Eine gigantische Virenflut: „700 neue Windows-Würmer pro Monat“

Gernot Hacker, Director of Technology beim Antiviren-Spezialisten Sophos, im Gespräch mit ZDNet über die Mythen der Virenautoren und den aktuellen Stand der Bedrohung aus dem Internet

ZDNet: Herr Hacker, die Virenflut nimmt in den letzten Wochen biblische Ausmaße an. Gleichzeitig werden Stimmen laut, die das Auftauchen neuer Viren mit organisierter Kriminalität in Verbindung bringen. Das Bild des einsamen Einzeltäters wäre damit obsolet geworden.

Hacker: Nein, das sehe ich nicht so. Was wir sehen ist seit neustem eine Chance für Virenschreiber, Geld zu verdienen, indem sie Rechner übernehmen und Spammern anbieten. Das hatten wir in der Vergangenheit schon vermutet, jetzt sind wir uns ziemlich sicher. Aber von organisierter Kriminalität zu sprechen halte ich für ein wenig übertrieben.

ZDNet: Dann heißt es auch oft, dass ein Großteil der Angriffe aus Asien und Osteuropa kommt. Was ist an diesem Mythos dran?

Hacker: Es ist schwer, die Angriffe zuzuordnen. Es ist wichtig, die Leute ausfindig zu machen. Grundsätzlich möchte ich aber davon Abstand nehmen, dass ‚der Asiate‘ oder ‚der Osteuropäer‘ als solcher ein übler Virenschreiber währe. Im Gegenteil, in jüngster Vergangenheit haben wir mehrere Viren gesehen, beispielsweise Sober, die auf Deutsch daher kamen. Das hat sogar einige Leute bei uns sehr irritiert. Mit dem Kontinent hat das also wenig zu tun.

ZDNet: Der Spam in meinem Postfach wird auch zunehmend deutschsprachig.

Hacker: Ja, offenbar wurde der deutsche Markt als interessant befunden, so dass die Spam-Autoren nun auch deutsche Texte einsetzen.

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3 Kommentare zu Eine gigantische Virenflut: „700 neue Windows-Würmer pro Monat“

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  • Am 17. August 2004 um 9:42 von Janet Wulff

    AW: Der Fluch der homogenen Computerwelt
    Ist alles richtig und ich beobachte auch immer mehr die Zunahme von Viren bzw. Würmern. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da war Ostern und Weihnachten jeweils Hochkonjunktion für derartige Plagegeister auf dem Rechner. Es verdient aber noch eine andere Gruppe mit daran, nämlich die Firmen für Anti-Viren-Software. Heut kann man ja keinen Rechner mehr allein ins Netz lassen und ist praktisch schon gezwungen immer Norten, MCAffee und wie sie alle heißen unserem Rechner mit ans Händchen zu geben.

  • Am 29. April 2004 um 2:48 von Realist

    Der Fluch der homogenen Computerwelt
    Die Marktmacht von MS hat halt auch Nachteile. Durch die hohe Verbreitung von System, ist die Chance, dass das Ziel des Virenschreibers erfüllt wird sehr hoch.

    Wäre die Computer- und Softwarewelt um einiges vielfältiger, wäre die Sache für Viren- u. Trojanerautoren schon wesentlich anspruchsvoller.

    • Am 30. April 2004 um 16:24 von Rumpelstilzchen

      AW: Der Fluch der homogenen Computerwelt
      Wohl war. Aber denk mal an die Folgen für die Softwareindustrie, die müßten ihre Software auf allen Main-Betriebsystemen zum laufen bringen. Was wohl auch Probleme geben würde.

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