Intels Server-Offensive

Beim Itanium – und zu einem gewissen Grad auch beim Xeon – geht es vor allem ums Volumen. Intel hat stets Chips in sehr hohen Stückzahlen verkauft. Bei den großen monolithischen Systemen mit 32 Prozessoren geht es jedoch um ein mit einem in geringen Volumen zu hohen Preisen angebotenes Produkt. Musste Intel hinsichtlich dieses Unterschieds erst Änderungen umsetzen?
Die Prozess-Entwickler ermöglichen uns vom Produkt-Vertrieb einen relativ nahtlosen Übergang. Der Verkauf erfolgt in der gleichen Weise.

Die bedeutendste strukturelle Veränderung fand dagegen vor über drei Jahren statt, als wir erkannten, dass wir für einen breiten Einstieg in diesen Marktbereich stärker lösungsorientiert operieren müssen. Wir haben also unsere Anzahl an Mitarbeitern für den Kontakt mit der Software-Industrie erheblich aufgestockt. Wir betreiben eine enorm verstärkte Endkunden-Betreuung. Ich bin häufig an Gesprächen am runden Tisch mit Vertretern der NASA oder anderen Entscheidungsträgern beteiligt, in denen es um Fragen des Hochleistungs-Computing geht. Wir sprechen auch mit den CIOs und CFOs von Handels- und Finanzunternehmen.

Vor einigen Wochen bemängelte ein Analyst in einem Gespräch, dass Intel angesichts der enormen Kapazität des Cache-Speichers im Madison (6 MB) sowie der Tatsache, dass Intel die EPIC (Explicitly Parallel Instruction Computing)-Architektur von Grund auf nutzen konnte, einen erheblich größeren Performance-Vorsprung gegenüber bestehenden Architekturen haben müsste.
Wer auch immer diese Ansicht geäußert hat, ist vermutlich selbst nicht ganz von ihr überzeugt. McKinley (die aktuelle Version des Itanium) hat sämtliche Lösungen der letzten zehn Jahre übertroffen. Das ist eine beeindruckende Leistung. Die meisten Experten haben die Version positiv bewertet. Um nicht zu sagen, welche Projekte wir mit den Mitarbeitern der Entwicklungsabteilung von Alpha verfolgen. Hier arbeitet ein intaktes Team an einem für Mitte des Jahrzehnts geplanten Prozessor der Itanium-Familie.

War dieses Team nicht mit dem Montecito, der Zwei-Kern-Version des Itanium beschäftigt?

Nein. Sie arbeiten bereits an einem Nachfolgemodell, dessen Name wir noch nicht bekannt gegeben haben. Vielleicht geschieht dies bei der Einführung des Madison. Der Entwicklungsaufwand beruht auf den Mitarbeitern, die am EV8 beteiligt waren.

Was ist aus dem Chivano geworden? Er sollte doch ursprünglich auf den Montecito folgen.
Der Chivano und die Ansätze für den Montecito wurden zum gegenwärtigen Montecito zusammengefasst.

Das EV8-Team arbeitete an einigen hoch entwickelten Multithreading-Konzepten. Werden diese Pläne weiter verfolgt?
Threading ist ein attraktiver Bereich für unser Unternehmen. Einer der interessantesten Aspekte des Servergeschäfts liegt in der Tatsache, dass es eine echte Brutstätte für neue Technologien darstellt. Man entwickelt neue Technologien und erprobt sie durch Pilotprojekte in der Branche, und dann nehmen sie ihren Weg bis hin zu den Desktops, von dort zu den Notebooks und schließlich auch zu den Handhelds.

Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, dass wir zunehmend mit der Endbenutzer-Community zusammenarbeiten müssen: Wir schaffen mehr Computerprozess-Technologien als früher.

F: Wie dieses?
Vor etwas mehr als 20 Jahren, als ich in der in der Entwicklung des 8086 tätig war, konnten wir aus den IBM-Mainframes ableiten, in welche Richtung wir uns bewegen mussten. Im Laufe der Zeit ist es jedoch immer schwieriger geworden, die richtige Vorgehensweise zu bestimmen.

Themenseiten: Servers, Storage, Storage & Server

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Intels Server-Offensive

Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *