Die Notebook-Serie Atlas XP von Videoseven (V7) besteht derzeit aus zwei Notebooks. Beide Modelle wiegen 3,4 kg, verwenden Desktop-Prozessoren und besitzen ein 14-Zoll-Display – allerdings lediglich mit XGA-Auflösung. Als Betriebssystem setzt Videoseven Windows-XP ein. Der Speicher umfasst je 256 MByte, von denen allerdings 64 MByte allein dem Grafiksystem zur Verfügung stehen.

Das besser ausgestattete Modell zu einem Preis von ungefähr 2000 Euro nutzt einen Intel Pentium III mit 1200 MHz. Als Wechsellaufwerk ist eine DVD-/CD-Brenner-Kombination von Toshiba vorgesehen. Die Festplatte bietet 30 GByte Platz. Sein günstigeres Pendant für 1600 Euro verfügt stattdessen über ein achtfaches DVD-Laufwerk und einen Intel Celeron mit 1200 MHz. Außerdem sind nur 20 GByte Plattenspeicher vorgesehen. Im Test steht die Highend-Variante Atlas XP PIII.

Mit dem getesteten Gerät wendet sich Videoseven an Business-Kunden, und dank Desktop-Tualatin-Prozessor (allerdings nur mit 256 KByte Level2-Cache) sind die Ergebnisse passabel. Der Business Winstone 2001 bringt bei den von ZDNet bei allen Notebook-Tests verwendeten Einstellungen 31,8 Punkte. Unter Windows-XP bedeutet das die Verwendung von ClearType-Fonts, einem Verfahren zur Kantenglättung von Windows-XP, die gerade auf Notebooks für bessere Lesbarkeit von Schrift sorgen soll. Ohne diese aufwändige XP-Technik erreicht das Notebook 34,3 Punkte.

Unter den Multimedia-Anwendungen des Content Creation Winstone 2001 schafft das Atlas XP 45,5 Punkte. Beim Test der Batterielaufzeit rächt sich der Einsatz des Desktop-Prozessors: eine Stunde und 36 Minuten hält das Notebook die Belastung durch den Battery Mark 4.01 durch. Das ist nicht ungewöhnlich – aber da eine solch kurze Batteriezeit mobile Nutzung nahezu ausschließt, sollten Business-Kunden auf ein teureres, aber langlebigeres und etwas leichteres Modell ausweichen. Die Kapazität des Akkus liegt bei immerhin 3600 mAh (Milliampèrestunden) – mit einem mobilen Prozessor wäre für das Atlas XP viel mehr drin.

Die ungewöhnliche Speicher-Menge von 192 MByte ergibt sich aus 256 MByte minus 64 MByte, die das Grafik-Subsystem des Sis-Chipsatzes 630/730 beansprucht. Mit eigenem Grafikspeicher und den kompletten 256 MByte fürs System wäre die Benchmark-Leistung unter dem schnellen, aber umfangreichen Windows-XP sicher noch ein gutes Stück schneller.

Das Grafik-System enttäuscht auch dadurch, dass es nur maximal 1024 mal 768 Punkte darstellen kann – bei 16 Bit Farbtiefe. 32-Bit-Farben stehen nur bei einer Auflösung von 800 mal 600 Punkten zur Verfügung. Einen externen Monitor anzuschließen macht bei der niedrigen maximalen Auflösung von 1024 mal 768 keinen Sinn – das 14-Zoll-Display muss ausreichen.

Das Atlas-Notebook ist mit einer 30 GByte großen Festplatte von Fujitsu und DVD-ROM/CD-RW-Kombination ausgestattet. Die Festplatte hat V7 nicht partitioniert. Mit 4200 Umdrehungen pro Minute entspricht sie dem in Notebooks Üblichen. Probleme macht das Toshiba-DVD-/CD-RW-Laufwerk. Aufgrund eines Treiberproblems liest es in etwa zwei von drei Fällen eingelegte CDs und DVDs nicht korrekt – sondern zeigt sie als leeres Medium an.

Als Anschlüsse sieht Videoseven einen Cardbus-II, einen Cardbus-III, je eine serielle und parallele Schnittstelle, Infrarot- und zwei USB-Ports vor. 16-Bit-Sound, Modem und Fast-Ethernet sind an Bord. Das mächtige Gehäuse wirkt durch die silberne Farbe etwas schlanker. Es handelt sich aber um Plastik und nicht um eine Aluminium-Legierung oder dergleichen.

Die Besonderheit der silberfarbenen Notebooks ist eine zweijährige Pick-Up-Garantie. Der Nutzer muss also keine Portokosten übernehmen oder gar das Gerät in einem Geschäft abgeben. Ab dem ersten Quartal 2002 will Videoseven die Reihe mit 15-Zoll-Bildschirmen und dem dann verfügbaren Mobile Pentium 4 ausbauen. Dann soll es auch möglich sein, die Notebooks übers Web individuell zu konfigurieren.

Das Atlas XP ist ein weiterer Desktop in Notebook-Verkleidung. Für Business-Nutzer, auf die Videoseven mit diesem Modell setzt, ist er selbst in einer Zeit der knappen Budgets zu schwer. Die Akku-Laufzeit ist schwach, liegt aber mit 1:34 Stunden noch knapp im akzeptablen Bereich.

Die Ausstattung enttäuscht hinsichtlich Grafik und Display – maximal 1024 mal 768 Punkte bei 16 Bit Farbtiefe sind etwas wenig. Auch die Konfiguration könnte besser sein: Das DVD-Laufwerk funktioniert aufgrund eines Treibers nur intermittierend, und installierte Software ist nicht auf dem Windows-Desktop verknüpft.

Es gibt auch positive Punkte zu melden – das Gehäusedesign kommt bei vielen gut an, und die Festplatte ist mit 30 GByte erfreulich groß. Auch die Palette an Anschlüssen ist umfangreich, obwohl nicht spektakulär. Die Benchmark-Resultate zeigen eine gute Performance bei Business- und Highend-Anwendungen.

Videoseven ist eine Marke des Großhändlers Ingram-Macrotron und beliefert mit seinen Notebooks Einzelhändler in Europa. Die Preise könnten deshalb je nach Ausstattung und Zubehör stark schwanken. Der vorgeschlagene Preis von 3900 Mark oder knapp 2000 Euro ist für das Atlas XP PIII angemessen.

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