HPE und SanDisk entwickeln Flash-Nachfolger

Ihre Zusammenarbeit gilt einer neuen Speichertechnik in der Kategorie Storage Class Memory (SCM). Die beiden Firmen erhoffen sich davon die tausendfache Geschwindigkeit und zugleich tausendfache Lebensdauer von Flash. Der künftige Speicher soll sich nicht nur für Storage eignen, sondern auch als Arbeitsspeicher nutzen lassen.

Hewlett Packard Enterprise (HPE) und SanDisk haben eine langfristige Partnerschaft angekündigt mit dem Ziel, eine neue Speichertechnik in der Kategorie Storage Class Memory (SCM) zu entwickeln. Die beiden Firmen erwarten von ihrer Lösung die tausendfache Geschwindigkeit und zugleich tausendfache Lebensdauer von Flash. Sie soll zudem erhebliche Vorteile hinsichtlich Kosten, Energieverbrauch, Speicherdichte und Haltbarkeit gegenüber DRAM-Speichertechnik bieten.

Hewlett Packard Enterprise (Bild: Hewlett Packard Enterprise)Die Speicherhersteller sind derzeit in einem Wettlauf, die verschiedenen Speichertypen zusammenzuführen. Während heute das flüchtige und schnelle RAM dem nichtflüchtigen, aber vergleichsweise langsameren Flash gegenübersteht, soll der künftige Speicher sich sowohl für die Nutzung als Arbeitsspeicher wie auch für Storage eignen. HPE und SanDisk stehen dabei in Konkurrenz zu Intel und Micron, deren angekündigte neue Speichertechnik namens 3D XPoint ganz ähnliche Eigenschaften verspricht. Das nichtflüchtige 3D XPoint soll ohne Transistoren auskommen und ebenfalls um den Faktor 1000 schneller sowie haltbarer sein als das heute für die meisten Speicherkarten wie auch Solid State Drives verwendete NAND-Flash.

„Es ist zu erwarten, dass unsere partnerschaftliche Arbeit an der neuen SCM-Technologie das Computing in den kommenden Jahren revolutioniert“, sagte Siva Sivaram, bei SanDisk als Executive Vice President für Speichertechnik verantwortlich. HPE-CTO Martin Fink gab ähnlich große Ziele vor: „Zusammen beabsichtigen wir, neue Speicherlösungen auf den Markt zu bringen und ihre Einführung in den Unternehmen zu beschleunigen, während wir gleichzeitig HPEs Entwicklung von The Machine voranbringen, um langfristig ein neues Computing-Modell zu ermöglichen.“

Logo von SanDisk (Bild: Sandisk)Mit The Machine arbeitet HPE an einer vollkommen neuen Computing-Architektur. Auf bestimmte Arbeitslasten spezialisierte Prozessoren kommunizieren per Licht mit einem „universellen Speicher“, der die Trennung von Hauptspeicher und Massenspeicher aufhebt. „Das wird es uns erlauben, mit riesigen Datenmengen umzugehen. Nehme sie auf, speichere sie, bearbeite sie, und mache das mit deutlich weniger Energie per Bit oder pro Rechenvorgang“, erklärte Fink bei der Vorstellung des Konzepts im Juni 2014.

Eine SCM-Speichertechnik wie die von HPE und SanDisk angestrebte gehört zu den Voraussetzungen für The Machine. Die beiden Partner führen dabei verschiedene Entwicklungslinien und Kompetenzen zusammen. Flash-Speicherkarten-Hersteller SanDisk beschäftigt sich mit ReRAM (Resistive RAM), einem nichtflüchtigen Speichertyp, der schon länger als mögliche Alternative zum Flash-Speicher gilt. HPE wiederum arbeitet seit Jahren an Memristoren – einem passiven elektrischen Bauelement, das sich als Alternative zu Flash-Speicher eignen soll, aber auch Logik-Operationen ausführen kann.

Die kommerzielle Einführung ihrer neuen Speichertechnik dürfte noch einige Jahre auf sich warten lassen, aber HPE und SanDisk arbeiten nicht zum ersten Mal zusammen. Sie kooperieren vielmehr schon längere Zeit bei Flash-Speicherlösungen für Rechenzentren und den Enterprise-Sektor.

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Themenseiten: Flash, Forschung, HP, HPE / Intel Just Right IT, SanDisk, Storage

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