Musikverband: „Vergütungen auf CD-Brenner überfällig!“

Angeblich noch in diesem Frühjahr Entwurf zu neuem Gesetz

Der Vorsitzende der deutschen Phonoverbände, Gerd Gebhardt, hat erneut Vergütungen für CD-Brenner gefordert. In einem Gespräch mit der Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin wollte Gebhardt die „Bedrohung der Musikwirtschaft durch massenhafte Raubkopien zum Ausdruck bringen“.

Im vergangenen Jahr seien in Deutschland erstmals praktisch so viele CD-Rohlinge mit Musik gebrannt wie Original-Alben verkauft worden. Die dadurch verursachten Umsatzverluste „bedrohen die Musikwirtschaft in ihrer Existenz“, so der Vorstand. Er erwartet von der Bundesregierung gesetzliche Regelungen, die der Musikwirtschaft einen wirksamen Selbstschutz ermöglichten. Gebhardts Leitsatz: „Das Schützbare schützen, das Nicht-Schützbare vergüten.“

Dementsprechend müssten dort konsequent pauschale Vergütungen gezahlt werden, wo technischer Schutz durch Kopierschutzsysteme nicht möglich sei. Es könne nach Auffassung der phonographischen Wirtschaft nicht hingenommen werden, dass Vergütungszahlungen auf Geräte wie CD-Brenner, die eindeutig zum Kopieren bestimmt sind, immer noch verweigert würden.

„Hier ist schon nach dem geltenden Urheberrechtsgesetz eine Vergütung überfällig! Wir bedauern, dass die Verhandlungen über Pauschalvergütungen zwischen den Unternehmen der Informationswirtschaft und den Verwertungsgesellschaften trotz der Vermittlungsbemühungen des Bundesjustizministeriums nicht zu einem Ergebnis geführt haben,“ so Gebhardt.

Das Bundesministerium der Justiz werde noch in diesem Frühjahr einen Gesetzentwurf zur Umsetzung der EU-Richtlinie „Urheberrecht in der Informationsgesellschaft“ vorlegen, der Kopierschutzsysteme gegen Umgehung schützen wird. Der Verband zitiert die Ministerin mit den Worten: „Die Bedrohung der Musikwirtschaft durch massenhaftes Raubkopieren von CDs ist offensichtlich. Die Bundesregierung wird dieses Problem bei der anstehenden Novelle des Urheberrechtsgesetzes angemessen berücksichtigen.“

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8 Kommentare zu Musikverband: „Vergütungen auf CD-Brenner überfällig!“

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  • Am 21. März 2002 um 15:39 von Thorsten

    Nicht jeder kopiert "Musik"
    Hier wird der Gleichheitsgrundsatz mal wieder sehr ausgeweitet, um mafiaartigen Kartellen noch mehr Geld in die Kassen zu spülen.

    Nicht jeder Besitzer eines CD-Brenners ist ein potentieller Raubkopierer… es soll auch Menschen geben, die diese Geräte als Backup-Lösung einsetzen oder beruflich verwenden!

    Die Folgerung, nur weil ein CD-Brenner zum Raubkopieren eingesetzt werden kann, muss er pauschal versteuert werden ist widersinnig und meines Erachtens auch nicht juristisch vertretbar.

    Ansonsten wäre jeder Deutsche ein potentieller Mörder, nur weil er ein Obstmesser besitzt, dass auch als tödliche Stichwaffe mißbraucht werden könnte.

    Und weshalb werden CD-Rohlinge bereits über die GEMA "vergütet"?! Doppelt abkassieren ist doch auch nicht rechtlich vertretbar… ganz nebenbei muß eine Vergütung zur Legalisierung des "Raubkopierens" führen. Denn wenn man für etwas (pauschal) zur Kasse gebeten werden soll, muss auch eine Gegenleistung erbracht werden.

    Aber was soll man von dem "demokratischen" Beamten- und Polizeistaat Deutschland schon erwarten?

    Gesetzte werden solange umgeschrieben, bis die Industrie gnädig gestimmt ist. Und steuerliche Ausfälle zahlt der Bürger.

    Bestes Beispiel ist die Verhinderung der von der EU gefoderten Entbündelung der letzen Meile und der Liberalisierung des Ortsnetzes… Schröder und Eichel lecken die Schuhe von Ron "ich wär so gerne Manager" Sommer… und handeln gegen Volk und EU-Beschlüsse… und da rege sich nochmal einer über die Politik der USA auf…

    Amen.

