Urteil: P2P-Börse Kazaa darf in USA verklagt werden

Richter Stephen Wilson sieht viele der P2P-User ebenso wie die meisten Film- und Musikrechteinhaber in Kalifornien beheimatet

Der Napster-Nachfolger Kazaa darf in den USA von der Film- und Musikindustrie vor den Richterstuhl gezogen werden. Das entschied jetzt Bezirksrichter Stephen Wilson in einem Verfahren.

Damit können die Recording Industry Association of America (RIAA) und Motion Picture Association of America (MPAA) mit ihrem Klagefeldzug gegen die Tauschbörsen-Mutter Sharman Networks fortfahren. Kazaa ist einer der populärsten Tauschbörsen seit dem Untergang von Napster.

In der 46-seitigen Entscheidung des Richters heißt es unter anderem: „Berücksichtigt man, dass Sharmans Software (Kazaa) über 143 Millionen Mal heruntergeladen wurde, kann man von vielen Verträgen mit kalifornischen Einwohnern ausgehen.“ Viele, wenn nicht die meisten, der Musik- und Videorechte lägen zudem bei kalifornischen Unternehmen.

Sharman Networks hat derzeit seinen Hauptsitz in Australien betreibt sein Geschäft von der pazifischen Inselnation Vanuatu aus. Sharman hatte zuvor einen Antrag auf Einstellung der Klage mit der Begründung gestellt, man sei nicht an US-Recht gebunden, da die Mehrheit der Vertragskunden nicht aus Kalifornien stammen würde.

MPAA und RIAA begrüßten dagegen das Urteil. „Wir sind mit der Entscheidung zufrieden, da Sharman Networks Anstrengungen sich der rechtlichen Verfolgung zu entziehen gescheitert sind. Sharman Networks sollte mit US-Recht für die illegalen Taten zur Verantwortung gezogen werden und nicht davon profitieren“, erklärten die Rechtsvertreter der US-Verbände.

ZDNet hat dem Thema „Spionage und Werbung: Filesharing-Börse Kazaa“ einen ausführlichen News-Report gewidmet. Zusätzlich hat ZDNet eine Liste weiterer brauchbarer, obendrein kostenloser Anbieter von Tauschservices zusammengestellt. Auch die neue Version von Kazaa und Kazaa-Lite stehen hier zum Download.

Themenseiten: Telekommunikation

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

6 Kommentare zu Urteil: P2P-Börse Kazaa darf in USA verklagt werden

Kommentar hinzufügen
  • Am 21. September 2003 um 21:33 von Kaya Yanar

    P2P Börse Kazaa darf in den USA verklagt werden
    Scheiß RIAA das ist meine meinung hoffendlich hacken mal die hacker einen
    fetten virus in ihren rechnern. haha

    p.s hoffendlich können sie sich NICHT SCHÜTEZEN

  • Am 14. Januar 2003 um 12:18 von Puddi

    Typisch amis
    tja tja, die amis wollen doch immer in der ganzen welt ordnung schafen. aber meine herren, überlegt euch mal, was nach napster kam, als diese zu grunde ging? gnutella. und was kam nach gnutella? kazaa. dann verklagt doch Kazaa meine lieben richter, dann gibt es wenig später wieder eine neue tauschbörse, aber das sehen wohl die richter nicht ein….. oder besser gesagt die kläger…

  • Am 14. Januar 2003 um 11:22 von ICH

    als nächsten sind die user dran….
    …. aber darauf freue ich mich schon!<br />
    1995 wurde wintzigweich per hamburger gerichtsbeschluß verboten, die platten der user zu scannen.<br />
    sollte ich unerlaubt daten aus dem netzwerk ziehen, muß mir dieses nachgewiesen werden. allerdings, ohne den mitschnitt des traffics (wird so aber schwierig) – denn auch das ist per gesetz ’ne verletzung des datenschutzes.<br />
    <br />
    aber ich sehe es genauso: stirbt kazaa, werden alle weinen & sich was neues suchen.<br />
    <br />
    -ich-

  • Am 14. Januar 2003 um 10:14 von webjoker

    Kazaa
    Man der Richter hat Nerven:<br />
    Von 143 Millionen sollen viele bzw die meisten in Kalifornien liegen??<br />
    <br />
    Man muss Kalifornien übervölkert sein…<br />
    <br />
    webjoker

  • Am 13. Januar 2003 um 20:05 von Win MX

    WinMX rulez!
    Unter diesem Hickhack leiden nur die User, die aus Bequemlichkeit Napster-ähnliche Dienste mit zentralen Servern benutzen. Währenddessen lachen sich User von dezentralen System wie WinMX ins Fäustchen.

  • Am 13. Januar 2003 um 10:13 von Kai

    Die Karawane zieht weiter
    Napster wurde totgeklagt, die P2P-Gemeinde ging fast kommentarlos zu Morpheus und Kazaa. Deren Tools waren besser und effizienter als Napster, die dezentrale Architektur technisch nicht abschaltbar.<br />
    <br />
    Wird nun Kazaa totgeklagt, zieht die Karawane erneut weiter, womöglich zu noch besseren Tauschtools.<br />
    <br />
    So, what RIAA?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *