McLaren: „Echtzeitdaten entscheiden ein Rennen“

ZDNet: Sie stehen also noch mehr unter Druck als ein ’normales‘ Unternehmen, meinen Sie?

Neale: Und ob. Sie dürfen, nur um überhaupt noch im Rennen zu sein, niemals um mehr als sieben Prozent langsamer sein als der jeweils Schnellste an diesem Tag. Ich weiß ja nicht, wie sich das Auswahlkriterium in der IT-Branche gestaltet, aber stellen Sie sich vor: Wenn Sie nicht annähernd das Benchmarking erreichen, qualifizieren Sie sich noch nicht einmal fürs Rennen. Zwischen dem ersten, zweiten und Dritten eines Rennens liegen zudem oft nur Hundertstel Sekunden – ich weiß, auch die IT-Industrie ist tough, aber bei uns ist das schon ins Extrem getrieben. Da lastet ein irrer Druck auf den für das Entwicklungs- und Testprogramm verantwortlichen Leuten. Schließlich wollen wir auf der ‚leading‘, nicht der ‚bleeding edge‘ der Technik stehen.

ZDNet: Auch IT-Manager müssen innovativ sein und versuchen, der Konkurrenz eine Nasenspitze voraus zu sein.

Neale: Klar, überall wird versucht, sich mit Innovationen ins Ziel zu retten. Der Unterschied liegt im Bringen: Sie können bei einem Grand Prix keine 15 Minuten zu spät an den Start rollen, das geht einfach nicht. Solche Schlampereien werden in anderen Branchen vielleicht verziehen, bei uns nicht. Ich habe zuvor in der Verteidigungsindustrie meine Brötchen verdient. Da hatte ich es mit Kunden zu tun, die sich freuten, wenn Sie ihre bestellten Produkte noch im selben Jahr erhielten. Ich vermute, in der IT-Industrie werden die Lieferfristen unter einem Jahr liegen (lacht). Wir hier aber müssen liefern, sobald das Rennen beginnt. Und bedenken Sie: Kein Auto ist wie das andere!

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