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Huawei darf Facebook-Apps künftig nicht mehr vorinstallieren

Facebook untersagt Huawei, auf seinen Smartphones weiterhin seine Facebook-App, WhatsApp oder Instagram vorzuinstallieren. Das bezieht sich ausdrücklich auf alle Geräte des chinesischen Herstellers, die noch nicht die Fabrik verlassen haben. Das berichtet Reuters und beruft sich auf einen Informanten, der mit der Entwicklung vertraut ist.

Auf Nachfrage wollte Facebook nicht dazu Stellung nehmen, seit wann diese Regelung gilt. Wenn Kunden bereits über Huawei-Smartphones verfügen, sollen sie die Apps jedoch weiterhin nutzen können und Updates erhalten, versicherte das Social Network.

Nicht nur Facebook trifft solche geschäftlichen Vereinbarungen mit Geräteherstellern, die ihnen die Vorinstallation von Anwendungen erlauben. So liefert Huawei seine Smartphones in vielen Ländern auch mit vorinstallierten Apps wie Twitter und Booking.com aus. Twitter wollte das nicht kommentieren, Booking Holdings antwortete nicht auf eine Anfrage.

Nicht wenige Nutzer könnten als gute Nachricht sehen, wenn sie nicht mit vorinstallierten Facebook-Apps beglückt werden. Dennoch wird die Maßnahme den Marktchancen Huaweis weiter schaden, da nach den gegen den chinesischen Hersteller verfügten US-Sanktionen die Unsicherheit weiter zunimmt. Wohl können Nutzer bislang die Apps auch selbst aus dem Google Play Store beziehen, aber nach einer laufenden Schonfrist von 90 Tagen wird Huawei neue Geräte auch nicht mehr mit neuen Android-Versionen und Google Play ausliefern dürfen, weil das US-Embargo Google zwang, seine Geschäftsbeziehungen zu Huawei teilweise auszusetzen.

Überraschenderweise scheint Facebook mit seinem sofortigen Verbot der Vorinstallationen sogar schärfer vorzugehen als Google, dessen Software Huawei in der Schonfrist bis Mitte August weiterhin verteilen kann. Außerdem setzt sich Google aktiv für eine weiter zulässige Zusammenarbeit mit Huawei ein. Nach Informationen der Financial Times warnt der Suchkonzern die US-Regierung vor einer Gefährdung der nationalen Sicherheit, wenn die Sanktionen auf Dauer die Aktualisierung seiner Software auf Huawei-Smartphones verhindern sollten. Eine von Huawei modifizierte Android-Version, so argumentiert Google demnach, „wäre anfälliger dafür, gehackt zu werden, nicht zuletzt von China“.

Vieles spricht allerdings dafür, dass es der US-Regierung von Anfang an weniger um die Bedrohung der nationalen Sicherheit ging, mit der die Sanktionen gegen Huawei begründet wurden. US-Präsident Donald Trump bezeichnete Huawei einerseits als „sehr gefährlich“ für die Sicherheit der Vereinigten Staaten. Gleichzeitig legte er nahe, die Probleme rund um Huawei könnten im Rahmen eines Handelsabkommens zwischen den beiden Ländern gelöst werden. Diese widersprüchlichen Äußerungen sind Hinweise darauf, dass das Embargo gegen Huawei vor allem als Druckmittel im Handelskrieg zwischen den USA und China dient.

Bernd Kling

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