  • Am 8. März 2002 um 12:15 von Resezion

    Auch von der Rezession betroffen, aber dann sinds die bösen Raubkopierer!
    Als Käufer von orgiginal CD, muß ich sagen, daß ich den Kauf von CD´s letztes Jahr sehr eingeschränkt habe. Und bei der aktuellen Wirtschaftslage und Euro Teuerung sollte es die Musikindustrie nicht wundern, wenn die Leute sparen. Und Deutschland spart an allem außer Auto und Urlaub, aber beim Entertainment zuerst!

  • Am 8. März 2002 um 9:54 von ich

    Zum Speicher Herr Gebhardt,.. zum Speichern…
    (…)Vergütungszahlungen auf Geräte wie CD-Brenner, die eindeutig zum Kopieren bestimmt sind…

    Eine sehr Fachkompetente aussage !

    Nur Mainstream-Schrott für überteuerte Preise auf den Mark bringen, Kopierschutzmechanismen, die das abspielen selbst auf "nomalen" CD-Playern verhindern,… aber für CD-Brenner auch noch abkassieren ? Wofür ? Warum für CD’s bezahlen, die man eh gleich wieder umtauschen muß ? Warum GEMA, wenn man die CD’s nichtmal abspielen kann ?

    Hier muß ganz klar Differenziert werden Herr Gebhardt !

    Es gibt CD-Kopiergeräte, diese sind tatsächlich zum Kopieren bestimmt !

    Ein CD-Writer eines PC’s wird in erster linie aber zur Datensicherung benutzt und ist eigentlich auch genau dafür gedacht. Das man damit auch noch etwas anderes machen kann, sagt nicht aus, das es jeder auch tut.

    Die GEMA-Gebühren auf CD-Rohlinge sollten eigentlich reichen,… Pauschal alle Computerbenutzer als Kriminell zu verurteilen (das tun sie mit ihrer aussage nämlich) fällt wohl nicht in Ihr Aufgabengebiet.

    Von den 30! Rohlingen die ich letztes Jahr gekauft habe, liegen immernoch 29! unbeschrieben in der Schublade. Und auf diesem einen, den ich beschrieben habe, sind Datensicherungen meiner Webseiten und andere Persönliche Daten, die allesamt mein geistiges Eigentum darstellen! So viel zu Ihrer Statistik !

    Wo sind die Interperten, die noch vor wenigen Jahren für den großen Umsatz in der Musikindustrie gesorgt haben ? Die sind alle noch da,… nur gespielt werden die neuen Titel, weder im Radio, noch im Fernsehen,… Ein aktuelles Album einer ehemaligen Top-Band käuflich zu erwerben gestalltet sich auch fast unmöglich. 99% der Musik-"Fachgeschäfte" sind nicht in der lage die begehrten Scheiben zu liefern, wenn sie sich ausserhalb der Top-Listen befinden. !

    Übrigens verlange ich von Ihnen jetzt eine Schutzgebühr für Ihren Drucker, Ihre Tastatur, Ihre Maus,… und natürlich Ihren PC,.. denn damit könnten Sie ja meinen Kommentar lesen,.. kopieren,… oder gar weiterverbreiten ?!

    Die betonung liegt auf "könnten" Herr Gebhardt,… ich sage nicht, das Sie das tun, also sprechen Sie in Zukunft auch in diesem Ton ! Danke!

  • Am 8. März 2002 um 9:47 von Juliet

    Musikverband und Bundesregierung
    mir ist immer noch unklar warum sich die Musikindustrie nicht was sinvolles einfallen läst!! naja die Bundesregierung zieht warscheinlich mit weil sie dann auch noch eine Kopiersteuer druflegen kann !!

  • Am 8. März 2002 um 9:38 von industriehasser

    Zeit zum Umdenken
    Die Entwicklung in diese Richtung aufzuhalten ist wohl unmöglich und das ist gut so! Ihr Industriellen: Zeit zum Umdenken – wer Ranz verkauft wird Ranz ernten. Die meissten heutigen Hits haben doch schon vor 20 Jahren die Kasse klingeln lassen. Heute brüht man die Erfolge von gestern mit milchgesichtigen Pickelbuben & -mädchen auf, die von Musik so viel Ahnung haben wie der Papst von Sex! Ja, am Anfang rennt es, dann merkt Ihr, das Eure Klientel nicht wirklich Geld hat, sondern lieber morpheust, gnutellat oder eben brennt!

