Copyright-Schützer vermelden Rekordhoch bei Hausdurchsuchungen

GVU berichtet über rasanten Anstieg bei Verfahren gegen Raubkopierer

Das Prinzip der „Nulltoleranz“ bei der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) hat in Deutschland 2004 zu einem rasanten Anstieg der Hausdurchsuchungen und Gerichtsverfahren geführt. In einer Aussendung freute sich die GVU heute über das Rekordhoch von 2084 Durchsuchungen (plus 51 Prozent im Vergleich zu 2003) und 2500 Verfahren. Alleine bei Filmen stieg die Zahl der von der GVU eingeleiteten Verfahren um 65 Prozent. So gut wie alle Verfahren werden aus Sicht der Copyright-Schützer erfolgreich abgeschlossen.

„Dieser Erfolg der GVU und der deutschen Strafverfolgungsbehörden ist weltweit einzigartig“, lobt Dara MacGreevy, Vizepräsidentin der Motion Picture Association (MPA), die Gründlichkeit der deutschen GVU. „Bei einem Kontrolldelikt, wie wir Kriminalisten sagen, gilt die Regel: Je genauer man hinschaut, um so mehr findet man“, so Jochen Tielke, Geschäftsführer der GVU und ehemaliger Kripobeamter. „Offensichtlich guckt man jetzt genauer hin und wir haben alle Hände voll zu tun“, so Tielke weiter. Dank der Nulltoleranz-Strategie der GVU sei das Problembewusstsein der Strafverfolgungsbehörden in Sachen Urheberrechtsverletzungen deutlich gestiegen. Der massive Druck und die Kampagnen der Musik- und Filmindustrie dürften wohl auch einiges dazu beigetragen haben.

Die Novellierung des Urheberrechtsgesetzes Ende 2003 ermöglicht seither auch die strafrechtliche Verfolgung von P2P-Usern, also den Up- und Download urheberrechtlich geschützter Inhalte. Kopien aus offensichtlich illegalen Quellen sind seither strafbar. Die GVU verweist mit Stolz auf den weltweit größten Fall des Downloadservices FTP-Welt. Die drei Hauptbeschuldigten erwarten demnach hohe Strafen von bis zu fünf Jahren Haft. Darüber hinaus haben aber alleine aufgrund dieses Falles bis zu 15.000 deutsche User mit Strafverfahren zu rechnen, so die GVU. Erfolge seien auch bei den Ermittlungen gegen die Hauptverursacher des Schadens durch Copyright-Verletzungen zu verzeichnen. Dies sei vor allem durch das Vorgehen gegen große Anbieter sowie durch das Eindringen in die Szene der Release-Groups, der Erstveröffentlicher von Raubkopien, der Fall. Aber auch bei kleinen Fällen werde sofort Klage erhoben, sobald die Beweislage ausreicht, so Tielke.

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5 Kommentare zu Copyright-Schützer vermelden Rekordhoch bei Hausdurchsuchungen

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  • Am 6. April 2005 um 18:11 von MusicHuman

