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Huawei investiert jährlich mehr als 100 Millionen Euro in Deutschland

DIW Econ, das Beratungsunternehmen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), hat im Rahmen einer Studie den ökonomischen Fußabdruck von Huawei in Deutschland untersucht.

Demnach steigerte das Unternehmen seine Investitionen in Forschung und Entwicklung von 31 Millionen Euro im Jahr 2013 auf 112 Millionen im Jahr 2017. Insgesamt hat der chinesische Telekommunikationskonzern zwischen 2013 und 2017 mehr als 450 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung in Deutschland investiert. Von 2015 bis 2017 stieg die jährliche Investitionssummer auf über 100 Millionen Euro. Daten zu 2018 liegen noch nicht vor. Insgesamt belegt Huawei im Ranking der weltweit forschungsstärksten Unternehmen Platz fünf.

Huaweis Forschungszentrum in München ist mit mehr als 400 Mitarbeitern das größte Forschungszentrum des Unternehmens in Europa. Darüber hinaus arbeiten in Nürnberg, Berlin und Dresden weitere Forschungsteams. Über
internationale Forschungskooperationen trage Huawei auch dazu bei, „den Innovationsstandort Deutschland an globale Wissensströme im Bereich der digitalen Technologien anzubinden.“ Für DIW Econ leistet Huawei „damit einen wichtigen Beitrag für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit und das Wirtschaftswachstum Deutschlands.“

Laut der Studie hatte die Geschäftstätigkeit Huaweis in Deutschland 2018 einen Bruttowertschöpfungseffekt von 2,357 Milliarden Euro und einen Beschäftigungseffekt von 28.142 Personen. Zwischen 2008 und 2018 erzielte Huawei in Deutschland ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von 26 Prozent auf zuletzt rund 2,7 Milliarden Euro (2018). Die Anzahl der Beschäftigten stieg im gleichen Zeitraum um durchschnittlich jährlich 13 Prozent auf zuletzt über 2600 Mitarbeiter.

Die Studie attestiert Huawei außerdem eine bedeutende Rolle bei der Digitalisierung in Deutschland. „So stellt Huawei eine Vielzahl an IKT-Produkten her, die Schlüsselkomponenten der modernen mobilen und leitungsgebundenen Telekommunikationsinfrastruktur sind. Alle drei deutschen Mobilfunknetzbetreiber beziehen beispielsweise Infrastrukturkomponenten von Huawei. Huawei arbeitet aktiv an der Entwicklung des kommenden 5G-Mobilfunkstandards und dessen Umsetzung in Deutschland mit. Darauf aufbauend bietet Huawei Lösungen für systemische Innovationen wie Industrie 4.0 oder Smart City an, die für das zukünftige Wirtschaftswachstum in Deutschland eine entscheidende Rolle spielen werden.“

Dass Huawei eine Studie zu seinem ökonomischen Fußabdruck in Deutschland in Auftrag gibt, dürfte in Zusammenhang mit den US-Sanktionen stehen. Die USA und einige ihrer Verbündeten haben Huawei vom Ausbau ihrer 5G-Netzwerke ausgeschlossen. Zudem wird Druck auf die deutsche Regierung ausgeübt, ebenfalls auf Technik von Huawei zu verzichten. Angeblich sprechen Sicherheitsbedenken gegen das chinesische Unternehmen. Da allerdings bislang noch keine Beweise zu den Vorwürfen existieren, dürften die wahren Ursache der Sanktionen gegen Huawei im Handelsstreit zwischen den USA und China zu suchen sein.

Download:

  • DIW Econ: „Der ökonomische Fußabdruck von Huawei in Deutschland“ (PDF, 2,3 MByte)

Kai Schmerer

Kai ist seit 2000 Mitglied der ZDNet-Redaktion, wo er zunächst den Bereich TechExpert leitete und 2005 zum Stellvertretenden Chefredakteur befördert wurde. Als Chefredakteur von ZDNet.de ist er seit 2008 tätig.

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