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Standardsuche in Safari: Google zahlt Apple 9 Milliarden Dollar

Google zahlt allein in diesem Jahr 9 Milliarden Dollar an Apple, um weiterhin die voreingestellte Suchmaschine im Safari-Browser des iPhones zu bleiben. Auf diese Summe rechnet Goldman-Sachs-Analyst Rod Hall in einer Investorenmitteilung die laufenden Beträge hoch, die für Google als Kosten zur Generierung von Traffic (Traffic Acquisition Costs, TAC) anfallen. Für 2019 rechnet er sogar mit einem Anstieg der Google-Zahlungen auf 12 Milliarden Dollar, die der iPhone-Hersteller als Einnahmen seiner Services-Sparte verbuchen kann.

Noch 2017 hatte ein Bernstein-Analyst jährliche Zahlungen von 3 Milliarden Dollar geschätzt. Weder Apple noch Google nennen dazu offizielle Zahlen. Schon 2014 erhielt der iPhone-Hersteller aber aus einem Suchabkommen mit Google rund eine Milliarde Dollar, wie im Urheberrechtsprozess zwischen dem Android-Entwickler und Oracle in einem Gerichtsprotokoll offengelegt wurde. Die Rede war außerdem davon, dass Google dem iPhone-Hersteller 34 Prozent der mit Suchwerbung auf iOS-Geräten erzielten Umsätze zusichert.

„Wir glauben, dass diese Einnahmen anteilmäßig berechnet werden aufgrund der Zahl von Suchvorgängen, die Nutzer der Apple-Plattform über Siri oder innerhalb des Safari-Browsers ausführen“, erläutert Rod Hall seine aktuelle Hochrechnung. „Wir glauben, dass Apple einen der größten Kanäle für Traffic-Akquisition für Google darstellt.“

Hinsichtlich Apples Börsenbewertung hält der Analyst für relevant, dass Apple diese hohen Einnahmen seiner Services-Sparte zurechnet, ohne das aufzuschlüsseln. Wenn es um Services geht, stellen Apples Manager vielmehr meist die Einnahmen aus App-Store-Gebühren oder aus Abonnementdiensten wie Apple Music und iCloud heraus. Nach dem Goldman-Modell machen jedoch allein die von Google abgeführten TAC-Gebühren 24 Prozent von Apples Services-Geschäft aus, während etwa das Reparatur- und Garantie-Programm nur 17 Prozent der 31,3 Milliarden Dollar Services-Einnahmen im letzten Jahr beibrachte. Investoren sollten die Services-Entwicklung nicht überbewerten, schlussfolgert Rod Hall: „Wir glauben nicht, dass Apple Services für sich mit einem höheren Vielfachen bewertet werden sollten als die gesamte Firma.“

Der Services-Bereich, unter dem Apple die Google-Einnahmen verbucht, legt seit Jahren zu. Im dritten Quartal 2018 sorgten Services mit 9,5 Milliarden Dollar für den umsatzstärksten Bereich nach dem iPhone. Vor fünf Jahren trugen sie nur 4 Milliarden Dollar zu Apples Umsätzen bei, vor zehn Jahren lagen sich noch unter 1 Milliarde Dollar.

Bernd Kling

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