    Radikalismus war noch nie Erfolgreich, wenn, dann auch nur kurz
    Was denken sich die Leute eigentlich von der GVU… haben die viell. nicht selbst Kinder die Filesharing betreiben? Dann sollen die mal da anfangen…. und überlegen ob es richtig ist wegen einem colleteral schaden der Musik und Filmindustrie einzugreiffen…
    und insbesondere, kopierer : morden nicht, machen nichts kaputt, und tuen niemandem was… das man deswegen, wegen einer KOPIE Hausdurchsungen anordnet und die Leute Krimminalisiert ist nicht der sinn der legislative, judikative und exekutive…..
    ich mein es gibt auch schon tauschbörsen die durch ihre werbeeinnahmen geld an die Musik Film industrie übertragen…. ich finde da sollte angesetzt werden… denn durch radikalität und diese Hausdurchsungen fängt jeder doch mehr an an unserem rechtsstaat zu zweifeln….und wer weiß wie viel die musik industrie dem staat schon gezahlt hat für seine netten dienste????
    und wie war es noch früher zu kassetten und cd zeiten? War das nicht ein guter weg einfach auf alle aufnehmenden tonträger gema gebühren zu erheben die man beim kauf einer kassette gleich mitbezahlt hat? Hat das so schlecht funktioniert, das man heute lieber einfach nur verklagt????? Es gab doch schon in der vergangenheit schon so gute lösungen, wieso macht man das jetzt nicht mehr????? fairsharing.de gibt sich in dieser hinsicht mühe das wieder so wie ich es interpretiere hinzubekommen… leider sehr spät aber hauptsache es fängt an… denn wenn man nach der musikindustrie ginge müsste man einfach auch alle von früher die sich was von kassette kopiert haben bestrafen und davon gibt es massen…. naja vielleicht gilt ja das motto ist altmodisch gewesen mit gema gebühren für leere kassetten.. und wir müssen neumodisch werden… doch nicht alles neue ist gut ;)
    jetzt mal ehrlich gibt es eigentlich noch so gute künstler wie Michael Jackson oder Abba, Beatles? ich denke das alles eh heute nur 1 hit wonder sind, ich selber komme zwar aus der generation 1985 mag trotzdem abba und etc viel lieber als den heutigen scheiß und der fängt bei schnappi und den möchtegern superstars an…. und zum anderen geht es den musikfirmen bzw filmindustrie nur um die großen gewinne und immer mehr aktionären…geld … geld ..geld… das wird wie es für mich mich jetzt aussieht von gott bestraft… indem es halt immer mehr filesharer gibt

    Man sollte nicht das geld und die verluste für sowas zum anlass nehmen filesharer zu verklagen… im endeffekt wird alles doch immer mehr zu einem Krieg und ist das, dass was wir wollen? das alles jenen und jeden nur verklagt

    Naja http://www.Fairsharing.de ist schon eine innitiative die gegen den scheiß einwirkt was auch wichtig ist.

  • Am 22. März 2005 um 2:29 von Benny

    Die Musikindustrie erklärt dem Bürger den Krieg
    …denn das ist die Situation, in der wir uns befinden.

    "Bist du nicht willig, so brauche ich Gewalt." Und die Industrie hat die Staatsmacht als ausführende Gewalt für sich vereinahmt.

    Es ist schon ein starkes Stück, das eine Industrie die Freiheit des Menschen einzuschränken vermag und das Kultugut Musik dazu verwendet, um Macht auf Menschen auszuüben.

    Faschismus, ick hör dir trapsen. Das Kapital macht wieder Politik gegen den Bürger. Das hatten wir doch schonmal.

  • Am 21. März 2005 um 20:00 von Schwerverbrecher

    … rasanter Anstieg bei Verfahren gegen Raubkopierer …
    Und ist der Umsatz der von der GVU vertretenen Firmen auch rasant angestiegen ? Oder handelt es sich nur um überambitionierte Lobbyarbeit ? Ich jedenfalls fasse keine kopiergeschützten CD´s mehr an, weil ich Angst habe, daß beim Einlegen in ein CD-Laufwerk die Handschellen rausschnippen. Dumm gelaufen oder ?

    • Am 22. März 2005 um 1:40 von Otto Normalverbraucher

      AW: … rasanter Anstieg bei Verfahren gegen Raubkopierer …
      Genau, ich stimme vollkommen zu!

      Ich achte auch beim Kauf auf Kopierschutzlabels. Und geht mir mal was daneben, wird umgetauscht!

      Und wenn man mal etwas downloadet, wovon man nicht direkt weis, ob es dem Urheberrecht unterliegt, …

      dann sollte man über 1 bis 2 Proxis gehen. Da kommt die geifernde Bande dann nicht mehr hinterher!!!

    • Am 22. März 2005 um 7:47 von Hagen

      AW: AW: … rasanter Anstieg bei Verfahren gegen Raubkopierer …
      Momentan sieht es in der Schweiz noch ein wenig besser aus aber auch hier werden neue Gesetzesentwürfe vorgelegt und erste Verfahren gibt es auch bereits.

      Würde die Industrie anständige Preise machen und jegliche Form von DRM und Kopierschutz entfernen wäre ich bereit wieder CD’s zu kaufen, aber so wies momentan aussieht nicht.

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