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Bericht: Twitter und Microsoft verhandeln über Suchabkommen

Twitter verhandelt über die weitere Nutzung seines „firehose“ genannten Datenstroms für Microsofts Suchmaschine Bing. Das berichtet All Things Digital unter Berufung auf zwei den Firmen nahe stehende Quellen. Der Softwarekonzern nutzt den Dienst seit Längerem. Ein ähnliches Abkommen mit Google war Anfang Juli abgelaufen.

Der Ausgang der Gespräche ist für beide Unternehmen von großer Bedeutung: Twitter könnte den zweiten wichtigen Kunden verlieren, der für die Veröffentlichung von Daten aus seinem Livestream zahlt. Käme es zu einer Einigung, wäre Microsoft der einzige große Suchanbieter wäre, der Zugriff auf Daten von Facebook und Twitter hat. Das wiederum wäre ein Vorteil im Konkurrenzkampf mit Google.

Twitter hatte dem Bericht zufolge damit gerechnet, dass Google die Vereinbarung verlängert. Die Zusammenarbeit ist für Twitter wichtig, da Google aufgrund seiner dominanten Marktposition mehr Nutzer erreicht als Bing. All Things Digital schätzt, dass Twitter zudem ein zweistelliger Millionenbetrag an Umsatz verloren geht. Vereinbarungen über die Nutzung seiner „firehose“ unterhält Twitter nach eigenen Angaben noch mit Yahoo, NTT Docomo und Yahoo Japan sowie „Dutzenden kleinerer Entwicklern.“ Nicht alle zahlen demnach jedoch für die Daten.

Die Situation zwischen Google und Twitter habe sich zusätzlich durch den Start von Googles Social-Networking-Projekt Google+ verschärft, da es eine Konkurrenz für Twitter sei, schreibt All Things Digital. „Wenn Google allerdings ein Speicher für alle Informationen der Welt sein will, wie es immer von sich behauptet, dann ist nur schwer vorstellbar, dass es dort keine Twitter-Daten gibt“, zitiert das Onlinemagazin einen Branchenbeobachter. Es gebe weitere Gespräche zwischen Google und Twitter über eine Fortführung der Zusammenarbeit.

Laut All Things Digital verlangt Twitter jährlich 30 Millionen Dollar für die Nutzung seines Datenstroms; zuvor waren es 15 Millionen Dollar gewesen. Strittig sind demnach vor allem Forderungen wie ein höherer Anteil an Werbeeinnahmen, eine bessere Verlinkung zu Twitter sowie Einfluss auf die Nutzeroberfläche. Microsoft wünscht sich dem Bericht zufolge zudem eine längere Vertragslaufzeit als Twitter. Unklar ist, welche Auswirkungen die Echtzeitsuche tatsächlich für Google und Bing hat. Sollte kein Abkommen zwischen Microsoft und Twitter zustande kommen, bleiben Microsoft – wie auch Google – die öffentlich verfügbaren Twitter-Daten, um sie in seiner Suchmaschine anzuzeigen.

Google selbst hatte seine Echtzeitsuche vor zwei Wochen vorübergehend abgeschaltet. „Wir haben google.com/realtime vorläufig deaktiviert. Wir prüfen derzeit, wie wir Ergebnisse von Google+ in diese Funktion integrieren können. Bleiben Sie dran. Unsere Vision ist es, dass google.com/realtime Informationen von Google+ und Echtzeitdaten aus anderen Quellen liefert“, teilte das Unternehmen mit.

ZDNet.de Redaktion

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