Facebook-CEO widerspricht Gerüchten über Schwund junger Nutzer

Facebook-CEO Mark Zuckerberg hat in einer Telefonkonferenz zu den jüngsten Quartalszahlen Kritik zurückgewiesen, das Social Network habe aufgrund von Messaging-Apps wie Snapchat und WhatsApp Probleme, die sehr aktiven jungen Nutzer bei der Stange zu halten. „Basierend auf unseren Daten ist das einfach nicht wahr“, sagte er. Die Aktivitäten von Teenagern seien in den vergangenen anderthalb Jahren stabil geblieben. Zähle man Instagram hinzu, fielen die Zahlen sogar noch besser aus.

Facebook-CEO Mark Zuckerberg (Bild: James Martin/CNET)

Allerdings räumte Zuckerberg zugleich ein: „Es ist schwierig, das perfekt zu messen, weil einige junge Leute bei ihrem Alter schummeln.“ Dennoch seien die Berichte über einen Schwund bei jungen Nutzern nicht nur übertrieben, sondern schlicht falsch.

Der CEO widersprach auch der Aussage, alternative Angebote führten dazu, dass Mitglieder weniger Zeit auf Facebook verbrächten. „Sie können naiv annehmen, dass mehr neue Dienste bedeuten, die Leute verbringen weniger Zeit auf Facebook. Die Leute verbringen im Schnitt aber mehr Zeit auf Facebook als jemals zuvor.“

Nicht widerlegen konnte Zuckerberg hingegen die Kritik, Facebooks jüngste Produkte Home und Graph Search seien bei Nutzern bisher nicht sehr beliebt. Man dürfe die Erwartungen an die Sammlung von Facebook-Apps für Android und die Suchmaschine nicht zu hoch hängen. „Dinge wie Home und Graph Search sind wirklich neue Anwendungsfälle – andere Produktkategorien“, sagte er. „Ich sehe sie mehr als Samen, den wir eingepflanzt haben und der eine neue Säule des Ökosystems bilden wird, statt etwas Bestehendes zu übernehmen. Ich glaube definitiv, dass wir das langfristig betrachten müssen.“

Mit Tests von Graph Search hatte Facebook im Januar begonnen. Eingeführt wurde die Suchmaschine dann Anfang Juli – zunächst aber nur in den USA. Deutsche Nutzer haben bisher lediglich Zugriff auf eine Demo. Als Angriff auf Google und Yelp angepriesen, hat Graph Search noch einen langen Weg vor sich, ehe es einen bleibenden Eindruck im Such- und Empfehlungsmarkt hinterlassen kann.

Ähnlich verhält es sich mit Home. Die App-Sammlung legt sich mit bildschirmfüllenden Fotos über Homescreen wie Sperrbildschirm von Android-Smartphones und erweitert die Chat-Funktionen. Da es den App Launcher von Android ersetzt, ist es das erste, was Nutzer nach dem Einschalten auf ihrem Smartphone sehen. Knapp einen Monat nach der Veröffentlichung Mitte April meldete Facebook rund eine Million Downloads, was angesichts der Nutzerbasis von einer Milliarde nicht gerade berauschend ist – insbesondere, wenn man bedenkt, wie viele Anwender inzwischen mobil auf das Social Network zugreifen. Zuckerberg geht dennoch davon aus, dass Home und Graph Search mit der Zeit „marktführende Produkte“ werden.

[mit Material von Nick Statt und Donna Tam, News.com]

Björn Greif

Björn kam nach seinem Magisterstudium und Ausflügen in den Sportjournalismus 2006 als Volontär zu ZDNet. Im Anschluss wurde er Redakteur und hat mehr als 12.600 Nachrichten zu tagesaktuellen Themen verfasst, mit Schwerpunkt auf Business, Hardware und Mobile.

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