Categories: MobileMobile Apps

Opera stellt Mobilbrowser Opera Touch vor

Opera hat einen neuen Mobilbrowser vorgestellt. Zum Start ist Opera Touch nur für Android erhältlich – eine Version für iPhones soll folgen. Wichtigste Neuerung ist eine Flow genannte Funktion, die Opera Touch mit Opera auf dem Desktop verbindet und eine geräteübergreifende Nutzung von Inhalten wie Bildern, Videos und Links vereinfachen soll. Auch das Bedienkonzept haben die Entwickler überdacht und dem Browser einen zusätzlichen Button spendiert, der per Daumen wichtige Funktionen verfügbar macht.

Einer Umfrage von Opera zufolge sind 86 Prozent der Smartphone-Nutzer zusätzlich mit anderen Dingen wie Essen oder Einkaufen beschäftigt, während sie ihr Smartphone bedienen. Bei vielen Tätigkeiten hätten Nutzer folglich keine zweite Hand für Toucheingaben frei. „Vor allem haben wir an einer Browsernavigation gearbeitet, die nur mit einer Hand benutzt werden kann“, teilte Opera mit. Wir haben die Schlüsselfunktion des Browsers in die Reichweite des Daumens verlegt.“

Den im unteren Bildschirmbereich angezeigten Button nennt Opera Fast Action Button. Er gibt Zugriff auf die zuletzt geöffneten Tabs und die Suchfunktion. Ein Tipp auf den Button blendet aber auch Bedienelemente ein, um eine Website neu zu laden oder den Ladevorgang abzubrechen.

Darüber hinaus erspart der Browser beim Start den Klick in die am oberen Bildrand gelegene Adressleiste. Sie ist – genauso wie die Bildschirmtastatur – direkt aktiviert und fordert zur Eingabe einer URL oder eines Suchbegriffs auf. Darüber hinaus stehen Buttons für das Scannen von QR-Codes und das Aktivieren der Spracheingabe zur Verfügung.

Der Fast Action Button (links) gibt Zugriff auf wichtige Bedienelemente (mitte). Opera Flow wiederum macht Inhalte geräteübergreifend verfügbar (Bild: Opera).Opera Flow soll indes das Problem lösen, dass auf dem Smartphone genutzte Browserinhalte nicht nahtlos auf dem Desktop zur Verfügung stehen. Operas Umfrage zufolge schicken sich 65 Prozent der Nutzer regelmäßig selbst E-Mails oder Nachrichten mit Links, die sie anschließend auf einem anderen Gerät öffnen wollen. Stattdessen sollen Nutzer solche Dinge nun an Opera Flow übergeben. Der zugehörige Pfeil-Button findet sich in der Adressleiste einer geöffneten Website. Er ist aber auch über den Fast Action Button verfügbar.

Vorab muss jedoch einmalig eine Verbindung zwischen Mobil- und Desktopbrowser hergestellt werden. Das geschieht ohne Eingabe von Anmeldedaten. Auch ein Opera-Konto wird nicht benötigt. Stattdessen zeigt Opera 52 auf dem Desktop bei der ersten Verwendung von Flow einen QR-Code an, der mit Opera Touch gescannt wird, um die Verbindung aufzubauen. Inhalte, die nun auf dem Smartphone zu Flow hinzugefügt werden, erscheinen mit wenigen Sekunden Verzögerung auch auf dem Desktop in Flow – und umgekehrt. Um die Sicherheit der übertragenen Inhalte zu gewährleisten verwendet Opera nach eigenen Angaben eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Allerdings fehlen dem Browser Funktionen, die vor allem Opera-Kenner vermissen werden. Zum Beispiel unterstützt Opera Touch nicht die frei definierbare Schnellwahl, die sich per Opera-Konto synchronisieren lässt. Da das Opera-Konto gar nicht zur Verfügung steht, gleicht Opera Touch auch keine Passwörter oder Lesezeichen mit dem Desktop ab. Letzteres ist derzeit zudem nicht möglich, weil Opera Touch gar keine Lesezeichen-Funktion besitzt. Kommentaren von Opera zu ersten Bewertungen im Play Store ist jedoch zu entnehmen, dass der Funktionsumfang des neuen Browsers kontinuierlich erweitert werden soll.

Opera Touch ist nicht Operas erster Ansatz für einen neuartigen Mobilbrowser. 2013 stellte das Unternehmen mit Coast einen Tablet-Browser vor, der fast auf jegliche Schaltflächen verzichtete und stattdessen auf eine intuitive Bedienung per Wischgesten setzte. Nur für iPhone und iPad erhältlich setzte sich das Konzept jedoch bei Nutzern nicht durch. Im vergangenen Jahr stellt Opera das Projekt schließlich ein.

Tipp: Wie gut kennen Sie sich mit Browsern aus? Testen Sie Ihr Wissen – mit dem Quiz auf silicon.de.

Whitepaper

Studie zu Filesharing im Unternehmen: Kollaboration im sicheren und skalierbaren Umfeld

Im Rahmen der von techconsult im Auftrag von ownCloud und IBM durchgeführten Studie wurde das Filesharing in deutschen Unternehmen ab 500 Mitarbeitern im Kontext organisatorischer, technischer und sicherheitsrelevanter Aspekte untersucht, um gegenwärtige Zustände, Bedürfnisse und Optimierungspotentiale aufzuzeigen. Jetzt herunterladen!

Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die ZDNet-Redaktion. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

Recent Posts

Volles Risiko: Wertschöpfung im digitalen Zeitalter sichern

Experten von Deloitte, HORNBACH, dem LKA und Link11 haben sich mit den Bedrohungen digitaler Unternehmenswerte…

18 Stunden ago

Versicherungen: Online-Kunden verzichten auf persönliche Beratung

Weil Kunden beim Erwerb von Online-Versicherungen fast immer persönliche Beratung dankend ablehnen, müssen die Anbieter…

23 Stunden ago

Cybersicherheit leidet unter Geldmangel

Laut einer Kaspersky-Studie hat mehr als die Hälfte der Unternehmen in Deutschland Schwierigkeiten, Cybersicherheitsverbesserungen zu…

23 Stunden ago

Europäische Unternehmen verklagen Microsoft

Eine Koalition europäischer Unternehmen unter der Federführung von Nextcloud hat Kartellklagen gegen Microsoft bei der…

24 Stunden ago

Corona befördert das Wachstum von Cloud-Services

Corona hat sowohl die Bedeutung der IT als auch von Public Cloud Services gesteigert. Die…

5 Tagen ago

ZTNA versus Remote Access VPN – 6 Vorteile

Remote Access Virtual Private Networks (VPN) haben lange gute Dienste geleistet, aber der Trend zum…

5 Tagen ago