Im Gegensatz zur teureren X10-Serie basiert das X05 auf dem Extreme Graphics 2 Accelerator-Chip von Intel, der Teil des 855GM-Chipsatzes ist. Durch die im EG2 eingesetzte SMA (Shared Memory Architecture) wird der Preis gedrückt, doch erreicht er nicht die gleiche Leistung wie der Nvidia GeForce 440 Go des Samsung X10. Dennoch kommt das Gerät ohne Probleme mit 2D klar und wurde auch mit 3D einigermaßen fertig. Nach dem 3DMark 2001-Ergebnis von 1858 zu urteilen, ist das X05 allerdings bestenfalls als 2D-Business-Plattform anzusehen.

Ihre beachtliche Geschwindigkeit verdanken die Centrino-Notebooks dem 1 MByte großen integrierten Cache des Pentium M. Das X05 bietet darüber hinaus einen 512 MByte großen DDR-Speicher und eine relativ schnelle Festplatte. Das Resultat: Ein lobenswertes Gesamtergebnis von 55,2 Punkten unter Business Winstone 2001 und eine gleichermaßen überzeugende Punktezahl von 36,0 in der Content Creation 2002-Benchmark. Für Windows- und Businessanwendungen ist das X05 also durchaus geeignet.

Mit Ausnahme von Norton Antivirus und ein paar Dienstprogrammen (einschließlich Nero Burning ROM 5.5, das trotz seines albernen Namens durchaus praktisch ist) muss die Software gesondert gekauft werden. Office XP wäre zwar wünschenswert gewesen, doch tröstet die einjährige europaweite Garantie (in Großstädten garantiert Samsung eine Bearbeitung innerhalb 72 Stunden) über diesen Mangel hinweg. In der Tat war das ganze X05-Paket sehr erfreulich: Mit etwas Unterstützung von Intel und Centrino ist es Samsung gelungen, ein sehr ansprechendes, gut konzipiertes und schnelles Business-Notebook herauszubringen, das ein Verkaufsschlager werden könnte.

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