Alle Absatzprognosen missachtend hat Toshiba unlängst eine neue Notebook-Reihe vorgestellt. Das Spitzenmodell heißt Tecra 9000. Es wendet sich an Geschäftskunden. Das lässt sich schon an der integrierten Wireless-LAN-Technologie erkennen. Toshiba hat auch den neuesten Notebook-Prozessor eingesetzt, einen Intel Mobile Pentium-III, kurz Prozessor-M. Dieser Chip wurde unter dem Codenamen „Tualatin“ entwickelt.

Gemeinsam mit dem ebenfalls neuen Chipsatz Intel 830MP soll der Prozessor-M für mehr Leistung bei weniger Stromverbrauch sorgen. Intel stellt den Prozessor daher in Platz und damit Energie sparender 0,13-Mikron-Technologie her und baut 512 KByte Level-2-Cache ein. Der Chipsatz i830 unterstützt überdies PC133-Speicher und verfügt über ein verbessertes Stromspar-System.

Doch das Tecra 9000 überzeugt erst einmal durch sein gleichfalls neues Gehäuse, das gut aussieht und dabei funktionell und stabil scheint. Die Verbindung zwischen unterem Teil mit Tastatur und Display wirkt auf Anhieb wacklig, da das Display nicht auf der vollen Breite am Körper aufgehängt ist. Im Test ergaben sich aber keine Probleme. Sowohl Chassis als auch Abdeckung sind aus Metallegierungen gefertigt. Bei einem Gewicht von 2,45 kg kann man noch von einem wirklich tragbaren Notebook sprechen.

Toshiba hat im Gegensatz zu einigen Mitbewerbern nicht den Fehler gemacht, auf nützliche Anschlüsse wie PS/2 für Tastatur und Maus zu verzichten. Leider ist nur ein PS/2-Port vorhanden. Zusätzlich gibt es zwei USBs für weitere Peripheriegeräte. Etwas ungewöhnlich ist der Einschub für SD-Karten. SD steht für Secure Digital. Es handelt sich um Speicherkarten, die auch in einigen Digitalkameras, Handhelds und MP3-Playern eingesetzt werden. Für alle, die ein entsprechendes Gerät nützen, ist der SD-Schacht extrem praktisch – für alle anderen, also die überwältigende Mehrheit, leider komplett nutzlos.

Um für Firmen mit vielen Notebooks die Hardwarekosten zu senken, hat Toshiba die Laufwerksschächte der aktuellen Tecra- und Portégé-Geräte einheitlich gebaut. Module für den Schacht und auch Port-Replikatoren lassen sich zwischen diesen Modellen austauschen. Außerdem besitzen alle Modelle der Reihe Tecra-9000 einen eingebauten 802.11b-Funk-LAN-Adapter. Es wird zusätzlich Modelle mit Bluetooth-Hardware geben. Beides bleibt unsichtbar – die Antenne ist etwa in die Abdeckung integriert.

Da es sich bei dem Testgerät um ein Vorserienmodell handelte, funktionierte die Funk-Netzwerkkarte nicht zuverlässig. Das Konzept, zwei drahtlose Verbindungsmöglichkeiten (noch dazu unsichtbar) zu integrieren scheint hervorragend. Da Bluetooth und Wireless-LAN gleiche Frequenzen benützen, steht allerdings ein Test auf mögliche Interferenzen unbedingt noch an.

Wie man in der Preisklasse erwarten kann, verfügt das Tecra 9000 auch über einen herkömmlichen Fast-Ethernet-Port und ein V.90-Modem. Wer weitere Verbindungen benötigt, kann die beiden PC-Card-Slots vom Typ II mit passenden Steckkarten belegen.

Für den Laufwerksschacht kann Toshiba die üblichen Optionen anbieten: einen CD-Brenner, eine DVD-ROM/CD-RW-Kombination, sowie zusätzliche Akkus und Festplatten. Ein Zweitakku muss aber nur bei Vielfliegern sein: Der verbesserte Stromspar-Modus des i830 schlägt sich tatsächlich in längerer Batterielaufzeit nieder. Bei voller Belastung durch den Benchmark Battery Mark 4.01 hält der 3600-mAh-Standard-Akku 2 Stunden 51 Minuten. Für ein Notebook mit 1-GHz-Prozessor ist das ein sehr guter Wert.

Auch die Applikationsperformance profitiert vom neuen Chipsatz – und dem Prozessor-M. Beim Business Winstone schafft das Tecra 28,2 Punkte – kaum weniger als Desktops mit gewöhnlichem 1-GHz-Pentium. Das Testgerät kann den Rekord des Dell Inspiron 8100 zwar nicht annähernd erreichen, aber das Dell-Notebook besitzt doppelt so viel Hauptspeicher und den schnellen Geforce2go-Grafikchipsatz von Nvidia.

Gute Leistungswerte und eine hervorragende Batterielaufzeit, beispielhaftes Design bei großer Stabilität und wichtige Features wie drahtlose Netzwerkverbindung machen das Tecra 9000 zu einem attraktiven Notebook, obwohl es ganz schön teuer ist. Das Testgerät kostet im Laden 7800 Mark, eine Vatriante mit 1200 MHz und 30 GByte Festplatte gar über 10.000 Mark.

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