Bahn kämpft gegen Billig-Tickets bei Ebay

Discounter-Angebot darf nicht weiter verkauft werden

Die Deutsche Bahn geht gegen Wiederverkäufer der neuen Billig-Tickets, die es ab Donnerstag bei Lidl geben wird, vor. „Der Weiterverkauf der Tickets ist nicht erlaubt“, sagte ein Bahnsprecher dem „Tagesspiegel“. Man stehe unter anderem mit dem Internet-Auktionsanbieter Ebay in Kontakt. „Entdecken wir dort Angebote, sprechen wir Ebay an. Diese Angebote werden dann von Ebay runtergenommen.“ Schon nach den ersten Berichten über die neuen Tickets habe es Versuche gegeben, Billig-Tickets im Voraus zu versteigern. Die Bahn werde auch den Verkauf bei anderen Anbietern von Internet-Auktionen unterbinden, sagte der Sprecher.

Bei Lidl werden ab Donnerstag erstmals Fernverkehrs-Fahrscheine für Züge der Deutschen Bahn verkauft. Der Discounter rechne mit einem Ansturm, sagte eine Lidl-Sprecherin dem „Tagesspiegel“. Darauf habe man sich auch vorbereitet. Man werde zusätzliche Kassen öffnen und mehr Personal einsetzen. Außerdem seien die Kassiererinnen zusätzlich geschult worden.

Dass die Aktion bei Lidl noch in letzter Minute von den Gerichten gestoppt werden könnte, hält die Bahn für unwahrscheinlich. Der Reisebüro-Verband versucht derzeit, eine einstweilige Verfügung dagegen zu erwirken. „Wir gehen davon aus, dass wir planmäßig mit dem Verkauf starten können“, sagte der Bahnsprecher. Er versicherte, dass man den Reisebüros mit der Aktion auch keine Konkurrenz machen wolle.

Ob es künftig wieder Billig-Tickets bei Lidl oder einem anderen Einzelhändler geben werde, hänge auch davon ab, wie viele Neukunden die Bahn jetzt gewinnen könne. Das werde nach der Aktion zunächst analysiert. „Die überwiegend sehr positiven Reaktionen bisher ermutigen uns aber“, sagte der Sprecher.

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4 Kommentare zu Bahn kämpft gegen Billig-Tickets bei Ebay

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  • Am 19. Mai 2005 um 22:14 von Lothar Schiefer

    Bahn will mit Billig-Tickets Neukunden gewinnen
    Liebe Bahnmanager,
    ich glaube, ihr habt da etwas ganz Wesentliches nicht verstanden: Neukunden gewinnt man nicht mit Billig-Tickets, sondern – große Überraschung! – mit SERVICE!

  • Am 18. Mai 2005 um 22:49 von D. A. Rose

    Die Bahn und der Rechtstaat
    Man helfe mir: Auf welche Rechtsvorschriften kann sich die Bahn berufen, wenn sie den privaten Weiterverkauf von Blanko-Tickets unterbinden will???
    Werden denn die Karten bereits beim Kauf bei Lidl namentlich gekennzeichnet und mit dem Vermerk "Nicht übertragbar" versehen?
    Es lebe die Bürokratie in der freien sozialen Marktwirtschaft! Beides kann Bürokratie zunichte machen: Die Freiheit und die Sozialbindung. Eigentlich dachte ich immer, soll sie beides sicher?

  • Am 18. Mai 2005 um 10:05 von Detlef Winter

    Billigtickets – Hurraaaaa Teutschland
    Was soll eigentlich dieses HickHack mit eBay? Verkauft die Bahn nun ihre Tickets, oder was? Wenn ich einen Gegenstand oder eine Leistung rechtmäßig erworben habe, kann ich doch wohl im Rahmen der Gesetze frei darüber verfügen? Was bezweckt die Bahn eigentlich damit? Fraßneid? Gott sei Dank ist in Deutschland alles wohl geregelt; zumindest für die Starken.

  • Am 18. Mai 2005 um 9:47 von Robert Wellmann

    Die Bahn kommt …
    Die Bahn lässt sich in Sachen Lidl nicht in die Suppe spucken und möchte Geld machen. Ok, ist legitim. Aber anderen in die Suppe spucken? Ja hallo? Es ist völlig ok, wenn ich mein Ticket bei eBay verkaufe, was soll daran falsch sein? Würde die Bahn selbst bei eBay verticken, dann wäre es wieder ok? Komische Bahn komische …

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