Brian Stevens, der langjährige Chief Technology Officer von Red Hat, verlässt das Unternehmen. Sein Weggang nach 13 Jahren kommt auch für die Mitarbeiter des Linux-Distributors völlig überraschend.

Red Hat meldete den Rücktritt von Stevens in einer äußerst knappen Mitteilung. „Wir bedanken uns bei Brian für seine jahrelangen Dienste und zahlreichen Beiträge zum geschäftlichen Erfolg von Red Hat“, wird darin CEO Jim Whitehurst zitiert. „Wir wünschen ihm alles Gute für seine Zukunft.“

Eine weitere offizielle Stellungnahme dazu gab es nicht. Bis ein neuer CTO bestellt ist, wird seine Aufgaben zwischenzeitlich der bereits als President für Produkte und Technologien verantwortliche Paul Cormier übernehmen. Die Stevens-Porträtseite verschwand schon wenige Minuten nach der Meldung über seinen Rücktritt von der Website des Unternehmens.

ZDNet.com-Autor Steven J. Vaughan-Nichols bekam von Red-Hat-Angestellten zu hören, die Nachricht sei für sie „schockierend“ und wie „ein Schlag in die Magengrube“. Einige spekulierten über mögliche Reibereien in den Führungsetage, die zu Stevens‘ Weggang geführt haben könnten. Andere äußerten die Vermutung, dass Stevens eine CEO-Position anstrebte, sie bei Red Hat aber nicht hätte erreichen können.

Brian Stevens kam 2001 zu Red Hat. Zuvor war er CTO bei Mission Critical Linux und arbeitete bei Digital Equipment Corporation (DEC) an dessen Unix-Betriebssystem, das heute als HPs Tru64 weiterlebt. In technischen Kreisen ist er vor allem für seine Beiträge zum X Window System bekannt, der Basis für die Grafiksysteme von Unix und Linux. In seiner Zeit bei Red Hat präsentierte er oft die technischen und geschäftlichen Konzepte des weltweit führenden Linux-Distributors in der Öffentlichkeit. Er war außerdem in den Aufsichtsgremien der IEEE Computer Society und der OpenStack Foundation vertreten.

[mit Material von Steven J. Vaughan-Nichols, ZDNet.com]

Bernd Kling

Recent Posts

Google-Forscher entdeckt schwerwiegende Sicherheitslücke in Mozillas NSS-Bibliothek

Ein Angreifer kann Speicherbereiche mit eigenem Code überschreiben. Der Mozilla-Browser Firefox ist aber nicht betroffen.

3 Tagen ago

Forscher warnen vor unsicheren Cloud-Computing-Diensten

Sie richten 320 Honeypots mit unsicher konfigurieren Diensten sowie schwachen Zugangskennwörtern ein. Bereits nach 24…

3 Tagen ago

Online-Handel unter Bot-Beschuss

Unter dem Motto „Es ist ein Bot entsprungen“ machen Hacker dem Online-Handel dieses Weihnachten erneut…

3 Tagen ago

Mit Neo zu Cloud-Native-Ufern

OutSystems fokussiert sich auf Lösungen für die Low-Code-Programmierung. Dieses Verfahren zur Softwareerstellung ohne tiefgehende Programmierkenntnisse…

3 Tagen ago

Netzwerktransformation mit NaaS

Viele Netzwerk-Admins achten in erster Linie auf die Konnektivität. Netzwerk as a Service (NaaS) kann…

3 Tagen ago

ONLYOFFICE: Partnerprogramm bietet zahlreiche Vorteile für neue Reseller

Wer seinen Kunden im Rahmen seiner Softwarelösung, IT-Services oder einfach nur als Reseller die Open-Source-Kollaborationsplattform…

3 Tagen ago