    JEDER VERDIENT DAS, WAS ER TUT! WENN ICH NUR ZWEITKLASSIGEN BILLIGSCHROTT VERKAUFE, KANN ICH MICH AUCH NICHT BESCHWEREN UND DANN VERSUCHEN JEMAND ANDEREM DIE KOHLE AUS DER NASE ZU ZIEHEN!

    Billige Ware, in Massen verkauft bedeutet nicht Erfolg und Gewinn bis in alle Ewigkeit – das hoffe ich!

  • Am 8. März 2002 um 9:01 von Sven

    Milchmännchen lässt grüssen
    Ich finde die Gerhards Behauptung, das so viele Alben gekauft wurden, wie gebrannt wurden für absurd. Wenn man davon ausgeht, das fast jede gekaufte CD für Raubkopien verwendet wird, kann man das vielleicht verstehen. Dies ist aber nicht der Fall, es gibt viele Private Personen und Firmen, die Backups auf CD-Rohlinge schreiben, die Kleinstmengen selbstproduzierter Software auf CD brennen oder Daten per CD austauschen. Wenn die Herrschaften mal die möglichkeit in Betracht ziehen, das man mit CD’s auch andere sachen machen kann, als Musik drauf zu spielen, würden dieseleute auch mal ihre Statistik korregieren und merken, das Nutzer nicht immer die Bösen sind.

    Aber: Der User ist eine melkbare Milchkuh, mit denen kann man es ja machen…

  • Am 8. März 2002 um 7:20 von mark_zwoelf

    krimminelle Abzocke
    Bei mir ist höchstenst 1 von 30 (1/30) Rohlingen für eine Musik (eigentlich MP3 cd verwendet worden). Wie die Musikindustrie an diese Zahlen kommt ist mir ???? Bekomme ich dann von den gebüren was zurück??? (oder muß ich für meine Festplatten-Backups auch eine GEMA-Gebür zahlen??? Oder meine Home- Videos die ich mit eigener Kamera aufgenommen habe, sind auch die GEMA- pflichtig). Muss ich auch GEMA zahlen für die CD’s die ich dann demnächst auch nicht mehr kopieren bzw. kopierschutz umgehen darf??? Fragen, Fragen, Fragen ???

  • Am 8. März 2002 um 7:09 von zutz

    Wer Mist produziert,
    Wer Mist produziert, darf sich nicht wundern, wenn es niemanden gibt, der einen diesen Mist abkauft. Wer dann noch dreist behauptet, daß andere Schuld sein, daß niemand seinen Mist abgekauft, lebt in einer verkehrten Welt.

    CD-Brenner können natürlich zum Musik-CD kopieren genutzt werden. Grundsätzlich benutzen die Meisten aber CD-Brenner aber zur Datensicherung und zum Datenaustausch. Ich habe jedenfalls keine Lust, beim Kauf meiner Rohlinge und eines CD-Brenners irgendeinen abgehalfterten Schlagerfuzzi zu finanzieren, insbesondere wenn ich beides nur zur Datensicherung benutze! Anstatt Abgaben zu verlangen, sollten diese komischen Vögel mal ihre Preispolitik überdenken. Solange die Geld dafür habt, komische, von einigen Interessierten schnell zu umgehende "Kopierschutze" zu entwickeln, kann es denen doch gar nicht so schlecht gehen, oder?

    Wenn sich die Musikindustrie vielleicht mal Gedanken über ihre "Produkte" machen würde, sollte sie merken, daß niemand an billigen Plagiaten Intreresse hat. Ebenso wenig an den uns Konsumenten vorgesetzten Hypes.

    Aus der Tatsache, daß die Musikindustrie anscheinend nur gut feiern und sich selbst beweihräuchern kann, darf sie nicht ableiten, daß sie jeden Computerbesitzer/-nutzer für ihre Feiern zur Kasse bitten darf.

    Die ganze Abzockermentalität, u. a. auch von GEMA und Konsorten ist nicht nur dreist sondern m. M. nach kriminell. Wenn alle Industriezweige nach dieser Methode vorgehen würden, hätten wir demnächst auf irgendwelche Produkte die gleichen Abgaben. Auf Kaffee vielleicht eine Abgabe für die chemische Industrie, auf Brot eine Abgabe für die Krankenhäuser usw.

    Nein, nicht mit mir. Falls es zur einer pauschalierten Abgabe auf Rohlingen kommt, gibt es immer noch die Möglichkeit, über das Ausland im Internet zu bestellen.

    zutz

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