US-Präsident Obama besucht Intel-Fabrik

Nach seiner heutigen Rede zur Lage der Nation wird US-Präsident Barack Obama nach Phoenix in Arizona fahren und ein neues Intel-Werk besuchen, das dort gebaut wird. In dieser symbolischen Geste drückt sich aus, wie wichtig seiner Regierung die verbliebene einheimische Produktion und die damit verbundenen Arbeitsplätze sind. Obwohl Intel seine Chips zum größten Teil an Kunden in anderen Ländern verkauft, stellt es drei Viertel von ihnen in den Vereinigten Staaten her.


Gebäude auf Intels Campus Ocotillo in Arizona (Bild: Intel).

Das als Fab 42 bezeichnete Werk in Arizona soll voraussichtlich im Jahr 2013 fertiggestellt sein. Intels Planung dafür sieht Investitionen von über 5 Milliarden Dollar vor, wie CEO Paul Otellini Anfang 2011 während eines Obama-Besuchs in einer anderen Werksanlage des Chipherstellers bekannt gab. Da das Werk weitere Unternehmen und Dienstleister anzieht, rechnet Intel mit tausenden neuen Arbeitsplätzen. Der Hersteller verfügt bereits über mehrere Fabriken in Arizona sowie weitere in den US-Staaten Oregon und New Mexico.

Im neuen Werk will Intel seine nächste Chipgeneration in 14-Nanometer-Technik herstellen. Die in diesem Frühjahr erwarteten „Ivy Bridge“-Prozessoren, die ursprünglich schon im letzten Jahr in die Produktion gehen sollten, kommen aus der Fertigung im 22-Nanometer-Verfahren. Die Herstellung von 14-Nanometer-Chips mit einer bis zu zweifach höheren Energieeffizienz im Vergleich zu den aktuellen Sandy-Bridge-CPUs könnte schon Ende 2013 beginnen.

„In den Jobs liegt die wirkliche Bedeutung des Werks“, sagte Dan Hutcheson, CEO und Chairman von VLSI Research. „Dank Intels Investitionen von über 10 Milliarden Dollar sind Intel und allgemein die Halbleiterindustrie eine der wenigen Branchen in den USA, die noch in Herstellung innerhalb des Landes investieren. Das ist daher wirklich wichtig für Obama.“

Mit Apple steht derzeit ein Unternehmen in der öffentlichen Kritik, das Intels Chips in seinen Macs verbaut, aber seine eigene Produktion vollständig nach Asien ausgelagert hat. Bei einem Treffen mit Größen im Silicon Valley hatte Präsident Obama vor einem Jahr den damaligen Apple-Chef Steve Jobs gefragt, warum iPhones nicht auch in den USA hergestellt werden könnten. Nach einem Bericht der New York Times erhielt er von Jobs die kategorische Antwort: „Diese Jobs kommen nicht zurück.“

In seiner Rede zur Lage der Nation will Obama Herstellung, Energie, gut ausgebildete Arbeitskräfte und „amerikanische Werte“ als die vier wesentlichen Säulen für ein überlebensfähiges Amerika herausstellen. Sein anschließender Intel-Besuch soll deutlich machen, wie wichtig es ihm ist, um Arbeitsplätze in der Technologiebranche zu werben.

Mit einem für den 30. Januar angesetzten Videochat, veranstaltet in Partnerschaft mit Google und YouTube, geht der US-Präsident ebenfalls auf die IT-Branche zu. In einem Hangout bei Google+ will er eine Auswahl von gestellten Fragen beantworten, die in einer Abstimmung ganz nach oben gewählt wurden. Das Livestreaming erfolgt am nächsten Montag über den YouTube-Kanal des Weißen Hauses. Nachdem Soziale Netze wie Twitter und Facebook in Wahlkämpfen bereits unverzichtbar sind, könnten im kommenden Präsidentschaftswahlkampf auch Google+ und seine Hangouts eine Rolle spielen.

ZDNet.de Redaktion

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