Categories: RechtRegulierung

US-Universität reicht Patentklage gegen Apple ein

Das California Institute of Technology (Caltech) hat bei einem Bezirksgericht in Kalifornien eine Patentklage gegen Apple eingereicht. Der iPhone-Hersteller soll unerlaubt geschützte Technologien verwenden, die Bestandteil der jüngsten WLAN-Standards 802.11n und 802.11ac sind. Die Klage richtet sich auch gegen Broadcom, das Apple mit WLAN-Chips beliefert.

Die insgesamt vier Schutzrechte, die Apple verletzten soll, wurden einem Bericht von MacRumors zufolge zwischen 2006 und 2012 gewährt. Sie beschreiben Techniken wie LDPC Codes, die für die Fehlerkorrektur bei Datenübertragungen verwendet werden. Sie sollen letztlich die Übertragungsraten und Leistung von WLAN-Netzen verbessern.

In der Klageschrift werden unter anderem verschiedene iPhones, iPads, Macs und auch Apple-Watch-Modelle als patentverletzende Produkte aufgelistet. „Apple stellt her, nutzt, importiert, bietet zum Verkauf an und/oder verkauft WLAN-Produkte, die IRA/LDPC-Encoder und/oder –Decoder enthalten und gültige Patente verletzen“, heißt es in der Klageschrift.

In seinen US-Stores soll Apple zumindest vorübergehend weder die WLAN-Basisstation AirPort Extreme noch die Backup-Lösung Time Capsule anbieten. Ob das Unternehmen damit auf die Klage reagiert, ist nicht bekannt.

Von Broadcom stammen die WLAN-Chips, die in der Apple Watch, diversen iPhone- und iPad-Modellen sowie Mac-Computern verbaut sind. „Apple ist einer der größten Kunden von Broadcom. 2012, 2013 und 2014 war Apple für 14,6, 13,3 und 14 Prozent von Broadcoms Nettoumsatz verantwortlich“, so Caltech weiter. „Broadcom und Apple sind gemeinsam und einzeln für Verstöße gegen die Patente verantwortlich.“

ANZEIGE

Samsung SSD 950 PRO im Test

Samsung bietet mit der SSD 950 PRO die derzeit schnellste SSD für das Endkundensegment. In welchen Bereichen das auf V-NAND-Speicher und einer PCI-Express-Schnittstelle mit NVMe-Protokoll basierende Modell Vorteile gegenüber herkömmlichen SSDs und HDDs bietet, zeigt der ZDNet-Test.

Die Universität fordert unter anderem ein einstweiliges und dauerhaftes Verkaufsverbot für die patentverletzenden Apple-Produkte. Zudem klagt sie auf Schadenersatz in nicht genannter Höhe.

Im vergangenen Jahr hatte sich die University of Wisconsin-Madison in einem Patentstreit gegen Apple durchgesetzt. Sie erhielt eine Entschädigung von 234 Millionen Dollar, weil Apple mit seinen Prozessoren A7, A8 und A8X ein Patent der Universität verletzt hat.

[mit Material von Michelle Starr, News.com]

Tipp: Wie gut kennen Sie Apple? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Loading ...
Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die ZDNet-Redaktion. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

Recent Posts

Covid-Hacker attackieren E-Mail-Konten

Mit getürkten Informationen über die Covid-Variante Omikron verstärken Hacker ihre Angriffe auf E-Mail-Konten, erklärt Dr.…

11 Minuten ago

Bedrohung durch Cybercrime-as-a-Service

Drei Tipps zur Abwehr von Ransomware-Attacken, die als Cybercrime-as-a-Service (CaaS) gestartet werden, geben die Experten…

41 Minuten ago

Edge Computing für smarte Städte

Kommunen sind gefordert, die Lebensqualität ihrer Bürger zu erhöhen. Edge Computing ist dabei der Schlüssel…

7 Stunden ago

Trendthema Network as a Service

Network as a Service (NaaS) hat das Zeug, traditionelle Netzwerkinfrastrukturen zu revolutionieren. Die digitale Transformation…

7 Stunden ago

Backup verteidigt gegen Ransomware

Erpressern wird es früher oder später gelingen, in ein Unternehmensnetzwerk einzudringen. Deswegen hat Backup als…

7 Stunden ago

Angreifen erlaubt! Ethisches Hacking stellt Netzwerksicherheit auf die Probe

Die Mehrzahl der Unternehmen in Deutschland verfügt heute über eine IT-Abteilung und ein unternehmenseigenes Netzwerk…

8 Stunden ago