Handy-Nummer beim Wechsel mitnehmen: ein teurer Flop?

Technisch ist die Mitnahme der Handy-Nummer nicht so einfach: Alle Handy-Nummern müssen dazu in einer zentralen Datenbank verwaltet werden, auf die alle Netzbetreiber und die Service-Provider wie Debitel und Mobilcom Zugriff haben. Geht ein Anruf auf einer bestimmten Nummer ein, wird erst geprüft, zu welchem Netz die Nummer aktuell gehört und der Anrufer entsprechend umgeleitet. Mit der Betreuung der Datenbank wurde die Telekom-Tochter T-Systems beauftragt.

Bisher haben aber nur wenige Kunden wirklich von der neuen Möglichkeit gebrauch gemacht. „Wir konnten keinen Run feststellen“, erklärt T-Mobile Sprecherin Andrea Vey. Ähnlich äußert sich auch die Nummer zwei auf dem deutschen Markt, Vodafone. „Die niedrigen Zahlen haben unsere Erwartungen getroffen“, so Unternehmenssprecher Heiko Witzke.

Deutlich euphorischer sind E-Plus und vor allem die Nummer vier auf dem deutschen Markt, O2. „Wir sehen uns als Nettogewinner der Rufnummernportabilität“, sagt E-Plus Sprecherin Christiane Kohlmann, muss aber einräumen, dass sich die Zahl der neu hinzugewonnen Kunden „im Bereich einiger tausend“ bewegt und damit keinen entscheidenden Einfluss auf die Marktanteile hat. „Für einen Kunden, der O2 verlässt, kommen sechs neue Kunden hinzu“, umschreibt O2-Sprechern Heidi Miklos die erste Bilanz in München.

Ein Grund für die bisher geringe Zahl der Unmeldungen dürfte die Zurückhaltung der PR-Abteilungen der beiden großen Netzbetreiber Vodafone und T-Mobile sein.

Zwar wird der Service seit 1. November pflichtgerecht angeboten. Eine Marketing-Kampagne wollen die Anbieter deswegen aber nicht starten. „Es ist bisher nicht geplant, diesen Service besonders zu bewerben“, so die T-Mobile Sprecherin.

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